Die Schiene hinkt hinterher
Dienstag, 17. September 2002, 09:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Für die kommenden Jahre wird ein Verkehrszuwachs beim Personenverkehr von etwa 20 Prozent und beim Güterverkehr von etwa 60 Prozent prognostiziert. Das allein kann die Straße nicht verkraften, meint SPD-Stadtratsmitglied Andreas Wieninger in einem nnz-Beitrag.
Während die Anbindung per Strasse des Raumes Nordhausen und Sondershausen durch den Bau der A 38 an die Regionen Halle/Leipzig sowie Kassel/Göttingen und die zuletzt erreichten Zusagen Fortschritte machen, trete der Schienenverkehr in diesen Bereichen weiterhin auf der Stelle. Während auf der Kursbuchstrecke (Kbs) 601 zwischen Nordhausen und Erfurt mittlerweile neue Fahrzeuge eingesetzt werden, sind die Fahrzeiten beim Regional Express mit 1 Stunde 12 Minuten gerade, aber bei der Regional Bahn mit 1 Stunde 35 Minuten überhaupt nicht akzeptabel. Die für solche Strecken übliche Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wird lediglich in Teilstücken zwischen Erfurt und Kühnhausen, sowie zwischen Wolkramshausen und Nordhausen erreicht, bilanziert Wieninger.
Eine entsprechende Sanierung in Teilstücken sowie eine Straffung des Fahrplanes könne die Fahrzeiten bei den Regional Bahnen auf 1 Stunde 15 Minuten und beim Regional Express auf unter eine Stunde verringern und dadurch die Attraktivität sowie steigende Fahrgastzahlen dieser Verbindung erheblich steigern. Bei einem Ausbau auf bis 160 km/h könnten Neigetechnikfahrzeuge eingesetzt werden, was eine weitere Fahrzeitverkürzung bringen würde.
Durch die für in wenigen Wochen geplanten Sanierungsarbeiten auf der Strecke Nordhausen - Northeim ist folgend eine Verkürzung der Fahrzeit zu erwarten. Ebenso könnte ein verändertes Fahrzeugeinsatzkonzept, z.B. mit zwei Triebwagen von Saalfeld über Erfurt und Nordhausen nach Herzberg, von wo aus ein Teil weiter nach Northeim und der andere weiter nach Braunschweig fährt zur Steigerung der Attraktivität und in Folge steigenden Fahrgastzahlen führen.
Die Strecke zwischen Sondershausen und Bretleben ist augenblicklich in einem so schlechten Zustand das die Reisendenzahlen auf ein Maß gesunken sind, so das dringender Handlungsbedarf besteht diese Strecke zu sanieren. Diese und eine Durchbindung von Nordhausen über Sondershausen, Bretleben, Artern bis nach Sangerhausen bringen zwischen Nordhausen und Sondershausen sowie zwischen Bretleben und Sangerhausen eine zusätzliche Taktverdichtung zu den schon bestehenden Verbindungen, so das die Attraktivität gesteigert und weitaus verbesserte Fahrgastzahlen zu erwarten sind. Geschieht dies nicht umgehend, so ist mit einer dauerhaften Stillegung zu rechnen.
Auf der über Nordhausen verlaufenden Bahnverbindung zwischen Halle und Kassel sind ebenfalls die Fahrzeiten, gerade was den Abschnitt zwischen Halle und Nordhausen betrifft, völlig unzureichend und unattraktiv. Dort können ebenfalls mit vergleichsweise geringem Aufwand in Kürze erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Ein Ausbau der Strecke auf bis 160 km/h sowie eine Wiedereinrichtung einer Fernverkehrsverbindung würde zur gerade entstehenden Autobahn A 38 echte Alternativen bilden.
Bundesweit ist festzustellen, das das Engagement der Schienenverkehrsunternehmen zur Steigerung der Fahrgastzahlen zurzeit noch nicht genügend ausgeprägt ist. Ein Grund dafür liegt in der Finanzierung des Nahverkehrs durch die sogenannten Bestellerentgelte begründet. In der Zukunft sind veränderte vertragliche Regelung zur Finanzierung notwendig, bei denen die Fahrgastzahlen und Service stärker Berücksichtigung finden.
Ebenso schauen die unterschiedlichen Verkehrsunternehmen in bezug auf Kooperation und Zusammenarbeit im Interesse der Kunden zu wenig über den eigenen Tellerrand. Nur wenn es in den kommenden Jahren gelingt diese Zusammenarbeit beachtlich zu Intensivieren wird sich das System Nahverkehr in der Konkurrenz zum Individualverkehr behaupten können.
