Frauen gegen Hartz?
Dienstag, 24. September 2002, 10:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) verfolgt aufmerksam die Pläne zur Umsetzung des Reformkonzepts der Hartz-Kommission. Wesentliche Elemente des Konzepts geben Anlass für große Zweifel. Mehr dazu in der nnz.
In den vergangenen 20 Jahren seit Einrichtung der ersten Frauenbüros in der Bundesrepublik hat es kaum ein gleichstellungspolitisch rückschrittlicheres Papier auf höchster Ebene gegeben. Der Geist des Berichtes ist geprägt vom Familienmodell der 50er Jahre mit der zugewiesenen Rolle - Frauen an Heim und Herd - und dem Mann als Ernährer und Erwerbstätigen.
Die für Frauen - als der Hälfte der Bevölkerung - wesentlichste Problematik des geschlechtsspezifisch segregierten Arbeitsmarkts wird sowohl in der Analyse als auch bei den Vorschlägen im Detail nur oberflächlich gestreift. Die Berichterstatter beschreiben in ihren Beispielen Lebenswelten, die dem Frauen- und Familienbild im Jahre 2002 völlig widersprechen und sich fern von realen Arbeits- und Lebensbedingungen bewegen. Es ist völlig unverständlich, dass der Bericht keine gleichstellungspolitisch innovativen Konzepte zur Verbesserung der Chancen von Frauen und Mädchen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt enthält.
Die kommunalen Frauenbeauftragten erwarten von der Bundesregierung, dass bei der Umsetzung der einzelnen Bausteine in konkrete Politik und gesetzliche Vorschriften dem verfassungsmäßigen Auftrag zur Herstellung von gesellschaftlicher Geschlechtergerechtigkeit Rechnung getragen wird. Die Kommission fordert eine Allianz der Profis. 2000 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind dazu bereit, als Profis der Nation an geschlechtergerechten Lösungen für den Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und nicht zuletzt den damit verbundenen Entlastungen für die Kommunen mitzuwirken. Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) fordert für die Neugestaltung der Arbeitsmarktpolitik:
Gender Mainstreaming und daraus folgend konsequente Frauenförderung in allen Arbeitsmarktprogrammen
Abschaffung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse
Schaffung existenzsichernder Arbeitsplätze
Förderung des Lebenslangen Lernens
Schaffung eines Frauenfördergesetzes für die Privatwirtschaft
Eigenständige steuerliche Behandlung und soziale Sicherung für Ehefrauen
Flächendeckende ganztägige Kinderbetreuungsangebote für alle Altersgruppen Wiederaufnahme der Diskussion um allgemeine Arbeitszeitverkürzung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros (BAG) ist das nationale Netzwerk der über 1.900 hauptamtlichen, kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands. Die BAG vertritt die Interessen von Frauen auf Bundesebene, schafft ein bundesweites Forum für frauenpolitische Diskussionen, sichert den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss innerhalb des Kolleginnenkreises und klärt Fragen des eigenen Berufsstandes.
Mehr Informationen erhalten Sie im Internet unter BAG . Hier finden Sie unter dem Menüpunkt BAG-Aktuell einen Download unserer Presseinformation.
Autor: nnzIn den vergangenen 20 Jahren seit Einrichtung der ersten Frauenbüros in der Bundesrepublik hat es kaum ein gleichstellungspolitisch rückschrittlicheres Papier auf höchster Ebene gegeben. Der Geist des Berichtes ist geprägt vom Familienmodell der 50er Jahre mit der zugewiesenen Rolle - Frauen an Heim und Herd - und dem Mann als Ernährer und Erwerbstätigen.
Die für Frauen - als der Hälfte der Bevölkerung - wesentlichste Problematik des geschlechtsspezifisch segregierten Arbeitsmarkts wird sowohl in der Analyse als auch bei den Vorschlägen im Detail nur oberflächlich gestreift. Die Berichterstatter beschreiben in ihren Beispielen Lebenswelten, die dem Frauen- und Familienbild im Jahre 2002 völlig widersprechen und sich fern von realen Arbeits- und Lebensbedingungen bewegen. Es ist völlig unverständlich, dass der Bericht keine gleichstellungspolitisch innovativen Konzepte zur Verbesserung der Chancen von Frauen und Mädchen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt enthält.
Die kommunalen Frauenbeauftragten erwarten von der Bundesregierung, dass bei der Umsetzung der einzelnen Bausteine in konkrete Politik und gesetzliche Vorschriften dem verfassungsmäßigen Auftrag zur Herstellung von gesellschaftlicher Geschlechtergerechtigkeit Rechnung getragen wird. Die Kommission fordert eine Allianz der Profis. 2000 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind dazu bereit, als Profis der Nation an geschlechtergerechten Lösungen für den Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und nicht zuletzt den damit verbundenen Entlastungen für die Kommunen mitzuwirken. Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) fordert für die Neugestaltung der Arbeitsmarktpolitik:
Gender Mainstreaming und daraus folgend konsequente Frauenförderung in allen Arbeitsmarktprogrammen
Abschaffung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse
Schaffung existenzsichernder Arbeitsplätze
Förderung des Lebenslangen Lernens
Schaffung eines Frauenfördergesetzes für die Privatwirtschaft
Eigenständige steuerliche Behandlung und soziale Sicherung für Ehefrauen
Flächendeckende ganztägige Kinderbetreuungsangebote für alle Altersgruppen Wiederaufnahme der Diskussion um allgemeine Arbeitszeitverkürzung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros (BAG) ist das nationale Netzwerk der über 1.900 hauptamtlichen, kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands. Die BAG vertritt die Interessen von Frauen auf Bundesebene, schafft ein bundesweites Forum für frauenpolitische Diskussionen, sichert den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss innerhalb des Kolleginnenkreises und klärt Fragen des eigenen Berufsstandes.
Mehr Informationen erhalten Sie im Internet unter BAG . Hier finden Sie unter dem Menüpunkt BAG-Aktuell einen Download unserer Presseinformation.
