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Sonntag, 23. August 2009, 08:39 Uhr
Die Zeitungsnachshow beschäftigt sich heute mit Lesen und Schreiben, wieder mal Englisch, der Verkehrspolizei, mehr Licht und Schwitzen ... in der Sauna, im Schatten eines Kabinetts und bei der Schatzsuche.
Montag bis Freitag
beschäftigte sich die nnz-Redaktion (unter anderem) mit der Beantwortung einer schwierigen Frage: Kann man Schreiben lernen, bevor man Lesen kann? Pädagogen und der gesunde Menschenverstand sagten Nein dazu. Soweit die Theorie. Praktisch muss das aber wohl doch möglich sein. Wie ist sonst zu erklären, dass etliche Kommentatoren Kommentare einreichen, die manchmal gleich mehreren Punkten der AGB widersprechen?
Ohne Regeln kann man nicht mal zu dritt Skat spielen. Nun ist, was die nnz-Redaktion leistet, meist weit mehr als ein Kartenspiel. Die Regeln für das Zusammenwirken von Redaktion und Kommentatoren hat jeder registrierte Benutzer anerkannt.
Obwohl auch im Sport erprobte und faire Regeln gelten, weiß nicht nur der fußballverrückte, sondern auch jeder Gelegenheits-Zuschauer: Abseits ist, wenn der Linienrichter die Fahne hebt, Foulspiel wenn der Schiedsrichter pfeift. Beides sind Menschen und die können sich irren. Nicht umsonst fordern viele Fans, Spieler und Funktionäre heute den Videobeweis, den aber viele Fußballweise ablehnen. Ein bisschen weise scheinen diese Leute wirklich zu sein, denn – überlegen wir mal gemeinsam – wie viel weniger Diskussionen würde es in der Woche über Fußball geben, wenn am Wochenende alles zu 100 % gerecht zugegangen wäre?
Und außerdem: In der Kreisklasse müssten sich die Schiedsrichter dann auf das einzig vorhandene, verwackelte Digitalvideo des 90-jährigen Ur-Opa eines Spielers verlassen? Manchmal ist es schwierig, hundertprozentig gerecht sein zu wollen. Ist es nun gleiche Höhe oder Abseits, ist es ein Ausdrucksfehler oder eine Beleidigung? Trotzdem müssen die Regeln überall so bleiben, wie sie sind, sonst ist es nicht mehr Skat oder Fußball, was gespielt, nicht mehr nnz, was gelesen wird.
Montag
Einen neuen Abschluss bietet ab diesem Sommersemester die Fachhochschule Schmalkalden an. Interessierte Studenten der Masterstudiengänge haben die Möglichkeit, einen Dobbelabschluss in Meiningen und Kanada zu machen. An der Partneruniversität Lethbridge können die Studenten einen forschungsorientierten Master of Science belegen. Er stellt die Ergänzung zum Meininger Master of Arts dar., hieß es heute in der nnz.
An Bachelor, Master und Magister haben wir uns ja nun schon gewöhnt, fragt sich eigentlich nur, warum. An die Herausforderung meiner geringen Englischkenntnisse auch. Bei der Vokabel Dobbelabschluss versagten aber gleich alle Wörterbücher. Ist das nun kanadisches oder Meininger Englisch?
Dienstag
Rainer Rodekirchen, Direktkandidat der FDP Nordhausen für den Thüringer Landtag und stellvertretender Kreisvorsitzender würde es selbstverständlich begrüßen, wenn die Verkehrspolizei in Nordhausen bliebe. Das meint seit gestern auch Frau Rinke. Aber das kostet Wählerstimmen ohne Ende, Herr Rodekirchen, Frau Rinke. Soll ich mal die ganzen Bevölkerungsgruppen aufzählen, die die Verkehrspolizei nicht nur nach Leinefelde-Worbis, sondern mindestens zum Teufel schicken wollen?
Mittwoch
Neue Straßenlampen braucht die Stadt, meint Rainer Rodekirchen aus Kleinbodungen. Endlich mal eine konkrete Aussage im Wahlkampf. So hat das also die FDP gemeint, als sie schon zu Altmeister Genschers Zeiten sagte, den Bürgern soll ein Licht aufgehen.
