nnz-online

Von Brühne bis Sitte

Mittwoch, 24. Juni 2009, 16:03 Uhr
Unter dem Thema "Bildende Kunst in der DDR" werden im Rahmen des Jahresprojektes "20 Jahre Friedliche Revolution in Nordhausen" erstmals Gemälde und Grafiken der bedeutendsten Künstler der DDR im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg präsentiert. Am Freitag wird die Exposition eröffnet...

Malerinnen - Bruene (Foto: Kunsthaus) Malerinnen - Bruene (Foto: Kunsthaus)

"In 73 Arbeiten vermittelt die Ausstellung die Vielseitigkeit und Unterschiedlichkeit der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb des "Sozialistischen Realismus". Die Themen reichen dabei von Porträts und Landschaften bis hin zu mythologischen und historischen Motiven sowie Szenen aus dem Alltag", sagt Kuratorin und Kunsthistorikerin Susanne Hinsching.

Gleichzeitig werde die Nordhäuser Ausstellung in den ausgewählten Werken auch den hohen künstlerischen Anspruch der einzelnen Künstler, verbunden mit einer bewussten Gesellschaftsanalyse und einem bemerkenswerten handwerklichen Können verdeutlichen", ist sie sich sicher.

Während der bekannte Hallenser Künstler Willi Sitte mit seinen großformatigen und ausdrucksstarken Gemälden als das Synonym für die Realistische Malerei der DDR steht - von ihm sind unter anderen die "Sängerin" und das "Selbstbild mit Tube und Schutzhelm" in der Ausstellung zu sehen - gehörten Heisig, Mattheuer und Tübke nicht nur zu den bedeutendsten Künstlern der DDR, sondern auch zu den Gründungsvätern der sogenannten "Leipziger Schule", deren erste Ursprünge in der Künstlerszene Leipzigs in den 1960er Jahren wurzelt.

Ihre unverwechselbare, eigenwillige Bildsprache machte Leipzig zu einem in der DDR beachteten Zentrum der bildenden Kunst und legte so den Grundstein für die internationale Reputation, die bis heute anhält. Kennzeichnend für die "Leipziger Schule" sei das Nebeneinander verschiedener Stilformen, die die individuellen künstlerischen Handschriften der einzelnen Künstler in den Vordergrund stelle, so Hinsching. "Auch von diesen Künstlern werden wir zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Lithographien in der Ausstellung zeigen."

Zur Leipziger Schule zählt auch die Malerin und Grafikerin Gudrun Brüne, die mit 17 Gemälden in der Ausstellung vertreten ist. Sie lebt heute mit ihrem Mann Bernhard Heisig bei Berlin, verbindet aber bereits seit längerer Zeit eine Beziehung zu Nordhausen.

Die Leihgaben für diese Ausstellung stammen von dem Künstlerpaar Gudrun Brüne und Bernhard Heisig sowie von der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst Merseburg und der Galerie Schwind in Leipzig, welche die Vertretung für die Tübke-Stiftung und die Mattheuer-Stiftung hat. Ergänzt werden diese Leihgaben durch Grafiken aus der Nordhäuser "Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung".

Als besonderes Angebot sind Ausstellungs-Führungen durch Nordhäuser Künstler am 12. und 28 Juli sowie am 9. und 16. August geplant, die nicht nur zu den ausgestellten Werken, sondern auch zu ihren Erlebnissen mit und um die Kunst erzählen werden.

Kunsthaus Meyenburg, Alexander-Puschkin-Str. 31, 99734 Nordhausen, Tel. 03631/881091, Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17 Uhr
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de