Autor: nnzWährend die Anbindung per Strasse des Raumes Nordhausen und Sondershausen durch den Bau der A 38 an die Regionen Halle/Leipzig sowie Kassel/Göttingen und die zuletzt erreichten Zusagen Fortschritte machen, trete der Schienenverkehr in diesen Bereichen weiterhin auf der Stelle. Während auf der Kursbuchstrecke (Kbs) 601 zwischen Nordhausen und Erfurt mittlerweile neue Fahrzeuge eingesetzt werden, sind die Fahrzeiten beim Regional Express mit 1 Stunde 12 Minuten gerade, aber bei der Regional Bahn mit 1 Stunde 35 Minuten überhaupt nicht akzeptabel. Die für solche Strecken übliche Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wird lediglich in Teilstücken zwischen Erfurt und Kühnhausen, sowie zwischen Wolkramshausen und Nordhausen erreicht, bilanziert Wieninger.
Eine entsprechende Sanierung in Teilstücken sowie eine Straffung des Fahrplanes könne die Fahrzeiten bei den Regional Bahnen auf 1 Stunde 15 Minuten und beim Regional Express auf unter eine Stunde verringern und dadurch die Attraktivität sowie steigende Fahrgastzahlen dieser Verbindung erheblich steigern. Bei einem Ausbau auf bis 160 km/h könnten Neigetechnikfahrzeuge eingesetzt werden, was eine weitere Fahrzeitverkürzung bringen würde.
Durch die für in wenigen Wochen geplanten Sanierungsarbeiten auf der Strecke Nordhausen - Northeim ist folgend eine Verkürzung der Fahrzeit zu erwarten. Ebenso könnte ein verändertes Fahrzeugeinsatzkonzept, z.B. mit zwei Triebwagen von Saalfeld über Erfurt und Nordhausen nach Herzberg, von wo aus ein Teil weiter nach Northeim und der andere weiter nach Braunschweig fährt zur Steigerung der Attraktivität und in Folge steigenden Fahrgastzahlen führen.
Die Strecke zwischen Sondershausen und Bretleben ist augenblicklich in einem so schlechten Zustand das die Reisendenzahlen auf ein Maß gesunken sind, so das dringender Handlungsbedarf besteht diese Strecke zu sanieren. Diese und eine Durchbindung von Nordhausen über Sondershausen, Bretleben, Artern bis nach Sangerhausen bringen zwischen Nordhausen und Sondershausen sowie zwischen Bretleben und Sangerhausen eine zusätzliche Taktverdichtung zu den schon bestehenden Verbindungen, so das die Attraktivität gesteigert und weitaus verbesserte Fahrgastzahlen zu erwarten sind. Geschieht dies nicht umgehend, so ist mit einer dauerhaften Stillegung zu rechnen.
Auf der über Nordhausen verlaufenden Bahnverbindung zwischen Halle und Kassel sind ebenfalls die Fahrzeiten, gerade was den Abschnitt zwischen Halle und Nordhausen betrifft, völlig unzureichend und unattraktiv. Dort können ebenfalls mit vergleichsweise geringem Aufwand in Kürze erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Ein Ausbau der Strecke auf bis 160 km/h sowie eine Wiedereinrichtung einer Fernverkehrsverbindung würde zur gerade entstehenden Autobahn A 38 echte Alternativen bilden.
Bundesweit ist festzustellen, das das Engagement der Schienenverkehrsunternehmen zur Steigerung der Fahrgastzahlen zurzeit noch nicht genügend ausgeprägt ist. Ein Grund dafür liegt in der Finanzierung des Nahverkehrs durch die sogenannten Bestellerentgelte begründet. In der Zukunft sind veränderte vertragliche Regelung zur Finanzierung notwendig, bei denen die Fahrgastzahlen und Service stärker Berücksichtigung finden.
Ebenso schauen die unterschiedlichen Verkehrsunternehmen in bezug auf Kooperation und Zusammenarbeit im Interesse der Kunden zu wenig über den eigenen Tellerrand. Nur wenn es in den kommenden Jahren gelingt diese Zusammenarbeit beachtlich zu Intensivieren wird sich das System Nahverkehr in der Konkurrenz zum Individualverkehr behaupten können.
