nnz-Betrachtung: Nicht gewollt
Samstag, 07. März 2009, 09:22 Uhr
Die Nordhäuser CDU hatte gestern ihre Liste für die Wahl zum kommenden Nordhäuser Stadtrat beschlossen. Wie gewohnt, verlief in Bielen alles glatt, wäre da nicht ein Umstand zu notieren gewesen, der dieser und aller anderen Parteien im Nordhäuser Dunstkreis nicht förderlich ist...
Zu 98 Prozent gleicht die gestern beschlossene Liste jener, die der Vorstand der Nordhäuser CDU vorgeschlagen hatte. Ein Name fehlt jedoch: Dr. Niels Neu. Den wollten die Vorständler gern auf dem dritten Platz der Liste wissen. Nicht aber die eingefahrene Basis der Nordhäuser Christdemokratie. Und so erhielt Niels Neu in der geheimen Abstimmung lediglich drei Stimmen über der Mehrheit und: 36 Gegenstimmen. Für den Unternehmer zu wenig. Der hatte bereits im Vorfeld seinem vertrauten Kreis innerhalb der Partei angedeutet, dass er sich ein klares Votum wünsche.
Niels Neu ist Unternehmer. Er führt das weiter, was Großvater und Vater aufgebaut haben. Und der Mann interessiert sich für kommunale Politik der christdemokratischen Art. Man sieht ihn regelmäßig in Stadtratssitzungen im Publikum sitzen, er ist im Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes und bestimmt die Geschicke der hiesigen Mittelstandsvereinigung.
Mit anderen Worten – er engagiert sich. Nur das allein reicht in der Nordhäuser CDU nicht. Da gibt es Gruppen, Clans und Familien, die zwar immer schön im Hintergrund arbeiten, dennoch in der Mitgliedschaft eine ungeheuere Wirkung haben. Und die wollen – so hat es den Anschein - in erster Linie ihre Sippe versorgt wissen. Heute wird sich das bei der Verabschiedung der Kreistagsliste zeigen.
Neue Ideen, die vielleicht mehr Zeit verlangen, die eventuell ein neues Denken beinhalten, die werden nicht gebraucht. Noch nicht. Noch sind die Nordhäuser Parteien wie die CDU gut mit Kandidaten versorgt, die sich im Seniorenalter befinden und ihren Platz beanspruchen. Seit 1990 übrigens – komme, was da wolle, bis in alle Ewigkeit oder so. Für Dr. Neu war es in den Nordhäuser Parteiniederungen sicher auch nicht vor Vorteil, dass man ihm eine besondere Nähe zu Egon Primas nachsagt. Und so hätten wir die Probleme zwischen Stadt und Landkreis als zusätzlichen Schauplatz.
Ich kann mich noch an den 7. Mai 2006 erinnern. Es war im Biergarten der Friedenseiche in Salza. Da feierte Landrat Joachim Claus (CDU) seinen Wahlerfolg. Etwas abseits – auf einer Bank – saßen Niels Neu und Inge Klaan. Die beiden schienen mir so etwas wie die Zukunft der Partei zu sein, der klitzekleine Aufbruch in ein anderes Zeitalter.
Gestern ist dieser Aufbruch vertan worden. Und all die, die Niels Neu vielleicht in die Kategorie Weichei stecken wollten, die sind gestern eines Besseren belehrt worden. Seine Entscheidung, diese knappe Wahl nicht anzunehmen zeugt von Rückgrat. Andere hatten es in Bielen nicht.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzZu 98 Prozent gleicht die gestern beschlossene Liste jener, die der Vorstand der Nordhäuser CDU vorgeschlagen hatte. Ein Name fehlt jedoch: Dr. Niels Neu. Den wollten die Vorständler gern auf dem dritten Platz der Liste wissen. Nicht aber die eingefahrene Basis der Nordhäuser Christdemokratie. Und so erhielt Niels Neu in der geheimen Abstimmung lediglich drei Stimmen über der Mehrheit und: 36 Gegenstimmen. Für den Unternehmer zu wenig. Der hatte bereits im Vorfeld seinem vertrauten Kreis innerhalb der Partei angedeutet, dass er sich ein klares Votum wünsche.
Niels Neu ist Unternehmer. Er führt das weiter, was Großvater und Vater aufgebaut haben. Und der Mann interessiert sich für kommunale Politik der christdemokratischen Art. Man sieht ihn regelmäßig in Stadtratssitzungen im Publikum sitzen, er ist im Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes und bestimmt die Geschicke der hiesigen Mittelstandsvereinigung.
Mit anderen Worten – er engagiert sich. Nur das allein reicht in der Nordhäuser CDU nicht. Da gibt es Gruppen, Clans und Familien, die zwar immer schön im Hintergrund arbeiten, dennoch in der Mitgliedschaft eine ungeheuere Wirkung haben. Und die wollen – so hat es den Anschein - in erster Linie ihre Sippe versorgt wissen. Heute wird sich das bei der Verabschiedung der Kreistagsliste zeigen.
Neue Ideen, die vielleicht mehr Zeit verlangen, die eventuell ein neues Denken beinhalten, die werden nicht gebraucht. Noch nicht. Noch sind die Nordhäuser Parteien wie die CDU gut mit Kandidaten versorgt, die sich im Seniorenalter befinden und ihren Platz beanspruchen. Seit 1990 übrigens – komme, was da wolle, bis in alle Ewigkeit oder so. Für Dr. Neu war es in den Nordhäuser Parteiniederungen sicher auch nicht vor Vorteil, dass man ihm eine besondere Nähe zu Egon Primas nachsagt. Und so hätten wir die Probleme zwischen Stadt und Landkreis als zusätzlichen Schauplatz.
Ich kann mich noch an den 7. Mai 2006 erinnern. Es war im Biergarten der Friedenseiche in Salza. Da feierte Landrat Joachim Claus (CDU) seinen Wahlerfolg. Etwas abseits – auf einer Bank – saßen Niels Neu und Inge Klaan. Die beiden schienen mir so etwas wie die Zukunft der Partei zu sein, der klitzekleine Aufbruch in ein anderes Zeitalter.
Gestern ist dieser Aufbruch vertan worden. Und all die, die Niels Neu vielleicht in die Kategorie Weichei stecken wollten, die sind gestern eines Besseren belehrt worden. Seine Entscheidung, diese knappe Wahl nicht anzunehmen zeugt von Rückgrat. Andere hatten es in Bielen nicht.
Peter-Stefan Greiner
