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Alte Bekannte

Mittwoch, 22. April 2009, 09:21 Uhr
Eigentlich war alles klar, eigentlich wollen (fast) alle die Sollstedter Schwimmhalle erhalten. Und doch wurde am Dienstagnachmittag munter diskutiert. Das Schlimme daran – es wird sich in den kommenden Jahren im Kreistag nicht viel ändern...


Manch derartige Sitzungs-Veranstaltungen sind schon amüsant. Für den Gelegenheitsbeobachter sind sie merkwürdig. Da sitzen mehr als 40 Männer und Frauen, zum größten Teil in der Nähe des gesetzlichen Rentenalters und weit darüber und diskutieren. Natürlich wollen sie das, was dem Otto-Normal-Bürger danach als Politik verkauft wird, auch nach außen tragen. Für sich selbst ist solch ein Theater wirklich nicht zu inszenieren, oder?

Da wird eine um mehr als zwei Millionen höhere Kreis- und Schulumlage, da werden um mehr als eine Million höhere Personalkosten in der Verwaltung im Minutentakt durchgewunken, aber um 50.000 Euro wird ein Spektakel veranstaltet, als ob das Wohl und Wehe dieses Universums von den Menschen im Plenarsaal des Landratsamtes abhängen würde.

Und es sind immer die gleichen Akteure mit immer den gleichen Intentionen. Da gibt sich Egon Primas (CDU) volkstümlich, nutzt seine Routine aus dem Landtag, um dem Wahlvolk zu gefallen. Da ist die Fraktionsspitze der LINKEN, die immer und immer wieder betont, dass man sich in der Fraktion mit gerade diesem Thema ausführlich beschäftigt habe. Da ist Klaus-Dieter Drick (FDP), der den Sparkommissar macht, manche gedruckte Zeile nicht liest und dann immer und immer wieder zur Bleicheröder Regelschule kommt, der er als Leiter vorsteht. Da ist Winfried Theuerkauf (SPD), der mit Bilanzen winkt und auf Risiken aufmerksam macht.

Mitunter kann man als Beobachter lächeln, schmunzeln, wenn zum Beispiel Gisela Hartmann oder Dr. Horst Kox (Bündnis90/Grüne) ans Mikrofon schreiten und irgendwo in den Tiefen der CDU-Fraktion ein Stöhnen und abfallende Bemerkungen zu hören sind. Und es sind dann schließlich die auffallen, weil sie fünf Jahre lang nichts sagen.

Das Schlimme daran – oder andersherum – der Garant für eine gewisse Konstante ist die Tatsache, dass fast alle aktuellen Kreistagsmitglieder (bis auf den aus der CDU-Fraktion verstoßenen Dieter Kochbeck) auf den Kandidatenlisten ihrer jeweiligen Parteien für die nächsten fünf Jahre wieder zu finden sind. Selbst wenn bei einigen (so sie denn gewählt werden) das achte oder neunte Lebensjahrzehnt anbrechen wird. Positiv zu sehen ist das natürlich auch. Man muss sich nicht an all zuviel neue Gesichter gewöhnen und auch die Auftritte sind vermutlich ähnlich.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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