nnz-online

Thüringer Verdienstorden für Heinz Scharr

Sonntag, 07. Juni 2009, 07:01 Uhr
Doppelte Ehrung für Heinz Scharr. Morgen wird er den Thüringer Verdienstorden erhalten und die Städte Sondershausen und Nordhausen werden ein Ausstellungs- und Katalogprojekt durchführen, dass am 27. Juni mit einer Vernissage einen Höhepunkt erreicht...

Am kommenden Montag (8. Juni 2009) wird der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Dr. Klaus Zeh, den Thüringer Verdienstorden an Heinz Scharr aus Rehungen überreichen, der 1924 in Sondershausen geboren wurde.

Mit dem Thüringer Verdienstorden sollen das Lebenswerk von Heinz Scharr und seine bleibenden Verdienste um die Kunstlandschaft Thüringens gewürdigt werden. Er hat als Maler und Grafiker über fast sechs Jahrzehnte die Bildende Kunst in Thüringen wesentlich mitgeprägt. Davon zeugt die Vielzahl seiner Werke in Ausstellungen, Sammlungen, Galerien und im öffentlichen Raum.

Ein Beispiel ist die künstlerische Gestaltung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Während der etwa siebenjährigen künstlerischen Arbeit hat Heinz Scharr ganz wesentlich zu der heutigen exponierten Stellung der KZ-Gedenkstätte innerhalb der Gedenkkultur in Deutschland und deren internationaler Wahrnehmung beigetragen.

Heinz Scharr zum Fünfundachtzigsten


Der Künstler Heinz Scharr ist einer der wenigen bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten, die mit Sondershausen als Geburts- und langjährigem Wirkungsort verbunden sind. Auch wenn Heinz Scharr heute sein Atelier in Utterode im Landkreis Nordhausen hat, bleibt er für die Stadt Sondershausen ein wichtiger Künstler, der das Erscheinungsbild der Stadt über viele Jahrzehnte durch seine künstlerischen Arbeiten mit geprägt hat. Nicht zuletzt wegen dieser Verdienste bekam Heinz Scharr 2006 die Ehrengabe der Stadt Sondershausen überreicht.

Am 1. Juli 2009 begeht Heinz Scharr seinen 85. Geburtstag. Im Hinblick auf dieses Jubiläum hat die Stadt Sondershausen vor drei Jahren ein Projekt initiiert, das den bedeutenden Thüringer Künstler Heinz Scharr mit Ausstellungen in Sondershausen und Nordhausen sowie mit der Herausgabe eines Kataloges würdigen soll. Im Hinblick auf diese Vorhaben wurde im Jahr 2007 eine externe Kunsthistorikerin beauftragt, ein Werkverzeichnis des Künstlers zu erstellen. Die inzwischen vorliegende und ca. 2500 Arbeiten Heinz Scharrs umfassende Datenbank bildet die Grundlage für die Umsetzung des Ausstellungs- und Katalogprojektes. Die Finanzierung dieses ersten Schrittes übernahmen neben der Stadt Sondershausen die Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis und die Kreissparkasse Nordhausen.

Das Ausstellungs- und Katalogprojekt "Heinz Scharr zum Fünfundachtzigsten" ist inzwischen ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Sondershausen und Nordhausen geworden, nicht zuletzt deshalb, weil Heinz Scharr auch für Nordhausen eine wichtiger regionaler Künstler ist. Der seit einigen Jahren bestehende Kooperationsvertrag beider Städte wird durch dieses kulturelle Projekt mit Leben erfüllt.

Heinz Scharrs grafische und plastische Arbeiten werden in zeitlicher Nähe zu seinem Geburtstag in beiden Städten in Ausstellungen präsent sein: Vom 27. Juni 2009 bis zum 9. August 2009 im Schlossmuseum Sondershausen / Marstall / "Galerie im Schloss"; vom 23. Juli 2009 bis 11. September 2009 in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen. Bereits zu Beginn des Jahres 2009 war Heinz Scharr mit Radierungen und Plastiken im Kunsthaus Meyenburg Nordhausen zu Gast.

Die Ausstellungen im Sondershäuser Marstall und in der Kreissparkasse Nordhausen werden unter dem Titel "Heinz Scharr. Schwarz-Weiss" Grafik und Plastik zeigen. In der "Galerie im Schloss" des Schlossmuseums Sondershausen bilden Zeichnungen zu einem im Schaffen von Heinz Scharr immer wiederkehrenden Thema den Schwerpunkt: Pferd und Reiter. Hier beweist sich Heinz Scharr als exzellenter Beobachter und Zeichner, dort als experimentierfreudiger, die grafischen Techniken beherrschender und unkonventionell anwendender Künstler. Neben grafischen Blättern werden seine unverwechselbaren Eisenplastiken und Holzskulpturen zu sehen sein.

Der vom Schlossmuseum Sondershausen herausgegebene ca. 300 Seiten umfassende Katalog "Heinz Scharr: Das Werk" wird vom Sandstein-Verlag Dresden in einer Auflage von 1000 Exemplaren produziert und kostet im Buchhandel 28,00 Euro. Er enthält neben dem Werkverzeichnis ein Essaykapitel mit Aufsätzen von Dr. Hendrik Bärnighausen, Prof. Dr. Kai Uwe Schierz und Susanne Knorr sowie einen Abbildungsteil mit 120 ganzseitigen Reproduktionen, die einen repräsentativen Querschnitt des Schaffens von Heinz Scharr geben.

Die Realisierung der Publikation war nur möglich, weil sich neben den beiden Städten Sondershausen und Nordhausen zahlreiche Förderer finanziell engagierten: Die Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis, die Kreissparkasse Nordhausen, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Art-regio der Sparkassenversicherung, die Stadtwerke Sondershausen, das Land Thüringen, die GSES GmbH Glückauf Sondershausen. Ihnen allen gebührt dafür ein besonderer Dank.
Die Publikation wird, so die Hoffnung der Herausgeber, eine intensivere kunstwissenschaftliche Beschäftigung mit einer der markantesten zeitgenössischen Künstlerpersönlichkeiten Mitteldeutschlands anregen.

Für die Vernissage am 27. Juni 2009, um 16.00 Uhr, im Achteckhaus konnte als Laudator Björn Engholm, Lübeck, gewonnen werden. Die musikalische Begleitung übernimmt das Ensemble FERRUM aus Kassel, das nach Eröffnung und Ausstellungsrundgang um 18.30 Uhr im Achteckhaus eine weitere Klangperformance bietet, bei der Eisen - wie im plastischen Werk von Heinz Scharr - eine besondere Rolle spielt.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de