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Erfolgreiche Premiere

Samstag, 04. Juli 2009, 02:22 Uhr
Bei den Schlossfestspielen Sondershausen 2009 gab es gestern eine glanzvolle Premiere. Gespielt worden war Ralph Benatzkys "Im Weißen Rössl"...

Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Um es kurz zu machen. Viele Gäste klatschen am Ende nicht nur, sondern gaben stehend Ovationen, und brachten das zum Ausdruck, was man auch hinterher in vielen Gesprächen vernehmen konnte. Es war ein sehr schöne Premiere und alle Akteure, ob vor oder hinter der Bühne, hatten diesen Applaus verdient. Mit eingeschlossen, wenn auch nur in den Auswirkungen zu sehen, die Feuerwerker, die am Ende einer wirklich glanzvollen Premierenvorstellung mit einem prachtvollen Feuerwerk dem Ganzen die Krone aufsetzten.

Die Grundkonzeption, überwiegend mit talentierten Nachwuchskräften zu arbeiten, die sich aber bereits erste wichtige Sporen verdient hatten, ist wieder voll aufgegangen. Mit dem Stück "Im Weißen Rössl" hatte man sich auch ein Stück ausgesucht, das von der Musik her schon ins Blut ging.

Da gab es öfter mal Szenenapplaus und vor Begeisterung wurde mit den Füßen getrampelt. Und auch das Publikum ging mit, wenn Sprüche kamen, wie: "Ich bin ein Rechtsanwalt, aber ehrlich" (großes Gelächter). Sehr gut kam an, dass die Sänger auch mal hautnah von der Tribüne kamen, und dort schon ihr Spiel begannen. Kleiner Wermutstropfen: das schwülwarme Wetter hat sicher die Akteure auf der Bühne gestört und als nach der Pause auch die vielen kleinen Flugmonster weg waren (es hatte sich leicht abgekühlt), wurde es ein sehr angenehmer Sommerabend, so dass man am Ende sagen konnte, selbst vom Wetter her war es ein sehr angenehmer Abend, bei dem wohl kein Besucher sein Kommen bereuen musste.

Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Um was ging es bei dem Stück eigentlich? Es ist Sommer und Urlaubszeit. Im Hotel zum "Weißen Rössl" im österreichischen Salzkammergut regiert die Wirtin Josepha Vogelhuber. Der Kellner Leopold Brandmeyer ist heftig in seine Chefin verliebt und wirbt um sie. Zu seinem Leidwesen aber gilt ihr Interesse ihrem Stammgast Dr. Otto Siedler, einem Rechtsanwalt aus Berlin. Dieser jedoch verguckt sich seinerseits in Ottilie Giesecke, die mit ihrem Vater, dem Fabrikanten Wilhelm Giesecke, ebenfalls aus Berlin angereist ist. Schließlich trifft noch Sigismund Sülzheimer ein, der Sohn von Gieseckes größtem Geschäftskonkurrenten.

Leopold gefällt es freilich, dass sich Dr. Siedler in Ottilie verguckt, und er versucht viel, um die beiden zusammenzubringen. Dass er zugleich Josephas Avancen gegenüber Siedler vereiteln will, provoziert ihren Ärger und schließlich gar seinen Rauswurf. Der Plan Gieseckes, über eine Liaison zwischen seiner Tochter und dem Sohn Sülzheimers eine Beilegung seines eigenen Geschäftsstreits zu erreichen, wird rasch durchkreuzt: Sigismund verliebt sich in das lispelnde Klärchen, und auch Ottilie hat nur noch Augen für Dr. Siedler.

Bald muss Josepha erfahren, dass sie Leopold nicht entbehren kann, denn Kaiser Franz Joseph hat seinen Besuch angekündigt. Ein Gespräch mit dem Kaiser bringt sie zur Einsicht. Sie erkennt, dass Leopold sie aufrichtig liebt, und engagiert ihn erneut, als Ehemann auf Lebenszeit. Auch Dr. Siedler und Ottilie finden zusammen, und Sülzheimer bekommt sein Klärchen. Und so löst das Ende ein, was bereits am Anfang besungen wird: "Im Weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür".

Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Premiere Schlossfestspiele (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In einem sehr gut spielenden Ensemble jemanden hervorzuheben fällt schwer. Aber zwei Sachen musste man hervorheben: Orchestermusik und Lautstärke der Sänger waren untereinander sehr gut abgestimmt, dickes Lob für die Tontechnik., und auch die vielen eingebauten Tänze lockerten das ganze Stück auf. Besonders gut kam da der Auftritt des "Männerballetts" (Bild oben) an.

Es spielten:
  • Josepha Vogelhuber, Wirtin - Juliane Schenk
  • Leopold Brandmeyer, Zahlkellner - Anton Leiß-Kuber
  • Wilhelm Giesecke, Fabrikant - Helmut Kleinen
  • Ottilie, seine Tochter - Juliane Flemming
  • Dr. Otto Siedler, Rechtsanwalt - Alec Otto
  • Sigismund Sülzheimer - Jens Wassermann
  • Klärchen - Vanessa Rose
  • Der Kaiser - Thomas Kohl
  • Der Bürgermeister - Joachim Kreyer (nur Premiere)
  • Der Piccolo - Matthias Kupke
  • Zenzi, Jodlerin - Jessika Rieck
  • Loh-Orchester Sondershausen
  • Opernchor der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
  • Extra-Chor der Schlossfestspiele Sondershausen
  • Ballettkompanie der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
  • Musikalische Leitung - Pit Uhden
  • Regie - Kerstin Weiß
  • Bühne - Roland Winter
  • Kostüme - Elisabeth Stolze-Bley
  • Choreinstudierung - Daniel Mayr
  • Choreographie - Jutta Wörne
  • Dramaturgie - Juliane Hirschmann
  • Regieassistenz - Toni Burkhardt, Alexandra Berg

Die persönlichen Favoriten habe ich mal in die erste Reihe der Bildergalerie gestellt. Mit dem Mut der Verwandlung und auch stimmlich war Jens Wassermann (Was kann der Siegesmund dafür das er so schön ist) Spitze. Eingerahmt im Bild von seinen Eltern konnte auch der Piccolo (Matthias Kupke) sehr gut gefallen.

Und Anton Leiß-Huber brachte den österreichischen Schmäh so richtig gut rüber, und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer der ja auch die Rolle des Bürgermeisters spielte, war so dynamisch drauf, dass er selbst im Bild unscharf wurde. Dafür bekam er aber auch Szenenapplaus.

Zur Premiere waren natürlich die Spitzen aus Wirtschaft und Politik anwesend. So der Vorstandsvorsitzende der Kyffhäusersparkasse, Karl-Heinz Langhorst, der Kommandeur des Raketenartilleriebataillon 132 des Standortes Sondershausen, Oberstleutnant, Klaus-Günther Glaab, sowie Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES), Jaap van Engers, um nur einige zu nennen. Mit den Politikern fange ich überhaupt nicht erst an, denn die Gefahr wäre zu groß, bei fast ausverkaufter Veranstaltung jemanden übersehen zu haben.

Ein nicht kleiner Teil der Gäste nutzte die warme Sommernacht, um anschließend mit den Künstlern bei freiem Eintritt zu feiern. Auch Gäste, welche die Veranstaltung nicht besucht hatten, mischten sich noch unter die Premierengäste. Sicher keine schlechte Konzeption von Bachmann Best Catering, die zu einer Hotelkette gehören, zu denen auch das Airporthotel Erfurt gehört.

Bleibt nur noch übrig die nächsten Veranstaltungen anzukündigen, denn verpassen sollten Sie das Stück auf keinen Fall. Weiter geht es am 04. Juli 2009 - 20.00 Uhr, 10. Juli 2009 - 20.00 Uhr, 11. Juli 2009 - 20.00 Uhr, 12. Juli 2009 - 18.00 Uhr,
15. Juli 2009 - 20.00 Uhr, 17. Juli 2009 - 20.00 Uhr und am 18. Juli 2009 - 20.00 Uhr.

Im nächsten Jahr heißt es dann nicht mehr Schlossfestspiele Sondershausen, sondern Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen, weil es die einzigen Schlossfestspiele in Thüringen bleiben werden. Und notieren Sie sich schon mal vor. Inder Zeit vom 25. Juni 2010 bis 10. Juli 2010 läuft dann Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte". Man sieht sich nächste Jahr hoffentlich zur Premiere wieder.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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