Angriff auf Stadtratskandidatin
Montag, 04. Mai 2009, 12:55 Uhr
Heute Vormittag: Der Platz vor dem Rathaus. Eine junge Frau wird angegriffen, angespuckt. Die nnz mit dem Versuch einer Situationsbeschreibung...
Seit Tagen das gleiche Bild. Leute der rechtsradikalen NPD und ihre Helfershelfer von den autonomen Nationalisten verteilen Flyer vorm Rathaus, sprechen vorrübergehende Leute an. Sie wollen die Menschen bewegen, ihre unterstützenden Unterschriften auf den Wahllisten abzugeben. 144 Nordhäuserinnen und Nordhäuser müssen auf der Liste der NPD unterschreiben. Ich hätte noch vor Wochen gedacht, dass diese gesetzlich vorgeschriebene Hürde nicht übersprungen wird.
Ich hatte mich getäuscht. Nach inoffiziellen und nicht bestätigten Meldungen ist die Hürde längst gefallen. Unter den Sympathisanten auch Menschen, die ihren Frust ablassen wollen, die Protest ausdrücken. Aber: Ist Radikalität, ist Hass auf Ausländern, das Leugnen des Holocausts, die Verehrung des so genannten dritten Reiches mit Protest gleichzusetzen? Verständlich ist das für mich nicht.
Auch das gehört seit Tagen zum Bild des Rathausplatzes. Vertreter von demokratischen Parteien, Mitglieder der Nordhäuser Stadtratsfraktionen wollen dagegen halten. Auch sie verteilen Zettel, Flyer, auf denen sie vor der heraufziehenden braunen Gefahr warnen. Wählen ja, aber nicht NPD – so das gemeinsame Credo von SPD, CDU, LINKE, Bündnis90/Grüne und FDP.
Heute kam es am Vormittag zu einer Attacke. Ein NPD-Symphatisant, dem eine junge Kandidatin der Liste der LINKE einen Flyer in die Hand drücken wollte, bespuckte die junge Frau, die daraufhin Anzeige erstattete. Wie die nnz erfuhr, konnten Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes die Personalien des Mannes feststellen, die Polizei nahm eine entsprechende Anzeige auf, die Vertreter der Parteien fungieren als Zeugen.
Wenn auch die politische Argumente von LINKEN, CDU oder SPD oftmals nicht unter einen Hut zu bringen sind und ein jeder um den Wähler kämpft, in solchen Situationen zeigt sich die Einigkeit in punkto Demokratie. Wenn ich an dieser Stelle auch oftmals von einer Nationalen Front im Nordhäuser Stadtrat geschrieben habe, so will ich das heute gern wiederholen. In den vergangenen Tagen, heute aber insbesondere zeigte sich auf dem Nordhäuser Rathausplatz eine demokratische Front. Und das ist gut so.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzSeit Tagen das gleiche Bild. Leute der rechtsradikalen NPD und ihre Helfershelfer von den autonomen Nationalisten verteilen Flyer vorm Rathaus, sprechen vorrübergehende Leute an. Sie wollen die Menschen bewegen, ihre unterstützenden Unterschriften auf den Wahllisten abzugeben. 144 Nordhäuserinnen und Nordhäuser müssen auf der Liste der NPD unterschreiben. Ich hätte noch vor Wochen gedacht, dass diese gesetzlich vorgeschriebene Hürde nicht übersprungen wird.
Ich hatte mich getäuscht. Nach inoffiziellen und nicht bestätigten Meldungen ist die Hürde längst gefallen. Unter den Sympathisanten auch Menschen, die ihren Frust ablassen wollen, die Protest ausdrücken. Aber: Ist Radikalität, ist Hass auf Ausländern, das Leugnen des Holocausts, die Verehrung des so genannten dritten Reiches mit Protest gleichzusetzen? Verständlich ist das für mich nicht.
Auch das gehört seit Tagen zum Bild des Rathausplatzes. Vertreter von demokratischen Parteien, Mitglieder der Nordhäuser Stadtratsfraktionen wollen dagegen halten. Auch sie verteilen Zettel, Flyer, auf denen sie vor der heraufziehenden braunen Gefahr warnen. Wählen ja, aber nicht NPD – so das gemeinsame Credo von SPD, CDU, LINKE, Bündnis90/Grüne und FDP.
Heute kam es am Vormittag zu einer Attacke. Ein NPD-Symphatisant, dem eine junge Kandidatin der Liste der LINKE einen Flyer in die Hand drücken wollte, bespuckte die junge Frau, die daraufhin Anzeige erstattete. Wie die nnz erfuhr, konnten Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes die Personalien des Mannes feststellen, die Polizei nahm eine entsprechende Anzeige auf, die Vertreter der Parteien fungieren als Zeugen.
Wenn auch die politische Argumente von LINKEN, CDU oder SPD oftmals nicht unter einen Hut zu bringen sind und ein jeder um den Wähler kämpft, in solchen Situationen zeigt sich die Einigkeit in punkto Demokratie. Wenn ich an dieser Stelle auch oftmals von einer Nationalen Front im Nordhäuser Stadtrat geschrieben habe, so will ich das heute gern wiederholen. In den vergangenen Tagen, heute aber insbesondere zeigte sich auf dem Nordhäuser Rathausplatz eine demokratische Front. Und das ist gut so.
Peter-Stefan Greiner