Donnerstag
Schwitzen rund um die Uhr konnte man auch in diesem Jahr nach Abschluss der beiden Revisionswochen im Badehaus. 24-Stunden Sauna? Stimmt es also doch, was ich neulich im Gespräch zweier Touristen im Zentrum mithörte, nachdem sie sich durch die n-te Baustelle gehangelt hatten: Kommste nach Nordhausen, kannste alles abschwitzen. Das muss ich damals also vollkommen falsch verstanden haben.
Freitag
Vorgestellt wurde die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke als Favoritin für das Ressort Gesundheit und Soziales im Thüringer Landtag. Damit hat die Thüringer SPD ihr Schattenkabinett vervollständigt. Beendet wurde damit der Eiertanz der OB bei der Beantwortung der Frage, wohin nun mit ihrer Politik. Die Zukunft wird vielleicht zeigen, welche Kommentatoren jetzt Recht hatten. Sind es die, die erwarten, dass es in Thüringen nach der Wahl abwärts geht oder jene, die annehmen, dass es mit Nordhausen nun weiter aufwärts geht? Auch die Frage eines möglichen Nachfolgers muss ja nun mal diskutiert werden dürfen. Ich erinnere mich da an einen Bürgermeister, der mit stabilen Schülerzahlen an den Grund- und Regelschulen rechnet und dafür auch schon umfangreiche Vorkehrungen getroffen hat. So könnte doch vorerst wenigstens der Einwohnerverlust Nordhausens ausgeglichen werden.
Den Pseudo-Beginn für Bauarbeiten an der B 243n gab´s heute auch noch. Psst, die Jubelfeier an der Baustelle war doch nur ein Vorwand. In Wahrheit haben sich die Dame und die 4 Herren im Catering nur gestärkt, um nach der Abreise der Zuschauer weiter nach den erhofften verborgenen Schätzen graben zu können. Nicht für die Baukosten, die sind ja nun eingeplant. Aber seit der TÜV so pingelig ist und die Brückenpfeiler auf Zement im Beton untersucht, muss der Zement für die Datschen ja anderweitig beschafft werden.
Jürgen Wiethoff
Autor: nnzMontag bis Freitag
beschäftigte sich die nnz-Redaktion (unter anderem) mit der Beantwortung einer schwierigen Frage: Kann man Schreiben lernen, bevor man Lesen kann? Pädagogen und der gesunde Menschenverstand sagten Nein dazu. Soweit die Theorie. Praktisch muss das aber wohl doch möglich sein. Wie ist sonst zu erklären, dass etliche Kommentatoren Kommentare einreichen, die manchmal gleich mehreren Punkten der AGB widersprechen?
Ohne Regeln kann man nicht mal zu dritt Skat spielen. Nun ist, was die nnz-Redaktion leistet, meist weit mehr als ein Kartenspiel. Die Regeln für das Zusammenwirken von Redaktion und Kommentatoren hat jeder registrierte Benutzer anerkannt.
Obwohl auch im Sport erprobte und faire Regeln gelten, weiß nicht nur der fußballverrückte, sondern auch jeder Gelegenheits-Zuschauer: Abseits ist, wenn der Linienrichter die Fahne hebt, Foulspiel wenn der Schiedsrichter pfeift. Beides sind Menschen und die können sich irren. Nicht umsonst fordern viele Fans, Spieler und Funktionäre heute den Videobeweis, den aber viele Fußballweise ablehnen. Ein bisschen weise scheinen diese Leute wirklich zu sein, denn – überlegen wir mal gemeinsam – wie viel weniger Diskussionen würde es in der Woche über Fußball geben, wenn am Wochenende alles zu 100 % gerecht zugegangen wäre?
Und außerdem: In der Kreisklasse müssten sich die Schiedsrichter dann auf das einzig vorhandene, verwackelte Digitalvideo des 90-jährigen Ur-Opa eines Spielers verlassen? Manchmal ist es schwierig, hundertprozentig gerecht sein zu wollen. Ist es nun gleiche Höhe oder Abseits, ist es ein Ausdrucksfehler oder eine Beleidigung? Trotzdem müssen die Regeln überall so bleiben, wie sie sind, sonst ist es nicht mehr Skat oder Fußball, was gespielt, nicht mehr nnz, was gelesen wird.
