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Probleme mit Lücken

Mittwoch, 24. Juni 2009, 09:11 Uhr
Fast 50 unbewohnten und unsanierten Grundstücke im Prunkstück dieser Rolandstadt – das ist wahrlich kein Aushängeschild für eine Stadt, die gern Oberzentrum sein möchte. Das Prunkstück ist in diesem Fall die Altstadt. Deren Initiative wollte am Dienstagabend wissen, wie es weitergeht...

Wenig Interesse (Foto: nnz) Wenig Interesse (Foto: nnz)

In die Traditionsgaststätte „Zum Socken“ hatte Hansjürgen Nüßle eingeladen, zum Beispiel Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) sowie Mario Manolow aus dem Team der Altstadtkümmerer. Die beiden stellten den zehn Altstadtinteressierten die Zukunft dieses Teils von Nordhausen vor.

Denen, die es nicht wissen können und nicht vielleicht auch denen, die nicht mehr wollen, sei gesagt, in die Nordhäuser Altstadt flossen in den 90er Jahren mehrere Millionen Euro. Über die genaue Summe wird sich nicht ausgelassen, fast 20 Millionen sollen es bis dato gewesen sein.

Wer allerdings an einem Dienstagabend wie diesen durch das Altendorf oder die Barfüßerstraße flaniert, der ist allein, ein paar Autos dröhnen über das Altstadtpflaster. Dem einsamen Spaziergänger begegnen sie dann – die Lücken, die Ruinen, das Unbewohnbare und das Privateigentum, dem so richtig niemand mehr verpflichtet ist. Obwohl es Eigentümer gibt und die den Bauordnern auch bekannt sind.

Wenig Interesse (Foto: nnz) Wenig Interesse (Foto: nnz)
Von links: Nüßle, Manolow, Klaan

Jetzt ist endlich die Altstadt vorne dran, meinte Nüßle, nachdem sich das Rathaus eher um die Mitte Nordhausen gekümmert habe. Inge Klaan meinte, dass die Altstadt immer oben dran gestanden habe, jedoch haben die privaten Maßnahmen deutlich zugelassen. Sie sprach von Vermietungsproblemen, vom Anschluss der Altstadt an die Neustadt, der mit der Landesgartenschau begonnen wurde und vom neuen Einkaufszentrum, das nicht nur die Einkaufs-, sondern auch die Parksituation verändern werde. Zum Guten natürlich.

Erläutert wurde der künftige Architekten-Wettbewerb für den Blasiikirchplatz. Klaan sprach von einem hohen Baustellendruck in den kommenden Jahren, vielleicht auch von einer Verschiebung von Bauabläufen. Versprochen wurde den Altstadtfans auch die Etablierung des „Grünen Marktes“ - nach der Sanierung des Platzes.

Heiß her ging es beim Thema „Parken“. So würden Ladenbesitzer regelmäßig die eigenen Fahrzeuge vor ihre Geschäfte parken und alle zwei Stunden die Parkscheiben vorstellen. Sie blockieren damit die Parkplätze ihrer eigenen Kunden, so Eberhard Kopyra. Scheinbar, ergänzte Nüßle, gebe es Absprachen mit dem Ordnungsamt, denn Knöllchen würden nicht verteilt. Schon gar nicht, seit dem die Mitarbeiter mit weiß-blauen Autos durch die Stadt brausen.

Triste Altstadt (Foto: nnz) Triste Altstadt (Foto: nnz)

Und dann noch die 49 unsanierten Häuser in der Altstadt. Hierzu macht Inge Klaan den Vorschlag, alle „Problemfälle“ aufzulisten und dann den Versuch einer breiten Vermarktung zu unternehmen. Sollte das fehlschlagen oder nicht zum gewünschten Ergebnis führen, dann sollen sich Nordhäuser Architekten im Rahmen eines Wettbewerbes den Schandflecken annehmen. So sollen Ideen entwickelt werden, wie das Erscheinungsbild der Altstadt insgesamt aufgewertet werden kann. Die Vorschläge der Architekten sollen dann mit den Einwohnern der Altstadt aber auch mit Gewerbetreibenden diskutiert werden. Das, so Klaan, könne in einem Jahr der Fall sein.
Autor: nnz

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