Gerald Schröder: Unvorstellbar
Sonntag, 25. August 2002, 10:06 Uhr
Ellrich (nnz). Der Ellricher Bürgermeister war am Freitag in Sachsen. In Glashütte informierte sich Gerald Schröder über notwendige Hilfsmaßnahmen. nnz hat sich mit ihm nach seiner Rückkehr unterhalten.
All das, was Verwaltungsfachleute in die Kategorie Infrastruktur einordnen existiert dort nicht mehr. Kaum eine Spur von Straßen, Brücken, Gehwegen oder funktionierenden Ver- und Entsorgungsleitungen. Vor allem hat es die kleinen Ortsteile hammerhart erwischt. Nach ihrer Ankunft wurden Schröder und Andreas Triftshäuser in den Ortsteil Schlottwitz umgelenkt. Als fast unbeschreiblich charakterisiert der Ellricher Bürgermeister den Zustand in dem kleinen Ort. Viele Häuser sind quasi zerstört, die Menschen sind derart mit ihren Nerven am Ende, dass sie vielleicht noch gar nicht realisieren, wie schwer es sie getroffen hat. Aber sie wollen wieder aufbauen.
Damit die Ellricher Hilfe auch dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, haben sich Schröder und der Ortsvorsteher von Schlottwitz auf drei Familien geeinigt, denen die Hilfe aus dem Südharz zugute kommen soll. Gestern wurde mit einem ersten Teil der eingegangenen Spenden erst einmal im Baumarkt eingekauft. Vor allem Werkzeug, vom Akkuschrauber bis zum Kärcher, wurde in den Wagen gepackt. Mit der ersten Hilfssendung sind heute früh der Führungskräfte der Ellricher Feuerwehr nach Sachsen geschickt worden. Dort sollen sie den Einsatz koordinieren. Weitere Ellricher sollen in der kommenden Woche ihren Marschbefehl erhalten.
Eine Nordhäuser Metall- und Zaunbaufirma will morgen acht Mitarbeiter nach Schlottwitz schicken. Im Gepäck haben sie Kabelrollen, Elektromaterial aber auch einen Betonmischer. Allein aus dieser Aufstellung wird sichtbar, dass Kleidung oder ähnliches gegenwärtig nicht gebraucht wird. Dankbar sind die Menschen in den Katastrophengebieten über Haushaltsgeräte, Waschmaschinen, aber auch Schüsseln, Töpfe und ähnliches werden benötigt. In zwei bis drei Wochen wollen die Ellricher dann Malerbedarf ordern und nach Sachsen schicken.
In großen Lagerhallen um Glashütte herum befinden sich zwar viele Hilfsgüter, doch niemand will momentan sein Haus oder seine Wohnung verlassen. Immer noch geht die Angst vor Plünderungen um. Unverständlich ist für Schröder auch die Tatsache, dass die Katastrophenregion immer noch von Touristen heimgesucht wird. Statt mit anzupacken, wird gefilmt oder fotografiert.
Autor: nnz
All das, was Verwaltungsfachleute in die Kategorie Infrastruktur einordnen existiert dort nicht mehr. Kaum eine Spur von Straßen, Brücken, Gehwegen oder funktionierenden Ver- und Entsorgungsleitungen. Vor allem hat es die kleinen Ortsteile hammerhart erwischt. Nach ihrer Ankunft wurden Schröder und Andreas Triftshäuser in den Ortsteil Schlottwitz umgelenkt. Als fast unbeschreiblich charakterisiert der Ellricher Bürgermeister den Zustand in dem kleinen Ort. Viele Häuser sind quasi zerstört, die Menschen sind derart mit ihren Nerven am Ende, dass sie vielleicht noch gar nicht realisieren, wie schwer es sie getroffen hat. Aber sie wollen wieder aufbauen. Damit die Ellricher Hilfe auch dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, haben sich Schröder und der Ortsvorsteher von Schlottwitz auf drei Familien geeinigt, denen die Hilfe aus dem Südharz zugute kommen soll. Gestern wurde mit einem ersten Teil der eingegangenen Spenden erst einmal im Baumarkt eingekauft. Vor allem Werkzeug, vom Akkuschrauber bis zum Kärcher, wurde in den Wagen gepackt. Mit der ersten Hilfssendung sind heute früh der Führungskräfte der Ellricher Feuerwehr nach Sachsen geschickt worden. Dort sollen sie den Einsatz koordinieren. Weitere Ellricher sollen in der kommenden Woche ihren Marschbefehl erhalten.
Eine Nordhäuser Metall- und Zaunbaufirma will morgen acht Mitarbeiter nach Schlottwitz schicken. Im Gepäck haben sie Kabelrollen, Elektromaterial aber auch einen Betonmischer. Allein aus dieser Aufstellung wird sichtbar, dass Kleidung oder ähnliches gegenwärtig nicht gebraucht wird. Dankbar sind die Menschen in den Katastrophengebieten über Haushaltsgeräte, Waschmaschinen, aber auch Schüsseln, Töpfe und ähnliches werden benötigt. In zwei bis drei Wochen wollen die Ellricher dann Malerbedarf ordern und nach Sachsen schicken.
In großen Lagerhallen um Glashütte herum befinden sich zwar viele Hilfsgüter, doch niemand will momentan sein Haus oder seine Wohnung verlassen. Immer noch geht die Angst vor Plünderungen um. Unverständlich ist für Schröder auch die Tatsache, dass die Katastrophenregion immer noch von Touristen heimgesucht wird. Statt mit anzupacken, wird gefilmt oder fotografiert.
