Eindrucksvolle Hilfsaktion
Sonntag, 08. September 2002, 19:44 Uhr
Neustadt/Osterode (nnz). Auch nach dem Hochwasser reißt die Welle der Hilfsbereitschaft für die betroffenen Gebiete nicht ab. Die nnz war dabei, als sich einige freiwillige Helfer mit besten Absichten auf den Weg ins sächsische Eilenburg machten.
Wolldecken, Stepp-Betten, Thermoskannen, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, ein Elektroherd, ein Kühlschrank, ein Geschirrspüler, ein Trockner, Lappen, Putz-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel etwa zwei Tonnen Geräte und Utensilien für den täglichen Gebrauch im Wert von ungefähr 3.000 Euro gingen am Mittwoch an Hilfe suchende Hände in der Region um Eilenburg.
Nach aufopferungsvoller Mithilfe bei der Rettung des Deiches in Buch bei Tangermünde (nnz berichtete) ließen es sich die Wasserretter der DLRG Hohnstein e. V. nicht nehmen, auch nach der Flut in den betroffenen Gebieten aktiv zu werden. Am Freitag zuvor kam es zu einer spontanen Spenden-Aktion für Gebrauchsgegenstände. Auch einige Geldspenden konnten eingenommen werden.
Die Güter sowie ein großer Teil des Sammelgutes der Gemeinde Harzungen wurden sechs Tage später durch drei Vereinsmitglieder und einen ortskundigen Helfer, der zuvor in der Stadt bei den Aufräumarbeiten tätig gewesen war, in die Region um die sächsische Stadt gebracht. So fand das Gesammelte während des elfstündigen Einsatzes seinen Weg in zwei Pflegeheime in Eilenburg und in ein Pflegeheim in Niederglaucha. Des weiteren konnte einem Kindergarten in Hohenprießnitz geholfen werden.
Es ist erschreckend zu sehen, mit welcher Kraft und Zerstörungswut das Wasser gewirkt hat, beschreibt ein DLRG-Mitglied seine Eindrücke. Ein Mitarbeiter eines Eilenburger Pflegeheimes hat uns eine Stahltür gezeigt, die sich durch den Wasserdruck stark verbogen hatte. Im Fahrstuhl liegt jetzt noch ein angeschwemmtes Fahrrad, von dem niemand weiß, wem es gehört.
Die Helfer der DLRG berichten von einem umgelagerten Pflegeheim, dessen Insassen in einem evakuierten Hort untergebracht sind. Noch können die Leute aus dem Flachbau nicht zurück, ihr eigentliches Heim ist zu stark beschädigt. Der Vereinsvorsitzende Christoph Burkert berichtet im nnz-Gespräch: 13 alte Menschen schlafen in zwei großen Räumen auf klappbaren Holzliegen, gepolstert mit ein paar Decken. Rund um sie stehen Kleiderständer mit Kleidungsstücken, und auch im Raum türmen sich die Berge. Zwischen den Räumen befindet sich eine kleine Küche mit Herd und Spüle, in der sich zwei Personen gerade so bewegen können. Die Versorgung übernehmen zwei junge Frauen, die drei Tage lang ununterbrochen für die Heimbewohner sorgen. Danach wird das Personal gewechselt.
Unser Besuch in der Region hat uns stark beeindruckt. Selbst wenn man an den braunen Linien an den Hauswänden erkennt, wo das Wasser stand, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass man vor zwei Wochen an dieser Stelle noch bis zur Brust in einer braunen, stinkenden Brühe gestanden hätte.
Trotz der großen Hilfsbereitschaft stimmt die Opfer eines etwas traurig: Wir freuen uns über jede Hilfe, die wir kriegen. Nur leider denken die meisten nur an die Bedürftigkeit der Städte. Die vielen Dörfer, die auch sehr stark beschädigt sind, werden dabei oft vergessen, berichtet die Leiterin des Kindergartens. Vielleicht konnte dieser Artikel in diesem Punkt ein wenig Abhilfe schaffen.
Autor: mj
Wolldecken, Stepp-Betten, Thermoskannen, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, ein Elektroherd, ein Kühlschrank, ein Geschirrspüler, ein Trockner, Lappen, Putz-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel etwa zwei Tonnen Geräte und Utensilien für den täglichen Gebrauch im Wert von ungefähr 3.000 Euro gingen am Mittwoch an Hilfe suchende Hände in der Region um Eilenburg. Nach aufopferungsvoller Mithilfe bei der Rettung des Deiches in Buch bei Tangermünde (nnz berichtete) ließen es sich die Wasserretter der DLRG Hohnstein e. V. nicht nehmen, auch nach der Flut in den betroffenen Gebieten aktiv zu werden. Am Freitag zuvor kam es zu einer spontanen Spenden-Aktion für Gebrauchsgegenstände. Auch einige Geldspenden konnten eingenommen werden.
Die Güter sowie ein großer Teil des Sammelgutes der Gemeinde Harzungen wurden sechs Tage später durch drei Vereinsmitglieder und einen ortskundigen Helfer, der zuvor in der Stadt bei den Aufräumarbeiten tätig gewesen war, in die Region um die sächsische Stadt gebracht. So fand das Gesammelte während des elfstündigen Einsatzes seinen Weg in zwei Pflegeheime in Eilenburg und in ein Pflegeheim in Niederglaucha. Des weiteren konnte einem Kindergarten in Hohenprießnitz geholfen werden.
Es ist erschreckend zu sehen, mit welcher Kraft und Zerstörungswut das Wasser gewirkt hat, beschreibt ein DLRG-Mitglied seine Eindrücke. Ein Mitarbeiter eines Eilenburger Pflegeheimes hat uns eine Stahltür gezeigt, die sich durch den Wasserdruck stark verbogen hatte. Im Fahrstuhl liegt jetzt noch ein angeschwemmtes Fahrrad, von dem niemand weiß, wem es gehört.
Die Helfer der DLRG berichten von einem umgelagerten Pflegeheim, dessen Insassen in einem evakuierten Hort untergebracht sind. Noch können die Leute aus dem Flachbau nicht zurück, ihr eigentliches Heim ist zu stark beschädigt. Der Vereinsvorsitzende Christoph Burkert berichtet im nnz-Gespräch: 13 alte Menschen schlafen in zwei großen Räumen auf klappbaren Holzliegen, gepolstert mit ein paar Decken. Rund um sie stehen Kleiderständer mit Kleidungsstücken, und auch im Raum türmen sich die Berge. Zwischen den Räumen befindet sich eine kleine Küche mit Herd und Spüle, in der sich zwei Personen gerade so bewegen können. Die Versorgung übernehmen zwei junge Frauen, die drei Tage lang ununterbrochen für die Heimbewohner sorgen. Danach wird das Personal gewechselt. Unser Besuch in der Region hat uns stark beeindruckt. Selbst wenn man an den braunen Linien an den Hauswänden erkennt, wo das Wasser stand, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass man vor zwei Wochen an dieser Stelle noch bis zur Brust in einer braunen, stinkenden Brühe gestanden hätte.
Trotz der großen Hilfsbereitschaft stimmt die Opfer eines etwas traurig: Wir freuen uns über jede Hilfe, die wir kriegen. Nur leider denken die meisten nur an die Bedürftigkeit der Städte. Die vielen Dörfer, die auch sehr stark beschädigt sind, werden dabei oft vergessen, berichtet die Leiterin des Kindergartens. Vielleicht konnte dieser Artikel in diesem Punkt ein wenig Abhilfe schaffen.
