Die fetten Jahre sind vorbei
Donnerstag, 09. April 2009, 16:08 Uhr
Frei nach dem oben zitierten Filmtitel äußerte sich Bürgermeister Jendricke heute zu den Auswirkungen der Konjunkturkrise auf die Stadt Nordhausen. Sein Ellricher Kollege stimmt zu und beide haben auch schon "Sparpotential" im Auge.
Die guten Jahre im Bereich der öffentlichen Finanzen sind sicher vorbei, machte Bürgermeister Matthias Jendricke in Bezug zur Konjunkturkrise klar. Gerade die Stadt Nordhausen konnte in den letzten Jahren zunehmend von den besseren Steuereinnahmen profitieren und somit Schulden abbauen bzw. zugleich noch neue Projekte realisieren.
Da wir viele Umlagen und Zuweisungen noch anhand der Vorjahreswerte bekommen, tritt allerdings immer eine zeitliche Verschiebung bei den öffentlichen Finanzen ein. Ich rechne so ab Herbst damit, dass sich die Wirtschaftskrise auch bei den Einnahmen der Kommunen bemerkbar macht, erklärte Jendricke.
Auch der Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold sieht dies so und gibt zugleich zu bedenken, dass die Stadt Ellrich zwar auch in den vergangenen Jahren Mehreinnahmen verzeichnen konnte, aber diese durch die Erhöhungen bei den Kreis- und Schulumlagen nahezu in voller Höhe wieder an den Landkreis weitergegeben werden mussten.
In diesem Zusammenhang verweisen nun beide Bürgermeister auf die dramatische Statistik des letzten Jahres, wonach der Landkreis Nordhausen die mit Abstand höchsten Umlagen von den Gemeinden verlangt. Inzwischen müssen die Südharzgemeinden fast die Hälfte der eigenen Einnahmen an die Landkreisverwaltung abliefern, denn der Umlagesatz betrug im letzten Jahr 45,89 Prozent. Im Gegensatz dazu verlangen die Landkreise Gotha, Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen nur eine Umlage um die 32 Prozent.
Leider besagt die Jahresstatistik 2008 auch, dass diese Mehreinnahmen nicht mal bei den Bürgern im Landkreis ankommen, vielmehr hat die Nordhäuser Kreisverwaltung selbst den zweithöchsten Wert bei den Kosten für den allgemeinen Verwaltungsbetrieb. Der Ausgabewert für die laufenden Sachkosten der Verwaltung liegt beim Landkreis Nordhausen bei 234 Euro pro Einwohner und wird im Jahr 2008 nur vom Landkreis Weimarer Land mit 256 Euro pro Einwohner noch übertroffen. Am wenigsten geben im Übrigen die Landkreise Altenburger Land (97 Euro) und Saalfeld/Rudolstadt (95 Euro) für ihren Verwaltungsablauf aus.
Die Kreistagsmitglieder sollten sich diese Zahlen genau ansehen, bevor sie dem neuen Haushalt zustimmen, gab Matthias Ehrhold zu Bedenken. Und Matthias Jendricke forderte zudem den Landrat Joachim Claus auf, endlich Kooperationsstrukturen mit den umliegenden Landkreisen zu suchen und nicht jede Kleinstaufgabe selbst mit einem hohen Verwaltungsaufwand zu erfüllen. Aus Sicht von Jendricke wäre ein Beispiel eine gemeinsame Rettungsleitstelle für Nordthüringen, allein dadurch ließen sich hier langfristig pro Jahr rund eine halbe Million Euro einsparen, ohne dass man die Leistungen gegenüber dem Bürger einschränken müsste.
Autor: nnzDie guten Jahre im Bereich der öffentlichen Finanzen sind sicher vorbei, machte Bürgermeister Matthias Jendricke in Bezug zur Konjunkturkrise klar. Gerade die Stadt Nordhausen konnte in den letzten Jahren zunehmend von den besseren Steuereinnahmen profitieren und somit Schulden abbauen bzw. zugleich noch neue Projekte realisieren.
Da wir viele Umlagen und Zuweisungen noch anhand der Vorjahreswerte bekommen, tritt allerdings immer eine zeitliche Verschiebung bei den öffentlichen Finanzen ein. Ich rechne so ab Herbst damit, dass sich die Wirtschaftskrise auch bei den Einnahmen der Kommunen bemerkbar macht, erklärte Jendricke.
Auch der Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold sieht dies so und gibt zugleich zu bedenken, dass die Stadt Ellrich zwar auch in den vergangenen Jahren Mehreinnahmen verzeichnen konnte, aber diese durch die Erhöhungen bei den Kreis- und Schulumlagen nahezu in voller Höhe wieder an den Landkreis weitergegeben werden mussten.
In diesem Zusammenhang verweisen nun beide Bürgermeister auf die dramatische Statistik des letzten Jahres, wonach der Landkreis Nordhausen die mit Abstand höchsten Umlagen von den Gemeinden verlangt. Inzwischen müssen die Südharzgemeinden fast die Hälfte der eigenen Einnahmen an die Landkreisverwaltung abliefern, denn der Umlagesatz betrug im letzten Jahr 45,89 Prozent. Im Gegensatz dazu verlangen die Landkreise Gotha, Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen nur eine Umlage um die 32 Prozent.
Leider besagt die Jahresstatistik 2008 auch, dass diese Mehreinnahmen nicht mal bei den Bürgern im Landkreis ankommen, vielmehr hat die Nordhäuser Kreisverwaltung selbst den zweithöchsten Wert bei den Kosten für den allgemeinen Verwaltungsbetrieb. Der Ausgabewert für die laufenden Sachkosten der Verwaltung liegt beim Landkreis Nordhausen bei 234 Euro pro Einwohner und wird im Jahr 2008 nur vom Landkreis Weimarer Land mit 256 Euro pro Einwohner noch übertroffen. Am wenigsten geben im Übrigen die Landkreise Altenburger Land (97 Euro) und Saalfeld/Rudolstadt (95 Euro) für ihren Verwaltungsablauf aus.
Die Kreistagsmitglieder sollten sich diese Zahlen genau ansehen, bevor sie dem neuen Haushalt zustimmen, gab Matthias Ehrhold zu Bedenken. Und Matthias Jendricke forderte zudem den Landrat Joachim Claus auf, endlich Kooperationsstrukturen mit den umliegenden Landkreisen zu suchen und nicht jede Kleinstaufgabe selbst mit einem hohen Verwaltungsaufwand zu erfüllen. Aus Sicht von Jendricke wäre ein Beispiel eine gemeinsame Rettungsleitstelle für Nordthüringen, allein dadurch ließen sich hier langfristig pro Jahr rund eine halbe Million Euro einsparen, ohne dass man die Leistungen gegenüber dem Bürger einschränken müsste.

