Künstler wiederentdeckt
Montag, 23. September 2002, 13:32 Uhr
Nordhausen/Heringen (nnz). Kennen Sie Hermann Hendrich? Wenn nicht, dann sollten Sie jetzt in der nnz weiterlesen. Vielleicht ist seine Kunst genau das Richtige für Sie.
Während der 7. Umweltfesttage vom 9. bis 12. Oktober 2002, die unter dem Motto stehen "Heimat erleben - Kultur und Natur mit Herz und Sinnen auf der Spur" wird auch eine Künstlerpersönlichkeit ins Blickfeld gerückt, die am 31. Oktober 1854 in Heringen geboren wurde, Hermann Hendrich. Eine Tafel am Geburtshaus, Straße der Einheit 22, erinnert daran. Sie wurde anlässlich seines 70. Geburtstages vom Magistrat der Stadt Heringen angebracht. Hendrich starb 1931 in Schreiberhau.
Es verwundert, dass in dem Goldene-Aue-Städtchen kein Straßennamen an den Mann erinnert, der seinen Geburtsort in die Kunstwelt trug und zu Lebzeiten große Aufmerksamkeit vor allem mit seinen Ölgemälden und Aquarellen erregte. In Berlin, einem Ort, wo Hendrich auch wirkte, erinnert der Hendrichplatz an ihn, auf den die Heringer Straße mündet. Deshalb erschien es den Organisatoren der 7. Umweltfesttage richtig und wichtig, diese Persönlichkeit unserer Region am 11.10.2002 in der Geschwister-Scholl-Schule in Heringen den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Erwachsenen, wieder nahe zu bringen, denn seine Kunstwerke, von denen viele im Stadtarchiv in Thale aufbewahrt werden, verdienen nach wie vor oder jetzt wieder Aufmerksamkeit.
Hendrichs Witwe hatte 1938 einen Teil des künstlerischen Nachlasses dem Harzstädtchen Thale vermacht, denn oberhalb der Kleinstadt hatte Hendrich auf dem Hexentanzplatz 1901 die Gelegenheit erhalten, für 5 seiner großen Ölgemälde, die Szenen aus der Walpurgisnacht des Goethedramas "Faust I" vom Standpunkt eines bildenden Künstlers zeigen, ein Haus zu bauen, die Walpurgishalle. Hendrich selbst äußerte 1921 über diese Halle mit seinen Kunstwerken: "Der Höhepunkt meiner Lebens- und Schaffensfreudigkeit gipfelte wohl in der Einweihung und Eröffnung der Walpurgishalle durch Staatsminister von Bötticher ... Die phantastische Goethesche Walpurgis-Dichtung, welche ich schon als Junge auswendig kannte sowie die heimatliche Natur begeisterten mich zu dieser Bilderfolge (Fotos).
Hendrichs Ölgemälde bestechen in der Komposition und in der Farbe. Besonders letztere strahlt von den Gemälden, die sich in Thale im Nachlass befinden und von denen einige am 11.10.2002 in Heringen zu sehen sind. In der Broschüre: "Unsere Landschaft in der deutschen Kunst ...", 1923 von Wilhelm Kolbe in Bleicherode herausgegeben, heißt es: " ... so läßt Hendrich die deutsche Gebirgslandschaft unter seinem Pinsel in Farbenduft und Farbenfluten erglühen ... Es ist eine tiefe Liebe zur deutschen Heimat, die ihn hier mit feurigen Zungen reden heißt; er ist nicht umsonst in der einsamen Waldmühle bei Nordhausen (Kleinfurra, d. A.) aufgewachsen mit den Märchen und Sagen ... Vor allen Dingen sind es die beiden Jahreszeiten, in denen die deutsche Landschaft ihre farbigsten Gewande antut, sind es Frühling und Herbst, die ihn immer wieder von Neuem anziehen ... Und zwischendurch zieht es ihn dann wieder über das Meer, nach Nordland, an die sagenumsponnene Insel Bornholm, deren klippenreiche Gestade und stillen Felsbuchten die grüne Meeresflut mit geheimnisvollen Glanz umspült."
Als Hermann Hendrich der Stadt Nordhausen 1927 zum 1000-jährigen Jubiläum gratulierte, erinnerte er sich an die große Ausstellung seiner Bilder 1910/1911 im Stadthaus Nordhausen, wo damals der Nordhäuser Kunstverein in den Räumen, wo jetzt die Oberbürgermeisterin ihr Domizil hat, beachtenswerte Kunstausstellungen veranstaltete. In den Jahrbüchern des Landkreises Nordhausen von 1995 und von 1999 erfährt man mehr über Hermann Hendrich, sein Leben und seine Themen. Seine Bildtitel heißen z. B.: "Frau Holle kommt aus dem Berg", "Hexenküche", "Parsival als Frühlingsbote", "Sterbender Tristan", "Tannhäuser als Pilger", "Begegnung Siegfrieds mit dem Drachen", "Die schlafende Brunhilde", "Herbstlandschaft in der Abendsonne", "Aufziehendes Gewitter über der Roßtrappe", "Waldinneres" u.v.a. Wer Interesse an dieser Künstlerpersönlichkeit hat, ist für den 11.10.2002 um 9.15 Uhr bis 10.00 Uhr herzlich in die Geschwister-Scholl-Schule in Heringen eingeladen.
