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Aller guten Dinge sind drei

Donnerstag, 26. März 2009, 07:12 Uhr
Für den SV 1925 oder den FSV Wacker 90? Richtig ist, dass es sich um den dritten Anlauf der Nordhäuser handelt, doch noch zum Premierenauftritt in Borsch zu gelangen. Ob man auch guter Dinge sein kann, wird sich wohl erst nach dem Spiel sagen lassen, meinz Klaus Verkouter.

Die Mannschaft, links Trainer Vogt (Foto: Verein) Die Mannschaft, links Trainer Vogt (Foto: Verein)

Denn weder im November noch im Februar (nnz berichtete jeweils) konnte der 13. Spieltag in Borsch ausgetragen werden. Auf zum dritten Versuch! Wackers Trainer Burkhard Venth hat den Ilmenauauftritt seiner Mannschaft auf dem Kunstrasen abgehakt. Da käme die Begegnung in Südwestthüringen gerade recht. Aber auch dort wird auf einem eher kleinen Platz gespielt.

Den jedoch kann man sich nicht aussuchen, für alle Gastmannschaften herrschen die gleichen Bedingungen. Wie die Ilmenauer bevorzugen auch die Borscher eine Spielweise mit viel körperlichem Einsatz und überraschenden Kontern, die manchen Gegner schon blitzartig überraschten.

Im Hinblick auf das Pokal-Viertelfinale gegen den FC Rot-Weiß Erfurt ist das nach Auffassung des Nordhäuser Trainers genau die richtige Vorbereitung. Tino Steinberg wird weiter ausfallen. Bruder Nico kämpft nach seiner in Jena erlittenen Verletzung um den Anschluss. Lars Greschkes Einsatz ist nach seiner Abwehrtat auf dem Ilmenauer Kunstrasen, die er mit einer großen Schürfwunde und einer Hüftprellung teuer bezahlen musste, fraglich.

Die überzogene Ampelkarte gegen Steven Ebert zwingt den Mittelfeldspieler zu einer Pause. Wohl oder übel müssen Akteure der zweiten Vertretung mit auf Reise gehen. Wenn Hauke Lattmann seinen Trainingsrückstand in dieser Woche verringern kann, bietet sich auch sein Einsatz an. Auf jeden Fall muss Burkhard Venth personell umstellen und eine taktische Variante finden, um erfolgreich sein zu können. Die beiden führenden Mannschaften, Gotha/Friemar und Jena, haben mit ihren 4:0-Siegen gezeigt, wie man gegen Borsch spielen muss.

Dass es schwer wird, zeigt das insgesamt couragierte Auftreten des SV 1925. Wer hatte schon gedacht, dass der Verein aus der Rhön den 6. Tabellenplatz innehaben wird. Die bisherigen 31 erzielten Tore entsprechen etwa dem Wackerniveau (33). Allerdings hat man auch schon 31 Treffer zugelassen. Das sollte der Nordhäuser Angriffsabteilung Mut machen. Vielleicht findet auch Lars Pohl nach seiner langwierigen Krankheit zu alter Treffsicherheit zurück.

Der Stürmer hat immerhin schon 44 Tore für sein Team in den letzten dreieinhalb Jahren Thüringenliga geschossen. Er sieht seine Situation so: „Meine Krankheit hat mich zurückgeworfen. Mit ‚Extraschichten’ im Stadtpark hoffe ich, meinen Fitnessstand zu verbessern und bald wieder Tore zu machen. Vielleicht gelingt mir Sonnabend eins – am liebsten der Siegtreffer.“

Borschs Trainer Vogt mutmaßte kürzlich: „In der Rückrunde wird es erst richtig hart. Denn jetzt können wir nicht mehr vom Überraschungseffekt zehren. Jetzt wissen sie alle, wie wir spielen, und werden sich auf uns einstellen.“ Doch Wacker konnte noch nie gegen Borsch antreten. Etwas vom Überraschungsbonus profitieren die Platzherren also doch. Sie werden besonders motiviert sein, weil sie in einer Serie von fünf sieglosen Spielen stehen.

Rainer „Berti“ Vogt, der Trainer der Südwestthüringer, trug von 1970 bis 1972 den Dress der Nordhäuser und erreichte damals in einer spielstarken Mannschaft, übrigens gemeinsam mit Wackers heutigem Sportmanager Udo Hoffmann, den 3. und 5. Platz in der Endabrechnung der DDR-Liga, Staffel Süd. Vogt wird sicherlich darauf brennen, sich mit einem guten Spiel seiner Schützlinge dem einstigen Klub aus dem Südharz in Erinnerung zu bringen.

Die Wacker-Zweite (7. Platz) reist am Sonntag nach Heiligenstadt, wo die dortige Reserve um 14 Uhr Gastgeber sein wird. Beide Teams trennen fünf Plätze in der Tabelle, aber nur drei Punkte. Die Devise lautet: Aufschließen zum Zweiten oder im Mittelfeld verharren.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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