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Gedenken und erinnern

Donnerstag, 02. April 2009, 11:48 Uhr
Vor 64 Jahren wurde das Konzentrationslager Mittelbau-Dora von amerikanischen Truppen befreit. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird in der kommenden Woche an dieses Ereignis erinnert. Die nnz mit einem Überblick...


Ehemalige Häftlinge sowie Angehörigen und Hinterbliebene der KZ-Gefangenen aus West- und Osteuropa, aus Israel und den USA werden dazu erwartet. Die Gedenkstätte lädt zur Teilnahme ein. Ganz im Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers steht die Gedenkveranstaltung am Donnerstag, dem 9. April 2009 ab 11.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Auf dem Platz vor dem ehemaligen Krematorium findet die Kranzniederlegung statt. Dr. Klaus Zeh, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Thüringen spricht ein Grußwort. Die Gedenkrede hält Albert van Hoey, Vorsitzender des Häftlingsbeirats der Gedenkstätte.

Sonderausstel lung: „Gardelegen, April 1945“
Eine neue Sonderausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora wird gegen 13.00 Uhr (im Anschluss an die Kranzniederlegung) in der ehemaligen Feuerwache des Lagers eröffnet. Die Fotoschau widmet sich der visuellen Erinnerung an das Massaker von Gardelegen. Hier wurden nur zwei Tage vor Ankunft der US-Truppen über 1000 KZ-Häftlinge – viele stammten aus Außenlagern des KZ Mittelbau – grausam ermordet.

Präsentiert werden Aufnahmen von Militärberichterstattern, die den amerikanischen Umgang mit dem Tatort und den Spuren des Verbrechens dokumentierten. Zur Einführung spricht Dr. Regine Heubaum, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, über Entstehungskontext und Überlieferungsgeschichte der Bildquellen aus den National Archives in Washington.

Ausstellung des Totenbuchs des KZ Mittelbau-Dora
Im Februar 2009 ist das verschollen geglaubte Original des Totenbuchs durch Vermittlung der Association Française Buchenwald Dora der Gedenkstätte übergeben worden. Nun wird das bedeutende Dokument für zwei Monate im Foyer des Museums gezeigt. Das chronologische Verzeichnis der Sterbefälle wurde von KZ-Häftlingen geführt. Vom 3. Oktober 1943 bis zum 8. April 1945 registrierten sie 8.007 ermordete und verstorbene Lagerinsassen mit Namen, Haftnummer und weiteren Angaben.

Bei der Befreiung im April 1945 hatte der französische Häftling Georges Greffier das Totenbuch an sich genommen und es nach Frankreich gebracht. Bisher war lediglich eine minderwertige Reproduktion verfügbar, die in den 1960er Jahren für ein Strafverfahren angefertigt worden war.

Gedenkort KZ Ellrich-Juliushütte
Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (am Bahnhof Ellrich) findet bereits am 8. April 2009 ab 16.30 Uhr eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung statt. Zur Begrüßung sprechen die Bürgermeister der Stadt Ellrich und der Samtgemeinde Walkenried, Matthias Ehrhold und Frank Uhlenhaut. Gemeinsam laden die Stadt Ellrich und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zur Teilnahme ein.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung findet am 8. April ab 18.00 Uhr in der St.-Johannis-Kirche (Marktplatz Ellrich) eine Buchvorstellung statt. Der Leiter der KZGedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, präsentiert die Neuerscheinung: „Ellrich 1944/45. Konzentrationslager und Zwangsarbeit in einer deutschen Kleinstadt“ (Göttingen: Wallstein Verlag, 2009).
Autor: nnz

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