nnz-online

Neue Sprechstunde in Ellrich

Donnerstag, 02. April 2009, 17:06 Uhr
Das Landratsamt Nordhausen wird zukünftig einmal monatlich neben der Seniorenberatung eine weitere Sprechstunde in der Stadtverwaltung Ellrich anbieten. Das ist ein Ergebnis der Sozialraumkonferenz, die gestern in Ellrich mit rund 40 Vertretern der Stadtverwaltung, Schulen, Kindertagesstätten, gemeinnützigen Organisationen und Vereinen stattfand. Zu den anderen geht es mit nur einem Klick...

Konferenz in Ellrich (Foto: Piper/pln) Konferenz in Ellrich (Foto: Piper/pln)

Bei diesen Sprechstunden können sich die Ellricher gezielt zu Fragen der Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung und Seniorenarbeit informieren, ohne nach Nordhausen zum Landratsamt fahren zu müssen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. „Wir werden das auch in der Ellricher Zeitung publik machen“, sagte Ellrichs Bürgermeister Matthias Ehrhold.

Die Beteiligten der Sozialraumkonferenz einigten sich außerdem darauf, wieder ein Freizeitangebot für Jugendliche in Ellrich zu etablieren. „Wir müssen in die Offensive gehen. Wir brauchen ein neues Freizeitangebot. Vereine allein reichen nicht aus“, sagte Wolf-Ullrich Künzel, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat. Die statistischen Zahlen pflichten dieser Meinung bei: In Ellrich ist nur knapp ein Viertel der unter 18-Jährigen in Vereinen aktiv, von den 18- bis 27-Jährigen sind es nur zwölf Prozent. Das liegt unter dem Kreisdurchschnitt von 34 bzw. 16 Prozent.

Konferenz in Ellrich (Foto: Piper/pln) Konferenz in Ellrich (Foto: Piper/pln)

Auch Bürgermeister Matthias Ehrhold plädierte für einen erneuten Versuch, einen Jugendclub aufzubauen – auch wenn frühere Anläufe gescheitert sind. „Wir haben es versucht mit einem Jugendclub, der sich selbst trägt“, sagte Matthias Ehrhold. Das habe zwar nicht geklappt, aber er werde es gern wieder mit einer neuen Generation versuchen. Von den einst sieben Jugendtreffs in der Einheitsgemeinde sind noch zwei in den Ortsteilen Appenrode und Gudersleben übrig geblieben.

Dabei ist der Bedarf da: Ellrich liegt mit einem Anteil von 13,5 Prozent von Kindern und Jugendlichen leicht über dem Kreisdurchschnitt. Versuche eines Jugendclubs in Ellrich sind in der Vergangenheit auch daran gescheitert, dass eine hauptamtliche Betreuung des Angebots fehlte. Damit verbindet sich eine weitere Forderung aus der Sozialraumkonferenz heraus: „Wir brauchen einen Bereichsjugendpfleger für Ellrich“, sagte Thea Huck, Sozialarbeiterin im Landratsamt und zuständig für den Bereich Ellrich.

„So können Sie in Ellrich den Zulauf zu Gruppen, die vielleicht Probleme bereiten können, bremsen und dämpfen. In der Jugendarbeit müssen Sie sich immer vor Augen halten: Der Weg ist das Ziel“, sagte Torsten Wagner, Fachgebietsleiter im Fachbereich Jugend und Soziales und Kreisjugendpfleger. Mit ihrer Haltung waren die Mitarbeiter des Jugendamts nicht allein. Auch Bürgermeister Matthias Ehrhold sprach sich für einen Bereichsjugendpfleger aus, sah allerdings bei der Finanzierung eine Mitverantwortung beim Landkreis. Um die Qualität der offenen Jugendarbeit weiter zu sicher, sollen auch Jugendliche, die sich im künftigen Treffpunkt ehrenamtlich engagieren, in einer Jugendgruppenleiterschulung weiterqualifiziert werden.

Im Gegensatz zur Freizeitgestaltung von Jugendlichen gibt es in Ellrich ausreichend Angebote für Senioren. Hier hakt es eher in den fünf Ortsteilen der Einheitsgemeinde. Dort fehlt es an Angeboten gerade für Senioren, die nicht mehr so mobil sind, um nach Ellrich zu kommen. Hier Abhilfe zu schaffen, haben die Teilnehmer der Sozialraumkonferenz gestern ebenfalls als Zielsetzung formuliert.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de