nnz-online

"Alt wie ein Baum..."

Dienstag, 08. Oktober 2002, 10:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Statistiken begleitet ja der inzwischen ebenso stereotype wie unqualifizierte Spruch: „Die Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe...“ man kennt das ja. nnz befasst sich nachfolgend mit einer Statistik, die demgegenüber eigentlich nur bestätigt, was auch so schon offensichtlich ist.


Es geht ums Alter. Und da steht Deutschland vor tiefgreifenden Veränderungen der Lebensverhältnisse. Die Ursache ist längst bekannt: die zunehmende Überalterung der Bevölkerung. Nach einer Jahresstatistik, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, werden in 20 Jahren auf 100 arbeitsfähige Menschen 54 im Alter von über 60 Jahren entfallen, in fünfzig Jahren wird dieses Verhältnis sogar bei 100 zu 70 liegen. Nun ist ja die Erkenntnis nicht neu, dass die Menschen immer älter werden.

Erstaunlich ist demgegenüber allerdings, dass die Politik bislang kaum auf die Veränderungen und die sich daraus immer deutlicher zeigenden Probleme reagiert. Abgesehen nämlich von der Rentenpolitik, bei der mit der Riester-Rente zumindest ein zaghafter Ansatz für die Lösung kommender Probleme geschaffen wurde, werden die Folgen der Bevölkerungsveränderung verdrängt. Die aber werden gewaltig sein.

Schon jetzt ist ein Arbeitskräftemangel ab dem Jahre 2010 vorauszusehen. Die weitere Umstrukturierung der Rente steht also schon jetzt fast gleichermaßen an wie die Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Bei der sich nun allerdings zunehmend abzeichnet, dass die bekannte Problematik älterer Arbeitnehmer im Berufsleben zunehmend auch die Manageretagen erreicht. nnz wird sich mit dieser speziellen Problematik noch in einen eigenen Beitrag befassen. Aber auch die ständige Fortbildung für die Mitarbeiter in allen Arbeitsbereichen und -ebenen gewinnt immer noch zunehmend an Bedeutung. Das so schon überlastete Gesundheitssystem wird weiter höhere Kosten für die medizinische Betreuung verkraften müssen, ohne dass eine Lösung in Sicht ist.

Mit ihrem steigenden Anteil wird die ältere Generation künftig auch die politisch einflussreichste Wählergruppe werden. Die Parteien werden es sich in einigen Jahren nicht mehr leisten können, Eingriffe zu Lasten der Älteren zu beschließen. Wer deshalb Reformen anstrebt, welche die Jungen nicht einseitig belasten, muss dies bald machen. Die Zeit drängt. Man sollte in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen die Weichen stellen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de