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Kurzweiliger Vortrag von Prof. Pfeiffer

Mittwoch, 18. März 2009, 17:25 Uhr
Professor Albrecht Pfeiffer  (Foto: Hellberg) Professor Albrecht Pfeiffer (Foto: Hellberg) Auf dem jüngsten Themenabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins sprach Prof. Dr. Albrecht Pfeiffer über den „Sachsenspiegel“ aus dem Blickwinkel eines Landwirts…

Der „Sachsenspiegel“ war das erste deutsche Rechtsbuch und auch eines der ersten deutschen Prosawerke. Es ist der Versuch, das Recht des eigenen Stammes aufzuzeichnen. Darin liegt auch die große Leistung Eike von Repgows, denn bis dahin waren Rechtskenntnisse im Volk nicht verwurzelt. Entstanden ist das Werk zwischen 1220 und 1230. Zu schließen ist dies auf Grund der Tatsache, dass der Landfrieden König Heinrichs VII. von 1221 erwähnt wurde. Das Werk umfasst die beiden Bereiche Landrecht und Lehnrecht.

„Da damals viele Einwohner Sachsens und Deutschlands nicht lesen konnten, ist der „Sachsenspiegel“ eine so genannte Bilderhandschrift. Rechtssätze sind zunächst von dem Verfasser in lateinischer Sprache abgefasst worden, später wurde eine Fassung in deutscher Sprache erarbeitet. Zu den Rechtssätzen sind um sie allen verständlich zu machen Bilder angefertigt. Der Originalsachsenspiegel ist verloren gegangen. Von den Abschriften sind uns heute noch vier erhalten geblieben“, erläuterte Professor Pfeiffer.

Im Vortrag wurde im Wesentlichen die Heidelberger Kopie genutzt, aber auch um regionale Unterschiede aufzuzeigen, die Oldenburger Handschrift vorgestellt.
Ziel des Vortrages war es, anhand der Bilder des Sachsenspiegels ein Abbild der landwirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland vor 800 Jahren zu zeigen. Durch ausgewählte Bilder wurden landwirtschaftliche Nutzpflanzen und Nutztiere, danach Werkzeuge und Geräte der damaligen Zeit gezeigt und diskutiert. Den Abschluss bildete der Zehntkalender bei dem die Liefertermine angegeben waren. Es wurde deutlich gemacht, dass es die Termin der Schätzung von Ertrag und Bestand waren auf deren Grundlage der Bauer abliefern musste. So ist der „Sachsenspiegel“ ein wichtiges Zeugnis auch der Agrargeschichte und zeigt so manche Verbindung zur Landwirtschaft der Neuzeit.
Seine Ausführungen untermauerte Professor Pfeiffer mit zahlreichen Abbildungen.
Autor: rh

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