Autor: nnzWährend der 7. Umweltfesttage vom 9. bis 12. Oktober 2002, die unter dem Motto stehen "Heimat erleben - Kultur und Natur mit Herz und Sinnen auf der Spur" wird auch eine Künstlerpersönlichkeit ins Blickfeld gerückt, die am 31. Oktober 1854 in Heringen geboren wurde, Hermann Hendrich. Eine Tafel am Geburtshaus, Straße der Einheit 22, erinnert daran. Sie wurde anlässlich seines 70. Geburtstages vom Magistrat der Stadt Heringen angebracht. Hendrich starb 1931 in Schreiberhau.
Es verwundert, dass in dem Goldene-Aue-Städtchen kein Straßennamen an den Mann erinnert, der seinen Geburtsort in die Kunstwelt trug und zu Lebzeiten große Aufmerksamkeit vor allem mit seinen Ölgemälden und Aquarellen erregte. In Berlin, einem Ort, wo Hendrich auch wirkte, erinnert der Hendrichplatz an ihn, auf den die Heringer Straße mündet. Deshalb erschien es den Organisatoren der 7. Umweltfesttage richtig und wichtig, diese Persönlichkeit unserer Region am 11.10.2002 in der Geschwister-Scholl-Schule in Heringen den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Erwachsenen, wieder nahe zu bringen, denn seine Kunstwerke, von denen viele im Stadtarchiv in Thale aufbewahrt werden, verdienen nach wie vor oder jetzt wieder Aufmerksamkeit.
Hendrichs Witwe hatte 1938 einen Teil des künstlerischen Nachlasses dem Harzstädtchen Thale vermacht, denn oberhalb der Kleinstadt hatte Hendrich auf dem Hexentanzplatz 1901 die Gelegenheit erhalten, für 5 seiner großen Ölgemälde, die Szenen aus der Walpurgisnacht des Goethedramas "Faust I" vom Standpunkt eines bildenden Künstlers zeigen, ein Haus zu bauen, die Walpurgishalle. Hendrich selbst äußerte 1921 über diese Halle mit seinen Kunstwerken: "Der Höhepunkt meiner Lebens- und Schaffensfreudigkeit gipfelte wohl in der Einweihung und Eröffnung der Walpurgishalle durch Staatsminister von Bötticher ... Die phantastische Goethesche Walpurgis-Dichtung, welche ich schon als Junge auswendig kannte sowie die heimatliche Natur begeisterten mich zu dieser Bilderfolge (Fotos).
Hendrichs Ölgemälde bestechen in der Komposition und in der Farbe. Besonders letztere strahlt von den Gemälden, die sich in Thale im Nachlass befinden und von denen einige am 11.10.2002 in Heringen zu sehen sind. In der Broschüre: "Unsere Landschaft in der deutschen Kunst ...", 1923 von Wilhelm Kolbe in Bleicherode herausgegeben, heißt es: " ... so läßt Hendrich die deutsche Gebirgslandschaft unter seinem Pinsel in Farbenduft und Farbenfluten erglühen ... Es ist eine tiefe Liebe zur deutschen Heimat, die ihn hier mit feurigen Zungen reden heißt; er ist nicht umsonst in der einsamen Waldmühle bei Nordhausen (Kleinfurra, d. A.) aufgewachsen mit den Märchen und Sagen ... Vor allen Dingen sind es die beiden Jahreszeiten, in denen die deutsche Landschaft ihre farbigsten Gewande antut, sind es Frühling und Herbst, die ihn immer wieder von Neuem anziehen ... Und zwischendurch zieht es ihn dann wieder über das Meer, nach Nordland, an die sagenumsponnene Insel Bornholm, deren klippenreiche Gestade und stillen Felsbuchten die grüne Meeresflut mit geheimnisvollen Glanz umspült."
Als Hermann Hendrich der Stadt Nordhausen 1927 zum 1000-jährigen Jubiläum gratulierte, erinnerte er sich an die große Ausstellung seiner Bilder 1910/1911 im Stadthaus Nordhausen, wo damals der Nordhäuser Kunstverein in den Räumen, wo jetzt die Oberbürgermeisterin ihr Domizil hat, beachtenswerte Kunstausstellungen veranstaltete. In den Jahrbüchern des Landkreises Nordhausen von 1995 und von 1999 erfährt man mehr über Hermann Hendrich, sein Leben und seine Themen. Seine Bildtitel heißen z. B.: "Frau Holle kommt aus dem Berg", "Hexenküche", "Parsival als Frühlingsbote", "Sterbender Tristan", "Tannhäuser als Pilger", "Begegnung Siegfrieds mit dem Drachen", "Die schlafende Brunhilde", "Herbstlandschaft in der Abendsonne", "Aufziehendes Gewitter über der Roßtrappe", "Waldinneres" u.v.a. Wer Interesse an dieser Künstlerpersönlichkeit hat, ist für den 11.10.2002 um 9.15 Uhr bis 10.00 Uhr herzlich in die Geschwister-Scholl-Schule in Heringen eingeladen.
