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Gedenken an Opfer von SED-Unrecht

Freitag, 06. September 2002, 17:41 Uhr
Obergebra (nnz). Für die Menschen in Obergebra war der heutige 6. September ein besonderer Tag. Vor 50 Jahren wurden Ernst Wilhelm und Johann Muras hingerichtet. An ihrem Grab gedachten Christdemokraten den beiden Männern.


Gedenken in Obergebra Auf den Tag ist die Enthauptung der Obergebraer CDU Mitglieder Ernst Wilhelm und Johann Muras heute 50 Jahre her gewesen. Beide wurden zu Unrecht eines Mordes an einem SED-Funktionär beschuldigt und 1952 zum Tode verurteilt. Auch ein Gnadengesuch wurde abgewiesen und so kam es vor 50 Jahren zur Vollstreckung dieses grauenvollen Urteils. Erst 1990, nach der Wende, konnte der Fall neu bewertet werden und die Menschen hatten das Recht über dieses Schicksal zu reden.

Der Thüringer Justizminister und der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund nahmen den heutigen Tag zum Anlass, gemeinsam mit Angehörigen sowie Vertretern des CDU-Kreisverbandes Nordhausen der Opfer zu gedenken. Stellvertretend für alle Opfer des SED-Unrechtsregimes wurde an der 1990 eingerichteten Grabstätte ein Kranz niedergelegt. Minister Andreas Birkmann sagte in seiner Ansprache: „Richter, die bei Schauprozessen mitmachten ­ aus welchen Gründen auch immer ­ wurden dem richterlichen Ethos nicht gerecht. Sie sollten nicht Richter genannt werden. Es handelte sich bei ihnen in Wahrheit um Handlanger der Diktatur.“

Auch Manfred Grund, der danach das Wort ergriff, erinnerte nochmals an die Tatsache, dass es niemandem möglich war, ohne Angst vor Repressalien, seine freie Meinung zu äußern. Seit der Einheit gehören zum Glück Schauprozesse und politisch motivierte Urteile der Vergangenheit an. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wurden die Angehörigen in das Obergebraer Kaffee Pabst eingeladen. Dort erfolgte ein Gedankenaustausch mit den Abgeordneten und dem Minister.
Autor: nnz

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