Beschämend
Montag, 06. Juli 2009, 07:18 Uhr
Die bahntechnische Infrastruktur im Bereich des Nordhäuser Bahnhofs verkomme immer mehr. Zu dieser Einschätzung gelangt die Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz. Hier die Einzelheiten...
Während zwischen Halle und Nordhausen sowie Nordhausen und Eichenberg endlich etwas getan wird, um dem ständigen Verfall der Infrastruktur Einhalt zu gebieten, droht diese im Bahnhof Nordhausen selbst endgültig zu zerfallen. Jüngstes Indiz: Züge aus Richtung Northeim dürfen ab Höhe der neuen Brücke über die B 80 bis zum Bahnsteig wegen völlig maroder Weichen und Schienen nur noch mit 10 km/h "ausrollen".
Den Fahrgästen werden 1-2 Verspätungsminuten zugemutet. In der Gegenrichtung können Fußgänger bis zum Bahnsteigende mühelos mit ausfahrenden Zügen konkurrieren, denn auch hier sind nur mehr 10 km/h erlaubt.
Seit Jahren durfte in diesem Bereich nur noch mit 20 km/h gefahren werden. Geschehen ist nichts. Kein Meter Gleis und keine einzige Weiche wurde auf Vordermann gebracht. Das Resultat ist eine abermalige Absenkung der Geschwindigkeit. "Immerhin ist noch etwas Geld für neue Schilder in der Kasse, das lässt hoffen" gibt man sich bei der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz", wo man sich seit mehr als 10 Jahren für den Erhalt und die Substanzverbesserung der Südharzstrecke einsetzt, sarkastisch. Und schlägt zugleich die ganz große Alarmglocke, denn "von Tempo 10 zu Tempo null ist es nur mehr ein kleiner Schritt" - und damit könnten keine Züge mehr nach und von Northeim verkehren.
Im anschließenden Streckenbereich des "Harz-Weser-Netzes" wird seit Jahren gebaut, um die Infrastruktur zwischen Nordhausen und Northeim zu erhalten und zu verbessern. Der Zuständigkeitsbereich dieses regionalen Netzes endet allerdings unmittelbar vor dem Nordhäuser Bahnhof. Für diesen ist nach wie vor die Niederlassung Netz Südost mit Sitz in Leipzig verantwortlich, und diese ist nach Auffassung der Initiative "durchaus bekannt dafür, dass sie so wenig wie möglich für ihre Infrastruktur tut und lieber Stilllegungen von Gleisen und Strecken vornimmt". So bedurfte es erheblicher Anstrengungen, um endlich entscheidende Schritte zur Sanierung der Halle - Kasseler Bahn einzuleiten. Dort bestanden Langsamfahrabschnitte wie in Wallhausen mit 30 km/h nunmehr fast 20 Jahre lang.
"Höchste Eisenbahn" hat bereits Bundestagsabgeordnete von dieser extremen Vernachlässigung der Infrastruktur in Kenntnis gesetzt (das Netz verbleibt auch bei der nächsten Bahnreform beim Bund und wird von der DB nur treuhänderisch verwaltet, mithin wird an dieser Stelle Bundeseigentum vernichtet) und auch die Landesnahverkehrsgesellschaften in Thüringen und Niedersachsen über dieses neuerliche Hindernis bei der Weiterentwicklung des Südharzer Fahrplans informiert. Ziel ist es, die DB zur umgehenden Beseitigung dieses Langsamfahrabschnitts zu bewegen.
Michael Reinboth
Autor: nnzWährend zwischen Halle und Nordhausen sowie Nordhausen und Eichenberg endlich etwas getan wird, um dem ständigen Verfall der Infrastruktur Einhalt zu gebieten, droht diese im Bahnhof Nordhausen selbst endgültig zu zerfallen. Jüngstes Indiz: Züge aus Richtung Northeim dürfen ab Höhe der neuen Brücke über die B 80 bis zum Bahnsteig wegen völlig maroder Weichen und Schienen nur noch mit 10 km/h "ausrollen".
Den Fahrgästen werden 1-2 Verspätungsminuten zugemutet. In der Gegenrichtung können Fußgänger bis zum Bahnsteigende mühelos mit ausfahrenden Zügen konkurrieren, denn auch hier sind nur mehr 10 km/h erlaubt.
Seit Jahren durfte in diesem Bereich nur noch mit 20 km/h gefahren werden. Geschehen ist nichts. Kein Meter Gleis und keine einzige Weiche wurde auf Vordermann gebracht. Das Resultat ist eine abermalige Absenkung der Geschwindigkeit. "Immerhin ist noch etwas Geld für neue Schilder in der Kasse, das lässt hoffen" gibt man sich bei der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz", wo man sich seit mehr als 10 Jahren für den Erhalt und die Substanzverbesserung der Südharzstrecke einsetzt, sarkastisch. Und schlägt zugleich die ganz große Alarmglocke, denn "von Tempo 10 zu Tempo null ist es nur mehr ein kleiner Schritt" - und damit könnten keine Züge mehr nach und von Northeim verkehren.
Im anschließenden Streckenbereich des "Harz-Weser-Netzes" wird seit Jahren gebaut, um die Infrastruktur zwischen Nordhausen und Northeim zu erhalten und zu verbessern. Der Zuständigkeitsbereich dieses regionalen Netzes endet allerdings unmittelbar vor dem Nordhäuser Bahnhof. Für diesen ist nach wie vor die Niederlassung Netz Südost mit Sitz in Leipzig verantwortlich, und diese ist nach Auffassung der Initiative "durchaus bekannt dafür, dass sie so wenig wie möglich für ihre Infrastruktur tut und lieber Stilllegungen von Gleisen und Strecken vornimmt". So bedurfte es erheblicher Anstrengungen, um endlich entscheidende Schritte zur Sanierung der Halle - Kasseler Bahn einzuleiten. Dort bestanden Langsamfahrabschnitte wie in Wallhausen mit 30 km/h nunmehr fast 20 Jahre lang.
"Höchste Eisenbahn" hat bereits Bundestagsabgeordnete von dieser extremen Vernachlässigung der Infrastruktur in Kenntnis gesetzt (das Netz verbleibt auch bei der nächsten Bahnreform beim Bund und wird von der DB nur treuhänderisch verwaltet, mithin wird an dieser Stelle Bundeseigentum vernichtet) und auch die Landesnahverkehrsgesellschaften in Thüringen und Niedersachsen über dieses neuerliche Hindernis bei der Weiterentwicklung des Südharzer Fahrplans informiert. Ziel ist es, die DB zur umgehenden Beseitigung dieses Langsamfahrabschnitts zu bewegen.
Michael Reinboth
