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Voll erwischt

Mittwoch, 01. Juli 2009, 14:39 Uhr
Auch die erfolgsverwöhnten Thüringer Maschinenbauer bekommen die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise immer stärker zu spüren. Die Auftragsbücher werden dünner. Nach aktuell vorliegenden Zahlen gingen die Bestellungen im Monat April um 46 Prozent zurück. Dazu ein Statement der Erfurter IHK...


„Der Maschinenbau nimmt im Freistaat umsatzmäßig immerhin den fünften Platz ein und beschäftigt in den rund 100 größten Unternehmen ca. 14.500 Arbeitnehmer. Wenn sich die Auftragsbücher nicht bald wieder füllen, sind in der stark exportabhängigen Branche auch weitere Arbeitsplätze in Gefahr“, gibt Gerald Grusser, Hauptgeschäftführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, zu bedenken. Die zunehmende Kluft zwischen den vorhandenen Kapazitäten und tatsächlicher Nachfrage belaste die Unternehmen immer stärker.

Im April sei der Auslandsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent eingebrochen. „Die Schwäche wichtiger Handelspartner wie Frankreich, Spanien oder Russland trifft die Schlüsselbranche mit voller Wucht. Immerhin wird jeder dritte Euro im Ausland verdient“, so der IHK-Chef. Auf absehbare Zeit müssten sich die Firmen wohl auf eine gedämpfte Nachfrage einstellen.

Grusser hofft, dass die Durststrecke nicht zu lange andauert und unterstreicht an dieser Stelle noch einmal die Notwendigkeit staatlichen Handelns in der gegenwärtigen Krise. Ohne die getroffenen Regelungen zur Kurzarbeit und umfangreiche finanzielle Überbrückungshilfen bei Liquiditätsengpässen wäre ein Firmensterben jetzt vorprogrammiert.
Autor: nnz/kn

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