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Märkte in Südosteuropa?

Montag, 16. September 2002, 18:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Es mag sein, dass der Besuch Kilian Kleinschmidts in Nordhausen Teil des Wahlkampfprogramms von Eckhard Ohl (SPD) war. Die Teilnehmer an der Gesprächsrunde am Montag im Ratskeller waren indes nur an dem interessiert, was Kleinschmidt zu sagen hatte. nnz versucht, Eindrücke zu vermitteln.


Foto: J.Seifert Der Besucher ist der Beauftragte des Stabilitätspaktes Südosteuropa in Brüssel, also einer Einrichtung der EU. Und er war der Einladung Eckhard Ohls gefolgt, um interessierten Unternehmern dieser Region Möglichkeiten aufzuzeigen, einen Fuß in die Tür zum infrastrukturellen Aufbau Südosteuropas zu bekommen. Gemeint sind dabei die Staaten des Balkans, Jugoslawien bzw. aller jener Staaten, die durch den jahrelangen Bürgerkrieg in menschliches Elend und ein infrastrukturelles Chaos gestürzt wurden.

Inzwischen hat sich die Lage in diesen Staaten nach den Ausführungen Kilians weitgehend beruhigt, der Aufbau der Infrastruktur hat begonnen und bietet dabei Unternehmen der verschiedensten Branchen Möglichkeiten des Einstiegs und der Beteiligung an dieser immensen Aufgabe. Der Mann aus Brüssel zeigte die vielfältigen Möglichkeiten auf, die sich interessierten Unternehmern vor allem im Baubereich bieten. Er umriss die Chancen, wie dieser Einstieg bewerkstelligt werden kann durch Investitionen, Beteiligungen und Kooperationen.

Er verwies dabei als direkten Ansprechpartner auf den Sachbearbeiter beim Deutschen Wirtschafts-Institut in Berlin, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Themen der Finanzierung wurden angesprochen, auf Möglichkeiten von Bürgschaften hingewiesen bis hin zur Frage des Einsatzes eigener Mitarbeiter oder solcher, die vor Ort angeworben werden könnten. Man träfe insgesamt auf große Aufgeschlossenheit bei den Bürgern der einzelnen Staaten, ob nun Mazedonien, Montenegro, Kroatien oder auch Jugoslawien und ein entsprechend großes Potenzial an Facharbeitern.

Insgesamt zeichnete Kilian Kleinschmidt außerordentlich günstige Möglichkeiten auf, die freilich in der Diskussion einigermaßen gedämpft wurden durch einen Unternehmer mit einschlägigen Erfahrungen. Zwar bestätigte er grundsätzlich die von Kleinschmidt aufgezeigten Möglichkeiten, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es lange Zeit brauche, um überhaupt mit möglichen Partnern oder Auftraggebern ins Gespräch zu kommen. Er wies auf gewisse Probleme der unterschiedlichen Mentalität und Arbeitsauffassung der dort lebenden Menschen hin.

Wer die Zeit, Geduld und damit verbunden auch die nötigen Mittel aufbringe, eine Durststrecke zu überwinden, könne durchaus ins Geschäft kommen. Wer das aber nicht habe, dessen Chancen stünden schlecht. Ähnliches hat man schon in einigen Veranstaltungen analoger Art zuvor gehört. Dass nach den Ausführungen Kleinschmidts österreichische und italienische Firmen inzwischen dort auf dem Markt seien, könnte ein Anreiz sein, denn immerhin begleitet deutsche Firmen noch immer der Ruf, solide und qualitativ gute - allerdings auch teure - Arbeit zu leisten.
Autor: nnz

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