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Was macht Wezel denn in Nordhausen?

Montag, 30. September 2002, 13:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Wezel gehört eigentlich nach Sondershausen. Was aber macht der Dichter heute in der Rolandstadt? Die Antwort hat die nnz.


Johann Karl Wezel, der große Dichter aus Sondershausen, wird heute Abend im historischen Landratsamt ab 18.00 Uhr vorgestellt. Frau Jost, Mitglied der Wezelgesellschaft in Sondershausen, wird über seine außergewöhnliche Persönlichkeit sprechen. Da sie selbst schriftstellerischen Ambitionen nachgeht, ist der Vortrag abwechslungsreich.

Im Sondershäuser Kirchenbuch steht über Johann Karl Wezel vermerkt: "Starb den 28. Januar nachts ein Viertel nach zwölf, den 30. Unter den Gottesacker, Herr Johann Carl Wezel, einer der vorzüglichsten Schriftsteller Deutschlands, geboren den 31. Oktober 1747. Alter 71 Jahre, 3 Monate weniger 2 Tage.“

Dieser Eintrag umreist in knapper Form das Leben dieses Dichters, Philosophen, Essayisten und Kritikers, der, gelobt und geschmäht, vergessen und im 20. Jh. wieder entdeckt wurde. Sein Dasein, besonders das der letzten drei Jahrzehnte, gibt manches Rätsel auf. Seine Werke schuf er vor allem in den Jahren 1737 - 1786, damals vorwiegend in Leipzig lebend. Danach zog er sich verbittert nach Sondershausen zurück, wo er ein sonderbares Leben führte.

Auf diese ungewöhnliche Dichterpersönlichkeit, den Zeitgenossen Goethes und Schillers, wird auch durch einen Wezel-Wanderweg zwischen Auleben und Sondershausen hingewiesen, der das große W des Familiennamen als Zeichen besitzt. Wezel kannte sich in der Landschaft der Windleite ausgezeichnet aus. Darüber wird auch während der 7. Umweltfesttage am 11.10.2002 von 8.25 Uhr bis 9.10 Uhr in der Geschwister-Scholl-Schule in Heringen hingewiesen. Schüler und Erwachsene lernen dabei Wezel als einen genauen Kenner der Landschaft in unserer Region kennen.

Es lohnt sich also, diesen Dichter, der nichts Verstaubtes an sich hat, für sich zu entdecken. Der Montag, 30.09.2002, und Freitag, der 11.10.2002, geben dafür Gelegenheit.
Autor: nnz

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