Montag
Einen neuen Abschluss bietet ab diesem Sommersemester die Fachhochschule Schmalkalden an. Interessierte Studenten der Masterstudiengänge haben die Möglichkeit, einen Dobbelabschluss in Meiningen und Kanada zu machen. An der Partneruniversität Lethbridge können die Studenten einen forschungsorientierten Master of Science belegen. Er stellt die Ergänzung zum Meininger Master of Arts dar., hieß es heute in der nnz.
An Bachelor, Master und Magister haben wir uns ja nun schon gewöhnt, fragt sich eigentlich nur, warum. An die Herausforderung meiner geringen Englischkenntnisse auch. Bei der Vokabel Dobbelabschluss versagten aber gleich alle Wörterbücher. Ist das nun kanadisches oder Meininger Englisch?
Dienstag
Rainer Rodekirchen, Direktkandidat der FDP Nordhausen für den Thüringer Landtag und stellvertretender Kreisvorsitzender würde es selbstverständlich begrüßen, wenn die Verkehrspolizei in Nordhausen bliebe. Das meint seit gestern auch Frau Rinke. Aber das kostet Wählerstimmen ohne Ende, Herr Rodekirchen, Frau Rinke. Soll ich mal die ganzen Bevölkerungsgruppen aufzählen, die die Verkehrspolizei nicht nur nach Leinefelde-Worbis, sondern mindestens zum Teufel schicken wollen?
Mittwoch
Neue Straßenlampen braucht die Stadt, meint Rainer Rodekirchen aus Kleinbodungen. Endlich mal eine konkrete Aussage im Wahlkampf. So hat das also die FDP gemeint, als sie schon zu Altmeister Genschers Zeiten sagte, den Bürgern soll ein Licht aufgehen.
Donnerstag
Schwitzen rund um die Uhr konnte man auch in diesem Jahr nach Abschluss der beiden Revisionswochen im Badehaus. 24-Stunden Sauna? Stimmt es also doch, was ich neulich im Gespräch zweier Touristen im Zentrum mithörte, nachdem sie sich durch die n-te Baustelle gehangelt hatten: Kommste nach Nordhausen, kannste alles abschwitzen. Das muss ich damals also vollkommen falsch verstanden haben.
Freitag
Vorgestellt wurde die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke als Favoritin für das Ressort Gesundheit und Soziales im Thüringer Landtag. Damit hat die Thüringer SPD ihr Schattenkabinett vervollständigt. Beendet wurde damit der Eiertanz der OB bei der Beantwortung der Frage, wohin nun mit ihrer Politik. Die Zukunft wird vielleicht zeigen, welche Kommentatoren jetzt Recht hatten. Sind es die, die erwarten, dass es in Thüringen nach der Wahl abwärts geht oder jene, die annehmen, dass es mit Nordhausen nun weiter aufwärts geht? Auch die Frage eines möglichen Nachfolgers muss ja nun mal diskutiert werden dürfen. Ich erinnere mich da an einen Bürgermeister, der mit stabilen Schülerzahlen an den Grund- und Regelschulen rechnet und dafür auch schon umfangreiche Vorkehrungen getroffen hat. So könnte doch vorerst wenigstens der Einwohnerverlust Nordhausens ausgeglichen werden.
Den Pseudo-Beginn für Bauarbeiten an der B 243n gab´s heute auch noch. Psst, die Jubelfeier an der Baustelle war doch nur ein Vorwand. In Wahrheit haben sich die Dame und die 4 Herren im Catering nur gestärkt, um nach der Abreise der Zuschauer weiter nach den erhofften verborgenen Schätzen graben zu können. Nicht für die Baukosten, die sind ja nun eingeplant. Aber seit der TÜV so pingelig ist und die Brückenpfeiler auf Zement im Beton untersucht, muss der Zement für die Datschen ja anderweitig beschafft werden.
Jürgen Wiethoff
