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nnz-Wetter-Rückblick: Einheitsgrau und kalt

Dienstag, 03. März 2009, 12:19 Uhr
Nachdem uns der Januar 2009 mit seinen arktischen Temperaturen sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird, bietet der Februar wenige meteorologische Highlights. Auch wenn die menschlichen Empfindungen uns einen kalten, trüben und nassen Februar vorgaukeln - so trüb und nass war er eigentlich nicht. Kalt übrigens auch nicht.


Parnieske-Pasterkamp (Foto: nnz) Parnieske-Pasterkamp (Foto: nnz) Im Monatsmittel sogar ein wenig zu warm und trocken. Die tiefste Temperatur, die auf dem Campus gemessen wurde, lag bei -8,9°C am 15. Februar, die höchste Temperatur wurde mit 11,3°C am 6. Februar gemessen, wobei dieser Wert ein Ausreißer ist, erst am Monatsende wurde die 10 Grad-Marke wieder erreicht. 1,7°C – das ist das aktuelle Monatsmittel. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren fast drei Grad im Mittel weniger. 2007 und 2008 lag die mittlere Temperatur im Februar bei 4,1 bzw. 4,4°C.

Es lohnt ein Vergleich der drei meteorologischen Wintermonate Dezember, Januar und Februar zu den langjährigen Messreihen. Im Mittel betrug die Temperatur im Winter 2008/2009 0,4°C, was exakt dem 50-jährigen Mittel für Nordhausen entspricht (1956-2005). Vergleicht man die 30-jährigen Mittel von 1961 bis 1990 (0°C) bzw. 1971 bis 2000 (0,5°C) miteinander, so zeigt sich ein Trend hin zu wärmeren Wintern (1981-2009: 0,8°C). Der kalte Winter 2008/2009 fällt also statistisch nicht ins Gewicht – aus genau diesem Grund betrachten die Klimaforscher eben 30-jährige Mittelwerte und Trends.

Betrachten wir die Frost- und Eistage der vergangenen Winter. Frosttage sind Tage, an denen die minimale Temperatur unter 0°C sinkt, Eistage hingegen Tage, an denen das Thermometer nicht über die 0°C steigt. Im Winter 2008/2009 wurden in Nordhausen 61 Frosttage und 31 Eistage registriert. Der Januar 2009 konnte davon allein 28 Frost- und 18 Eistage verbuchen. Im Vergleich dazu gab es im Winter 2006/2007 insgesamt nur 28 Frosttage und sieben Eistage bei einer mittleren Temperatur von 4,8°C.

Der Niederschlag war auch in diesem Monat in Nordhausen nicht sehr ergiebig. 23,8 Liter registrierte die Campus-Station. Das ist zwar die doppelte Menge im Vergleich zum Januar, aber nur 50% der mittleren Summe für Nordhausen im Februar. Die drei Wintermonate brachten gemeinsam gerade einmal 51 mm Niederschlag. Normal wäre die dreifache Menge gewesen. Aber auch hier gilt: Der Blick auf die langjährigen Mittelwerte zeigt tendenziell eine leichte Zunahme der Winterschläge für Nordhausen.

Die Sonne zeigte sich knapp 50 Stunden, verteilt auf 28 Tage macht dies gut 100 Minuten pro Tag. An 11 Tagen erreichte bzw. überschritt die Taupunkttemperatur die Lufttemperatur. Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchte 100% beträgt, es also zur Kondensation des Wasserdampfes in der Luft kommt. Das bedeutet, dass diese Tage neblig waren, die Luftfeuchtigkeit lag im Tagesmittel über 90%. An 9 Tagen war die Sonne im Februar gar nicht zu sehen.

Damit erhöht sich die mittlere tägliche Sonnenscheindauer der verbliebenen 19 Februartage auf immerhin 160 Minuten. An den nebligen Tagen sank die Windgeschwindigkeit unter 1m/s – ruhiges, graues und feuchtes Wetter. 1,3 m/s wurden im Mittel registriert. Spitzenwerte lagen am 11. Februar bei 5 m/s. Das Orkantief Quinten, das zu dieser Zeit in Frankreich und Süddeutschland durchzog, war in Nordhausen nur noch an einem Luftdruckabfall zu erkennen.

Gegen Ende des Monats zeichnet sich endlich ein langsamer Aufwärtstrend ab: Die Temperaturen steigen im Tagesmittel auf über 6°C und Bodenfrost wurde seit dem 20. Februar nur noch einmal (25.2.) registriert. Am 28. Februar endet der meteorologische Winter – und damit steigt die Hoffnung auf frühlingshaftere Temperaturen und mehr Sonne im März.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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