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„Eiskind" auf Tour

Mittwoch, 08. April 2009, 13:14 Uhr
Es ist mucksmäuschenstill in der Klasse, nur das Rauschen der Heizung mischt sich in den Vortrag einer jungen Frau, die nicht älter als die Abiturienten zu sein scheint: Isabel Helemann. Bis zum Juni gehört sie zum Team des Jungen Theaters in Nordhausen, absolviert hier ihr freiwilliges soziales Jahr im Bereich Kultur. Sie hat aber auch seit ein paar Jahren schon Bühnenerfahrung, so hat sie in der vergangenen Spielzeit die Kriemhild in der Produktion „Die Nibelungen“ des Theaterjugendclubs gespielt und steht zur Zeit in „Trüffelschweine“ auf der Bühne. Seit Anfang April bietet sie für Schulklassen in der Region die szenische Lesung „Eiskind“ von Elisabeth Vera Rathenböck als mobile Produktion an. Isabell Helemann hat mit der Lesung bereits Schulen in Nordhausen und im Eichsfeld besucht.

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)


„… Ich bin zu fett, um in Bewegung zu kommen. Zu fett, um was mitzukriegen. Zu fett, um zum Tanzen aufgefordert zu werden. Zu fett, um endlich abzuhauen. Endlich abhauen…“. Isabel Helemann liest aus einem Schauspiel, das im vergangenen Sommer in Linz uraufgeführt wurde: „Eiskind“. Es macht seine Zuhörer mit einem Thema vertraut, das Schülern nicht unbekannt ist, es geht um Essstörungen, um Beziehungen zwischen Eltern und Kind, um ein Mädchen, das sich den elterlichen Wunschvorstellungen beugt und schließlich zum Fall für einen Therapeuten wird. Schließlich entkommt sie diesem Teufelskreis und findet Hilfe.

Isabell Helemann gibt der Kathrin ihre Stimme, das, was sie spricht, geht den Schülern unter die Haut. Die neunte Klasse des Humboldt-Gymnasiums in Nordhausen lauscht jedem Wort. Das kurze Gespräch danach beschränkt sich auf wenige Fragen, zu sehr ist das Thema noch gegenwärtig. Die Lehrerin Marion Wuttke hatte sofort das Angebot zur szenischen Lesung von „Eiskind“ des Jungen Theaters aufgegriffen und war, wie ihre Schüler, begeistert.

Noch bis zum Sommer können Schulen „Eiskind“ beim Jungen Theater unter Tel. (0 36 31) 62 60-168 zu sich einladen. Die Kosten betragen 2 Euro pro Person, die Zuhörerzahl für die ca. 45-minütige Lesung ist auf 40 Personen begrenzt.
Autor: nnz

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