Mir ist nie langweilig
Freitag, 28. August 2009, 08:49 Uhr
Über 100 DVDs stehen zuhause im Schrank seines kleinen Büros. Ordentlich aufgereiht und beschriftet. Sie haben ein Stück weit die dicken Aktenordner in seinem Archiv abgelöst. Klaus Großmann speichert seine Vorträge digital ab – und davon hat er viele. Ein Porträt von Jessica Piper...
Im Nordhäuser Seniorenbegegnungszentrum halte ich seit elf Jahren jeden Monat einen Vortrag zu einem Thema aus der Heimatgeschichte, aus der Stadt Nordhausen, aus dem Landkreis oder dem Harz und kein Thema habe ich je wiederholt, sagt Klaus Großmann. Viele seiner Vorträge haben ihn auch in die Seniorenakademie der Kreisvolkshochschule Nordhausen geführt. Seit Mitte der 1980er Jahre bereichert er das Dozententeam der VHS mit seinem umfangreichen Wissen über die Region und hat sich längst den Ruf eines Experten in Sachen Heimatgeschichte erobert.
Auch mit der inzwischen 90-jährigen Geschichte der Volkshochschule in Nordhausen und der langen Bildungstradition in der Rolandstadt kennt Klaus Großmann sich aus. So hat er beispielsweise vor kurzem beim VHS-Sommerfest seinen Vortrag diesem runden Jubiläum gewidmet.
Sein Wissen und Interesse resultieren nicht etwa aus einer langjährigen Tätigkeit als Geschichtslehrer – wie man leicht annehmen könnte. Zwar hat der 72-Jährige ein Lehrerstudium für Deutsche Heimatkunde und Heimatgeschichte angefangen. Aber dann hat ihn sein beruflicher Werdegang in eine andere Richtung verschlagen. Trotzdem: Geschichte war von jeher mein Hobby, sagt der gebürtige Beneckensteiner. Das hat mit meinen Cousins zu tun. Mit ihnen hat er bis jetzt 1435 Jahre der Familiengeschichte erforscht. Und wir sind noch längst nicht fertig.
Die Geschichte seiner Familie ist eng mit der Region verknüpft. Zu Großmanns Vorfahren gehören Burglehensherren der Fürsten und Grafen Stolberg-Wernigerode. So war es nur ein kleiner Schritt von der Familien- zur Regionalgeschichte. Die Geschichte ist eine Art Familienvirus – mittlerweile in der sechsten Generation. Meine Tochter und meine Enkelin sind auch Stadtführer in Nordhausen. Ich selbst auch, erzählt Klaus Großmann. Vor 15 Jahren habe ich meine offizielle Ausbildung zum Stadtführer gemacht. Da habe ich noch einmal die Schulbank gedrückt. Seit 1963 habe ich aber schon Schülergruppen durch Nordhausen geführt, erinnert sich der Nordhäuser, der die Stadt- und Gästeführer Gilde Nordhausen mitgegründet und acht Jahre geleitet hat.
Gossmann erklärt den Roland (Foto: Piper)
Aber der engagierte Ehrenamtler führt nicht nur über das holprige Kopfsteinpflaster in der Nordhäuser Altstadt und erzählt dabei spannende Geschichten aus dem Mittelalter. Als Wanderführer zeigt er auch die grünen Seiten der Region und hat den Harzklubzweigverein Nordhausen mit wiedergegründet. Ausgebildet hat er auch die Führer unter Tage im Kupferschiefer-Schaubergwerk Lange Wand in Ilfeld.
Dies alles ist nur eine Auswahl der Ehrenämter von Klaus Großmann. In der Hochzeit hatte er 16 Ehrenämter zur selben Zeit. Heute übt er immer noch sechs davon aus. Im Herbst will Klaus Großmann sich ganz zur Ruhe setzen Schließlich werde er dann 73 und da sei es Zeit, kürzer zu treten, schmunzelt er. So ganz aufhören wird er wohl doch nicht. Hin und wieder will er noch Vorträge halten. Auch an seinen kleinen Leseheften wird er sicher weiter schreiben. Gerade bin ich bei Nummer 16. Diese Hefte, zum Beispiel eine Sammlung von Trinksprüchen für die Traditionsbrennerei, vertreibt er zum Druckkostenpreis in den vielen Vereinen, in denen er sich engagiert.
Mir ist nie langweilig. Eine Aussage, die man Klaus Großmann sofort abnimmt. Auch der Kreisvolkshochschule wird er sicher wieder einen Besuch abstatten. Schließlich überdauert seine Beziehung zur VHS inzwischen schon über vier Jahrzehnte. Damals, in den 60er Jahren, saß Klaus Großmann dort nicht als Dozent, sondern als Schüler – in seiner Berufsausbildung als Betriebselektriker.
