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Wertlose Beschlüsse?

Mittwoch, 18. September 2002, 09:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Nichts ist in Nordhausen so alt, wie die Beschlussvorlage von gestern. Vor allem, wenn es um das Theater geht.


Bis zum Montag hatte die Vorlage zum Vertragsentwurf mit der Landesregierung Bestand, auf die im nnz Beitrag an diesem Tag eingegangen wurde. Da war von einer Herabstufung des Loh-Orchesters als C-Orchester sowie von einem Verzicht auf einen Haustarifvertrag die Rede. Das alles hat sich geändert. Keine Herabstufung, kein Verzicht! Das soll bereits mit den Fraktionsvorsitzenden geklärt worden sein, vermutlich am Montagabend.

Zuvor gab es harsche Kritik im Aufsichtsrat der GmbH, dessen Mitglieder wollten mehrheitlich die Nordhäuser Intention in diesen Punkten nicht durchgehen lassen. So habe die Mehrheit des Aufsichtsrates betont, dass das Orchester eine Thüringenweite und bedeutende Ausstrahlungskraft besitze, die durch eine Umstufung in einen anderen Status nicht gemindert werden sollte. Geblieben ist allerdings ein Punkt, den Oberbürgermeisterin Rinke (SPD) formulierte: „Wir stehen zur Kooperation mit Rudolstadt.“

Ob die neue Version der Beschlussvorlage heute im Stadtrat „durchgeht“, scheint noch nicht sicher. Fraktionäre der CDU rechnen zumindest mit einigen Enthaltungen in den eigenen Reihen. Der Stadtrat befindet sich in punkto Theater in einem außerordentlichen Dilemma. Er kann beschließen was er will, die Umsetzung dieser Beschlüsse bedarf letztlich immer der Zustimmung der Gremien der GmbH. Und da ist Nordhausen zwar Mehrheitsgesellschafter, trotzdem einer von vier. Die Frage, wie aus diesem Dilemma herauszukommen ist, die kann ganz einfach beantwortet werden: Auflösung der GmbH, doch das traut sich momentan noch niemand laut auszusprechen.
Autor: nnz

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