nnz-Forum: Wo bleibt Umweltschutz?
Dienstag, 17. September 2002, 12:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie sieht es aus mit den einzelnen Wahlprogrammen der Parteien vor allem in Fragen der Ökologie und des Naturschutzes? Auf der letzten Sitzung des Kreisverbandes vom BUND hat man sich intensiv damit beschäftigt. In der nnz können sie das Ergebnis nachlesen.
Auf der gestrigen Sitzung des BUND Kreisverbandes Nordhausen standen verschiedenen Themen auf der Tagesordnung. Ein wichtiger Punkt war die Bewertung der Wahlaussagen der im Wahlkreis Nordhausen vertretenen Parteien. Der BUND Kreisverband hat die Wahlprogramme und Aussagen der Wahlkreiskandidaten und ihrer Kreisverbände daraufhin geprüft, wem der Umweltschutz im Kreisgebiet am Herzen liegt und wer eindeutige Positionen zur nachhaltigen Umweltpolitischen Entwicklung im Kreisgebiet bezieht. Die FDP positioniert sich hier eindeutig, wenn auch nur mit wenig Inhalt. Sie verlangt eine deutliche Ausweitung des Rohstoffabbaues im Kreisgebiet. Die FDP ist für Umweltschutz, aber nur, wenn dadurch wirtschaftliche Entwicklungen nicht gefährdet sind.
Im Wahlprogramm der CDU taucht Umweltschutz nur am Rande auf. Es wird keine Aussage zum Schutz des Gipskarstgebietes oder anderer problembehafteter Umweltthemen gemacht. Auch hier scheinen ökonomische Ziele deutlich mehr Beachtung zu finden. Durch die ablehnende Haltung der CDU-Landesregierung, zum Schutz der Rüdigsdorfer-Schweiz und zum Schutz der Goldenen Aue wird deutlich, das auch hier mehr auf ökonomische Werte, als auf den Schutz der Landschaft geachtet wird.
Bei den Sozialdemokraten ist es sehr schwierig, deren Ziele für das Kreisgebiet zu verfolgen. Zwar äußerte sich der Spitzenkandidat Eckehard Ohl bezüglich des Schutzes des Gipskarstgebietes positiv, aber auf der anderen Seite ist kaum eine Aussage zum Umweltschutz im seinem Wahlprogramm zu erlangen. Innerhalb der SPD scheinen verschiedene Strömungen zu existieren, deren unterschiedliche Interessenlagen einer gemeinsamen, nachhaltigen- und umweltgerechten Raumnutzung im Wege stehen. Die letztlich positive Positionierung Ohls zum Bau eines Industriegebietes inmitten fruchtbarer Felder läst diese unentschlossene Haltung deutlich werden.
Das Lager der PDS im Kreisgebiet hat auf Ihrer Internet-Seite keinen Punkt der ein umweltpolitisches Entwicklungsziel erkennen lässt. Es gibt allerdings eine eindeutige Positionierung zur Goldenen Aue, die die PDS für die Landwirtschaft erhalten will. Das Wahlprogramm Gerhard Jüttemanns ist mehr auf das menschliche Zusammenwachsen von Ost- und West ausgerichtet. Es lässt allerdings erkennen, das die PDS den Bürgerwillen als eindeutiges Votum akzeptiert und da die Mehrheit der Kreisbewohner für den Erhalt des Zechsteingürtels ist, kann davon ausgegangen werden, das die PDS diesen Bürgerwillen unterstützt.
Letztlich bleibt noch Bündnis90/Grüne. Hier erweist sich das Wahlprogramm als Fundgrube für eindeutige Positionen und Vorschläge für eine nachhaltige, umweltpolitische Entwicklung. Ganz eindeutig positionieren sich die Grünen gegen weitere Abbaugebiete für den Gipsabbau. Ebenso lehnen Bündnis90/Grüne das geplante Industriegebiet in der Goldenen Aue ab. Als einzigste Partei haben sie eindeutige Entwicklungsziele für eine nachhaltige, ökologisch ausgerichtete Raumnutzung. Auch energiepolitisch macht der Spitzenkandidat Claudius Hille eindeutige Vorschläge.
Der BUND-Kreisverband Nordhausen fordert daher die Parteien auf, zukünftig in ihren Programmen das Thema Umweltschutz weitaus mehr in den Vordergrund zu stellen. Wähler, denen diese Punkte wichtig sind, können aber trotzdem die Richtung der einzelnen Parteien erkennen und auch mit ihrem Votum zu einem Umdenken anregen. Ökonomische Gesichtspunkte, die in diesen schwierigen Zeiten durchaus wichtig sind, sollten aber nicht derart drastisch alle anderen Themen überlagern.