Jessica Piper
Autor: nnzIm Nordhäuser Seniorenbegegnungszentrum halte ich seit elf Jahren jeden Monat einen Vortrag zu einem Thema aus der Heimatgeschichte, aus der Stadt Nordhausen, aus dem Landkreis oder dem Harz und kein Thema habe ich je wiederholt, sagt Klaus Großmann. Viele seiner Vorträge haben ihn auch in die Seniorenakademie der Kreisvolkshochschule Nordhausen geführt. Seit Mitte der 1980er Jahre bereichert er das Dozententeam der VHS mit seinem umfangreichen Wissen über die Region und hat sich längst den Ruf eines Experten in Sachen Heimatgeschichte erobert.
Auch mit der inzwischen 90-jährigen Geschichte der Volkshochschule in Nordhausen und der langen Bildungstradition in der Rolandstadt kennt Klaus Großmann sich aus. So hat er beispielsweise vor kurzem beim VHS-Sommerfest seinen Vortrag diesem runden Jubiläum gewidmet.
Sein Wissen und Interesse resultieren nicht etwa aus einer langjährigen Tätigkeit als Geschichtslehrer – wie man leicht annehmen könnte. Zwar hat der 72-Jährige ein Lehrerstudium für Deutsche Heimatkunde und Heimatgeschichte angefangen. Aber dann hat ihn sein beruflicher Werdegang in eine andere Richtung verschlagen. Trotzdem: Geschichte war von jeher mein Hobby, sagt der gebürtige Beneckensteiner. Das hat mit meinen Cousins zu tun. Mit ihnen hat er bis jetzt 1435 Jahre der Familiengeschichte erforscht. Und wir sind noch längst nicht fertig.
Die Geschichte seiner Familie ist eng mit der Region verknüpft. Zu Großmanns Vorfahren gehören Burglehensherren der Fürsten und Grafen Stolberg-Wernigerode. So war es nur ein kleiner Schritt von der Familien- zur Regionalgeschichte. Die Geschichte ist eine Art Familienvirus – mittlerweile in der sechsten Generation. Meine Tochter und meine Enkelin sind auch Stadtführer in Nordhausen. Ich selbst auch, erzählt Klaus Großmann. Vor 15 Jahren habe ich meine offizielle Ausbildung zum Stadtführer gemacht. Da habe ich noch einmal die Schulbank gedrückt. Seit 1963 habe ich aber schon Schülergruppen durch Nordhausen geführt, erinnert sich der Nordhäuser, der die Stadt- und Gästeführer Gilde Nordhausen mitgegründet und acht Jahre geleitet hat.
Gossmann erklärt den Roland (Foto: Piper)
Aber der engagierte Ehrenamtler führt nicht nur über das holprige Kopfsteinpflaster in der Nordhäuser Altstadt und erzählt dabei spannende Geschichten aus dem Mittelalter. Als Wanderführer zeigt er auch die grünen Seiten der Region und hat den Harzklubzweigverein Nordhausen mit wiedergegründet. Ausgebildet hat er auch die Führer unter Tage im Kupferschiefer-Schaubergwerk Lange Wand in Ilfeld. Dies alles ist nur eine Auswahl der Ehrenämter von Klaus Großmann. In der Hochzeit hatte er 16 Ehrenämter zur selben Zeit. Heute übt er immer noch sechs davon aus. Im Herbst will Klaus Großmann sich ganz zur Ruhe setzen Schließlich werde er dann 73 und da sei es Zeit, kürzer zu treten, schmunzelt er. So ganz aufhören wird er wohl doch nicht. Hin und wieder will er noch Vorträge halten. Auch an seinen kleinen Leseheften wird er sicher weiter schreiben. Gerade bin ich bei Nummer 16. Diese Hefte, zum Beispiel eine Sammlung von Trinksprüchen für die Traditionsbrennerei, vertreibt er zum Druckkostenpreis in den vielen Vereinen, in denen er sich engagiert.
Mir ist nie langweilig. Eine Aussage, die man Klaus Großmann sofort abnimmt. Auch der Kreisvolkshochschule wird er sicher wieder einen Besuch abstatten. Schließlich überdauert seine Beziehung zur VHS inzwischen schon über vier Jahrzehnte. Damals, in den 60er Jahren, saß Klaus Großmann dort nicht als Dozent, sondern als Schüler – in seiner Berufsausbildung als Betriebselektriker.
Jessica Piper

