Die Schwelle gemeinsam nehmen
Samstag, 01. August 2009, 14:27 Uhr
Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) hat die Unternehmen des Freistaates aufgefordert, möglichst viele Lehrlinge nach der Ausbildung in ein Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen. Zwar habe sich auf dem Ausbildungsstellenmarkt die Situation entspannt, aber...
Wir müssen aber aufpassen, dass in der Wirtschaftskrise die ‚zweite Schwelle’ zum Arbeitsmarkt nicht zum unüberwindlichen Hindernis für viele Berufsanfänger wird, so der Politiker. Rund 16.000 Lehrlinge werden in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden.
Reinholz wies darauf hin, dass die Thüringer Wirtschaft ihre Übernahmequote in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert habe – allein von 2007 zu 2008 von 37 auf 57 Prozent. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Im Schnitt der neuen Länder lag die Übernahmequote im vergangenen Jahr dagegen bei 47 Prozent. Die Unternehmen sollten alles daran setzen, diese hohe Quote in der Krise zumindest zu halten und ausgebildete junge Fachkräfte nicht einfach in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, sagte Reinholz.
Nicht nur hätten die Betriebe dann die Ausbildungskosten umsonst investiert: Die Leute fehlen auch, wenn der Aufschwung kommt und der Bedarf an Fachkräften in den kommenden Jahren wieder steigt. Daher werde es sich nach seiner Überzeugung in vielen Fällen rechnen, selbst ausgebildetes Personal zu halten, statt später neue Fachkräfte zu suchen. Laut der Fachkräftestudie des Thüringer Wirtschaftsministeriums werden in der Thüringer Wirtschaft bis 2015 rund 80.000 Fachkräfte zusätzlich benötigt.
Zufrieden zeigte sich Reinholz mit der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Viele Unternehmen haben trotz der Krise ihre Ausbildungsbereitschaft aufrechterhalten und jungen Menschen eine berufliche Perspektive gegeben. Die Kosten für die Ausbildung eines Lehrlings lag nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Bonn, im Jahr 2007 bei durchschnittlich 15.288 Euro pro Jahr.
Trotzdem haben in Thüringen bereits 43 Prozent der Lehrstellenbewerber eine Zusage für einen Ausbildungsplatz erhalten, so der Minister. Damit belege Thüringen bundesweit Rang 2 nach Bayern. Auch das Verhältnis zwischen Lehrstellenangebot und -nachfrage hat sich deutlich verbessert. Kamen 2007 auf 100 Bewerber 48 Lehrstellen, beträgt dieses Verhältnis jetzt 100 zu 82.
Autor: nnz/knWir müssen aber aufpassen, dass in der Wirtschaftskrise die ‚zweite Schwelle’ zum Arbeitsmarkt nicht zum unüberwindlichen Hindernis für viele Berufsanfänger wird, so der Politiker. Rund 16.000 Lehrlinge werden in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden.
Reinholz wies darauf hin, dass die Thüringer Wirtschaft ihre Übernahmequote in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert habe – allein von 2007 zu 2008 von 37 auf 57 Prozent. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Im Schnitt der neuen Länder lag die Übernahmequote im vergangenen Jahr dagegen bei 47 Prozent. Die Unternehmen sollten alles daran setzen, diese hohe Quote in der Krise zumindest zu halten und ausgebildete junge Fachkräfte nicht einfach in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, sagte Reinholz.
Nicht nur hätten die Betriebe dann die Ausbildungskosten umsonst investiert: Die Leute fehlen auch, wenn der Aufschwung kommt und der Bedarf an Fachkräften in den kommenden Jahren wieder steigt. Daher werde es sich nach seiner Überzeugung in vielen Fällen rechnen, selbst ausgebildetes Personal zu halten, statt später neue Fachkräfte zu suchen. Laut der Fachkräftestudie des Thüringer Wirtschaftsministeriums werden in der Thüringer Wirtschaft bis 2015 rund 80.000 Fachkräfte zusätzlich benötigt.
Zufrieden zeigte sich Reinholz mit der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Viele Unternehmen haben trotz der Krise ihre Ausbildungsbereitschaft aufrechterhalten und jungen Menschen eine berufliche Perspektive gegeben. Die Kosten für die Ausbildung eines Lehrlings lag nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Bonn, im Jahr 2007 bei durchschnittlich 15.288 Euro pro Jahr.
Trotzdem haben in Thüringen bereits 43 Prozent der Lehrstellenbewerber eine Zusage für einen Ausbildungsplatz erhalten, so der Minister. Damit belege Thüringen bundesweit Rang 2 nach Bayern. Auch das Verhältnis zwischen Lehrstellenangebot und -nachfrage hat sich deutlich verbessert. Kamen 2007 auf 100 Bewerber 48 Lehrstellen, beträgt dieses Verhältnis jetzt 100 zu 82.
