Autos und Politik
Dienstag, 30. Juni 2009, 21:48 Uhr
In diesem Deutschland wird mit Autos Politik gemacht. Nirgendwo prägt die Automobilindustrie so die gesamte Wirtschaft wie in diesem Lande. Da macht Thüringen keine Ausnahme. In Gera trafen sich am Abend Auto-Experten und Politiker an einem Stammtisch...
Automobiler Stammtisch in Gera (Foto: nnz)
Hans-Jürgen Vogel (links) führt als Präsident nicht nur den Landesverband des Kfz-Gewerbes in Thüringen an, er weiß auch wovon er spricht, denn er muss tagtäglich mit seinen Mitarbeitern Autos an den Mann und auch an die Frau bringen.
Im Autohaus von Hans-Jürgen Vogel in Gera fand die neunte Auflage des Thüringer Automobil-Stammtisches statt, zu dem erneut Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) eingeladen hatte. Aus Nordhausen mit dabei der Geschäftsführer der Autohaus Peter Gruppe, Helmut Peter.
Die Begrüßung nahm Hausherr Vogel vor, stellte kurz sein Unternehmen sowie die Stadt Gera vor. Und Dieter Althaus dankte natürlich für die Durchführung des aktuellen Autostammtisches und machte Platz für Matthias Wissmann, der Chef des VDA, dem Verband der deutschen Automobilindustrie, der auch mal Bundesverkehrsminister war.
Automobiler Stammtisch in Gera (Foto: nnz)
Krise und Hoffnung bei Opel seien symptomatisch für die gesamte Wirtschaft, dennoch seien mit Ideenreichtum und Innovation Maßstäbe gesetzt. Glück wünschte der Redner der Marke Opel und den Hunderten, ja Tausenden Zuliefern. Nur gemeinsam komme man aus der Krise.
Die Abwrackprämie haben Zuwachsraten von rund 30 Prozent in einzelnen Segmenten der Modellreihen gebracht, doch lediglich 30 Prozent des Geschäfts werden im Inland gemacht. Der Absatz werde insgesamt zurückgehen und das sei kein Pessimismus. 2010 bis 2011 werde, so Wissmann, die Nachfrage der Weltmärkte wieder die Normalität der vergangenen Jahre erreichen. Und schon müsse man in den Startlöchern sitzen, wenn es um die Eroberung der Weltmärkte gehe. Im indischen Wunderauto, der überdachten Rikscha, stecken zu einem Drittel Produkte der deutschen Automobilzulieferer. Gefragt ist aber auch die Kooperation der Banken, die sich jedes Unternehmen ganz genau ansehen sollen, und die nicht pauschal das Rating nach unten drücken.
Es komme letztlich darauf an, die Herausforderungen des Marktes zu erkennen und umzusetzen. Und diese Herausforderungen sind schon vielschichtig wie ein Prisma. Letztlich kommt es auf die Innovationen an, die Blutzufuhr zum Kopf dürfe nicht gekürzt werden, so Wissmann abschließend.
Schließlich wurde dann auch diskutiert, im Podium, wie das neudeutsch heißt. Moderiert wurde die Herrenrunde von einer Frau, der Leiterin des Thüringer Landesstudios des ZDF, Daniela Kuntze. Da wurde schon mal massiv Kritik an der Politik der Banken laut, die viele Entwicklungen in den Unternehmen abwürgen, wie es Michael Millitzer, der Vorsitzende der automotiv thüringen sagte.
Prof. Hannes Brachat, der Herausgeber der Fachzeitschrift AUTOHAUS ging dagegen auch mit den Autoherstellern hart ins Gericht. Sie würden die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkennen, vor allem in punkto Preisgefüge und –gestaltung.
