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Mehr für Jugendliche und Ältere

Samstag, 20. Juni 2009, 09:47 Uhr
Eigentlich steht die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hainleite gut da: „Die Bevölkerung hat noch eine gesunde Struktur. Im Landkreis hat die VG den zweitgrößten Anteil an der jungen und mittleren Generation und den zweitkleinsten an Senioren. Am Montagnachmittag soll darüber unter anderem beraten werden.


Viele Einwohner engagieren sich in Vereinen“, weiß Jutta Patzelt, Sozial- und Jugendhilfeplanerin im Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes. „Meine Kollegen bestätigen mir immer wieder, dass in der Hainleite ein guter familiärer Zusammenhalt besteht. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass die Einwohner der VG kaum Pflegeheimplätze in Anspruch nehmen. Wir wollen dieses große Potential, das sich an vielen Stellen zeigt, stärker vernetzen und koordinieren.“ So fasst Jutta Patzelt das wesentliche Ziel der Sozialraumkonferenz zusammen, die am kommenden Montag um 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Wolkramshausen beginnt.

Neben all diesen Pluspunkten sieht Jutta Patzelt auch Defizite. So sind von den ehemals neun Jugendclubs nur noch zwei übrig, in Kleinfurra und Wollersleben. „Für Familien mit vielen Kindern, die nicht so gut an Bus und Bahn angeschlossen sind oder sich das nicht leisten können, brauchen wir aber dezentrale Angebote vor Ort. Sie können nicht immer nach Nordhausen fahren“, sagt Jutta Patzelt. „Außerdem gibt es keinen Bereichsjugendpfleger.“

Eine solche Fachkraft könnte in den sechs Orten der VG vorhandene Angebote bedarfsgerecht koordinieren und „ein Netz von Akteuren etablieren“, um neue Freizeitangebote zu entwickeln sowie ein Ansprechpartner für soziale Fragen vor Ort zu sein. So ließen sich beispielsweise in den Sommerferien Aktionstage organisieren, angefangen bei einem Feuerwehr- bis hin zum Sporttag. „Mit einem Bereichsjugendpfleger könnten die Bürgermeister viel mehr Kompetenz einfordern und auch das Niveau der Veranstaltungen für Jugendliche anheben – so lautet unsere These“, so Jutta Patzelt.

Auch am anderen Ende der Alterspyramide sieht die Sozialplanerin Nachholbedarf – denn der demografische Wandel werde auch auf die Hainleite zukommen. So ließe sich beispielsweise mit Seniorenvertretungen die politische Mitbestimmung der älteren Generation ausbauen. Auch ein „vernünftiger Pflegemix“ aus familiärer, ambulanter und stationärer Pflege sei wichtig. „Wir wollen Strukturen schaffen, die auf Dauer wirken“, sagt Jutta Patzelt. Dazu gehören nicht zuletzt auch mehr generationsübergreifende Angebote.

Zur Sozialraumkonferenz sollen nicht nur Verantwortliche aus Politik und Verwaltung, Schulen und Kindergärten, Vereinen oder Kirchen kommen. „Herzlich eingeladen sind natürlich auch alle interessierten Einwohner der Hainleite, die mitdiskutieren und ihre Ideen einbringen wollen“, sagt Jutta Patzelt.
Autor: nnz

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