nnz-Forum: Spannungsfeld
Sonntag, 26. Juli 2009, 16:45 Uhr
Nach der Veröffentlichung einer Untersuchung des Wirtschaftsausschusses des Nordhäuser Kreistages zur touristischen Situation kommt hier das Statement eines Ex-Mitgliedes des Kreistages...
Kaum verantwortbar, wenn mangelhafte Weitsicht und politische Zweifel als Ursachen für die oft zu geringe Wertschätzung des Tourismus durch Stadt und Landkreis Nordhausen ausgemacht würden. Die Ursachenforschung aktueller Tourismusentwicklung wird blockiert durch den vorrangigen Blick auf die sehr unscharfen Übernachtungszahlen. Entwicklung von Attraktionen, ihre Verknüpfung untereinander bis hin zu Nachbarregionen spielten für notwendige Bewertungen kaum eine Rolle.
Ist das etwa gewollt, oder sogar Methode, um den Konflikt mit dem landschaftszerstörenden Gipsabbau unter der Decke zu halten? Tourismus als möglicher Wirtschaftsfaktor in unserer Region – wann wurde dazu eine aussagefähige Analyse vorgelegt? Selbst herausragende Einzelbeispiele, so in der Aue und Giskarst des Landkreises verdienen mehr Öffentlichkeit und Förderung. Man kann es sich gerade aus der Sicht aktueller Wirtschaftsentwicklung nicht mehr leisten, eine so reich an Landschaftsgestaltung, Kultur und Geschichte ausgestattete Landschaft dem touristischen Zufall zu überlassen.
Politischer Wille hat sich an aktuellen und zukünftigen Notwendigkeiten zu messen. Bildung, Erholung und Kulturgenuss für alle Bürger haben in unserer Gesellschaft einen höheren Wert als politischer Lobbyismus für solchen Gipsabbau, der seinen Landschaftsverbrauch auch noch als Geschenk verbuchen darf.
Warum verdrängen die Sekundanten der sich weiter ausbreitenden Tagebaue die Gefahren der Bergbaufolgelandschaften in Karstregionen sowohl für einheimische Bürger, Touristen und besonders unsere Kinder? Auch der fragwürdige Einwand, zur dortigen Sicherung von knapp 100 Arbeitskräften in Abbau und Verarbeitung von Gipskarst lässt sich nur noch solang durchhalten, wie die touristische Entwicklung an der kurzen Leine gehalten wird, somit kaum Arbeitsplätze im Tourismus geschaffen wurden.
Auch die Planer des Industriegebietes Goldene Aue sind überzeugt von der Schaffung moderner Arbeitsplätze an ihrem Standort, die gerade bei einer Reduzierung des Gipsabbaus benötigt werden könnten.Geburtenrückgang und Abwanderung erzwingen perspektivisch vermehrt den Einsatz von Beschäftigten in Stadt und Landkreis Nordhausen.
Der Wirtschaftszweig Tourismus benötigt für seine Expansion Spezialisten, wie sie z.B. an der Fachhochschule in Wenigerode ausgebildet werden, aber in das Nordhäuser Land bislang kaum vordringen konnten. Für die Oberbürgermeisterin und den Landrat insgesamt ein Anlass zu neuen Ideen der weiteren Ausgestaltung unseres Territoriums.
Dr. Horst Kox, Sollstedt
Kaum verantwortbar, wenn mangelhafte Weitsicht und politische Zweifel als Ursachen für die oft zu geringe Wertschätzung des Tourismus durch Stadt und Landkreis Nordhausen ausgemacht würden. Die Ursachenforschung aktueller Tourismusentwicklung wird blockiert durch den vorrangigen Blick auf die sehr unscharfen Übernachtungszahlen. Entwicklung von Attraktionen, ihre Verknüpfung untereinander bis hin zu Nachbarregionen spielten für notwendige Bewertungen kaum eine Rolle.
Ist das etwa gewollt, oder sogar Methode, um den Konflikt mit dem landschaftszerstörenden Gipsabbau unter der Decke zu halten? Tourismus als möglicher Wirtschaftsfaktor in unserer Region – wann wurde dazu eine aussagefähige Analyse vorgelegt? Selbst herausragende Einzelbeispiele, so in der Aue und Giskarst des Landkreises verdienen mehr Öffentlichkeit und Förderung. Man kann es sich gerade aus der Sicht aktueller Wirtschaftsentwicklung nicht mehr leisten, eine so reich an Landschaftsgestaltung, Kultur und Geschichte ausgestattete Landschaft dem touristischen Zufall zu überlassen.
Politischer Wille hat sich an aktuellen und zukünftigen Notwendigkeiten zu messen. Bildung, Erholung und Kulturgenuss für alle Bürger haben in unserer Gesellschaft einen höheren Wert als politischer Lobbyismus für solchen Gipsabbau, der seinen Landschaftsverbrauch auch noch als Geschenk verbuchen darf.
Warum verdrängen die Sekundanten der sich weiter ausbreitenden Tagebaue die Gefahren der Bergbaufolgelandschaften in Karstregionen sowohl für einheimische Bürger, Touristen und besonders unsere Kinder? Auch der fragwürdige Einwand, zur dortigen Sicherung von knapp 100 Arbeitskräften in Abbau und Verarbeitung von Gipskarst lässt sich nur noch solang durchhalten, wie die touristische Entwicklung an der kurzen Leine gehalten wird, somit kaum Arbeitsplätze im Tourismus geschaffen wurden.
Auch die Planer des Industriegebietes Goldene Aue sind überzeugt von der Schaffung moderner Arbeitsplätze an ihrem Standort, die gerade bei einer Reduzierung des Gipsabbaus benötigt werden könnten.Geburtenrückgang und Abwanderung erzwingen perspektivisch vermehrt den Einsatz von Beschäftigten in Stadt und Landkreis Nordhausen.
Der Wirtschaftszweig Tourismus benötigt für seine Expansion Spezialisten, wie sie z.B. an der Fachhochschule in Wenigerode ausgebildet werden, aber in das Nordhäuser Land bislang kaum vordringen konnten. Für die Oberbürgermeisterin und den Landrat insgesamt ein Anlass zu neuen Ideen der weiteren Ausgestaltung unseres Territoriums.
Dr. Horst Kox, Sollstedt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