Letztlich wurde über Autos geredet. Zu hoffen bleibt, dass diese Autos, die dabei Gegenstand der Diskussion waren, in den kommenden Jahren auch gekauft werden. Millitzer sieht es folgendermaßen. Erst Ende 2011, Anfang 2012 werden in die automobile Branche Normalität einsetzen. Oder wie es Mann der Basis heute Abend ausdrückte: Heute befinden wir uns noch in der Überholspur, im nächsten Jahr müssen wir aufpassen, nicht auf den Standstreifen stehen zu bleiben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz/kn
Automobiler Stammtisch in Gera (Foto: nnz)
Hans-Jürgen Vogel (links) führt als Präsident nicht nur den Landesverband des Kfz-Gewerbes in Thüringen an, er weiß auch wovon er spricht, denn er muss tagtäglich mit seinen Mitarbeitern Autos an den Mann und auch an die Frau bringen.Im Autohaus von Hans-Jürgen Vogel in Gera fand die neunte Auflage des Thüringer Automobil-Stammtisches statt, zu dem erneut Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) eingeladen hatte. Aus Nordhausen mit dabei der Geschäftsführer der Autohaus Peter Gruppe, Helmut Peter.
Die Begrüßung nahm Hausherr Vogel vor, stellte kurz sein Unternehmen sowie die Stadt Gera vor. Und Dieter Althaus dankte natürlich für die Durchführung des aktuellen Autostammtisches und machte Platz für Matthias Wissmann, der Chef des VDA, dem Verband der deutschen Automobilindustrie, der auch mal Bundesverkehrsminister war.
Automobiler Stammtisch in Gera (Foto: nnz)
Krise und Hoffnung bei Opel seien symptomatisch für die gesamte Wirtschaft, dennoch seien mit Ideenreichtum und Innovation Maßstäbe gesetzt. Glück wünschte der Redner der Marke Opel und den Hunderten, ja Tausenden Zuliefern. Nur gemeinsam komme man aus der Krise.Die Abwrackprämie haben Zuwachsraten von rund 30 Prozent in einzelnen Segmenten der Modellreihen gebracht, doch lediglich 30 Prozent des Geschäfts werden im Inland gemacht. Der Absatz werde insgesamt zurückgehen und das sei kein Pessimismus. 2010 bis 2011 werde, so Wissmann, die Nachfrage der Weltmärkte wieder die Normalität der vergangenen Jahre erreichen. Und schon müsse man in den Startlöchern sitzen, wenn es um die Eroberung der Weltmärkte gehe. Im indischen Wunderauto, der überdachten Rikscha, stecken zu einem Drittel Produkte der deutschen Automobilzulieferer. Gefragt ist aber auch die Kooperation der Banken, die sich jedes Unternehmen ganz genau ansehen sollen, und die nicht pauschal das Rating nach unten drücken.
Es komme letztlich darauf an, die Herausforderungen des Marktes zu erkennen und umzusetzen. Und diese Herausforderungen sind schon vielschichtig wie ein Prisma. Letztlich kommt es auf die Innovationen an, die Blutzufuhr zum Kopf dürfe nicht gekürzt werden, so Wissmann abschließend.
Schließlich wurde dann auch diskutiert, im Podium, wie das neudeutsch heißt. Moderiert wurde die Herrenrunde von einer Frau, der Leiterin des Thüringer Landesstudios des ZDF, Daniela Kuntze. Da wurde schon mal massiv Kritik an der Politik der Banken laut, die viele Entwicklungen in den Unternehmen abwürgen, wie es Michael Millitzer, der Vorsitzende der automotiv thüringen sagte.
Prof. Hannes Brachat, der Herausgeber der Fachzeitschrift AUTOHAUS ging dagegen auch mit den Autoherstellern hart ins Gericht. Sie würden die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkennen, vor allem in punkto Preisgefüge und –gestaltung.
Letztlich wurde über Autos geredet. Zu hoffen bleibt, dass diese Autos, die dabei Gegenstand der Diskussion waren, in den kommenden Jahren auch gekauft werden. Millitzer sieht es folgendermaßen. Erst Ende 2011, Anfang 2012 werden in die automobile Branche Normalität einsetzen. Oder wie es Mann der Basis heute Abend ausdrückte: Heute befinden wir uns noch in der Überholspur, im nächsten Jahr müssen wir aufpassen, nicht auf den Standstreifen stehen zu bleiben.
Peter-Stefan Greiner