BUND-Kreisvorstand Nordhausen
Autor: nnzAuf der gestrigen Sitzung des BUND Kreisverbandes Nordhausen standen verschiedenen Themen auf der Tagesordnung. Ein wichtiger Punkt war die Bewertung der Wahlaussagen der im Wahlkreis Nordhausen vertretenen Parteien. Der BUND Kreisverband hat die Wahlprogramme und Aussagen der Wahlkreiskandidaten und ihrer Kreisverbände daraufhin geprüft, wem der Umweltschutz im Kreisgebiet am Herzen liegt und wer eindeutige Positionen zur nachhaltigen Umweltpolitischen Entwicklung im Kreisgebiet bezieht. Die FDP positioniert sich hier eindeutig, wenn auch nur mit wenig Inhalt. Sie verlangt eine deutliche Ausweitung des Rohstoffabbaues im Kreisgebiet. Die FDP ist für Umweltschutz, aber nur, wenn dadurch wirtschaftliche Entwicklungen nicht gefährdet sind.
Im Wahlprogramm der CDU taucht Umweltschutz nur am Rande auf. Es wird keine Aussage zum Schutz des Gipskarstgebietes oder anderer problembehafteter Umweltthemen gemacht. Auch hier scheinen ökonomische Ziele deutlich mehr Beachtung zu finden. Durch die ablehnende Haltung der CDU-Landesregierung, zum Schutz der Rüdigsdorfer-Schweiz und zum Schutz der Goldenen Aue wird deutlich, das auch hier mehr auf ökonomische Werte, als auf den Schutz der Landschaft geachtet wird.
Bei den Sozialdemokraten ist es sehr schwierig, deren Ziele für das Kreisgebiet zu verfolgen. Zwar äußerte sich der Spitzenkandidat Eckehard Ohl bezüglich des Schutzes des Gipskarstgebietes positiv, aber auf der anderen Seite ist kaum eine Aussage zum Umweltschutz im seinem Wahlprogramm zu erlangen. Innerhalb der SPD scheinen verschiedene Strömungen zu existieren, deren unterschiedliche Interessenlagen einer gemeinsamen, nachhaltigen- und umweltgerechten Raumnutzung im Wege stehen. Die letztlich positive Positionierung Ohls zum Bau eines Industriegebietes inmitten fruchtbarer Felder läst diese unentschlossene Haltung deutlich werden.
Das Lager der PDS im Kreisgebiet hat auf Ihrer Internet-Seite keinen Punkt der ein umweltpolitisches Entwicklungsziel erkennen lässt. Es gibt allerdings eine eindeutige Positionierung zur Goldenen Aue, die die PDS für die Landwirtschaft erhalten will. Das Wahlprogramm Gerhard Jüttemanns ist mehr auf das menschliche Zusammenwachsen von Ost- und West ausgerichtet. Es lässt allerdings erkennen, das die PDS den Bürgerwillen als eindeutiges Votum akzeptiert und da die Mehrheit der Kreisbewohner für den Erhalt des Zechsteingürtels ist, kann davon ausgegangen werden, das die PDS diesen Bürgerwillen unterstützt.
Letztlich bleibt noch Bündnis90/Grüne. Hier erweist sich das Wahlprogramm als Fundgrube für eindeutige Positionen und Vorschläge für eine nachhaltige, umweltpolitische Entwicklung. Ganz eindeutig positionieren sich die Grünen gegen weitere Abbaugebiete für den Gipsabbau. Ebenso lehnen Bündnis90/Grüne das geplante Industriegebiet in der Goldenen Aue ab. Als einzigste Partei haben sie eindeutige Entwicklungsziele für eine nachhaltige, ökologisch ausgerichtete Raumnutzung. Auch energiepolitisch macht der Spitzenkandidat Claudius Hille eindeutige Vorschläge.
Der BUND-Kreisverband Nordhausen fordert daher die Parteien auf, zukünftig in ihren Programmen das Thema Umweltschutz weitaus mehr in den Vordergrund zu stellen. Wähler, denen diese Punkte wichtig sind, können aber trotzdem die Richtung der einzelnen Parteien erkennen und auch mit ihrem Votum zu einem Umdenken anregen. Ökonomische Gesichtspunkte, die in diesen schwierigen Zeiten durchaus wichtig sind, sollten aber nicht derart drastisch alle anderen Themen überlagern.
BUND-Kreisvorstand Nordhausen
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
