nnz-Betrachtung: Spieler und Regisseure
Montag, 02. März 2009, 12:01 Uhr
Parteitage der SPD sind schon eine interessante Angelegenheit. Kommt dazu noch der interne Vorwahlkampf hinzu, dann wird das alles zum Spiegelbild einer Welt, die mit der realen nicht mehr viel zu tun hat. Oder doch?
Da ist zum Beispiel die Liste für die Kreistagswahl. Die war, und davon geht die nnz mal aus, vor der Aufführung in Sülzhayn, den Vorständlern im Kreis durchaus bekannt. Auch Matthias Jendricke. Doch der Mann gibt sich vermutlich damit nicht zufrieden und bringt seine Bauern, in diesem Fall eine Bäuerin, in Stellung. Das passiert so offensichtlich, dass die Sorgenfalten bei einigen der Genossen immer tiefer werden.
Die Bäuerin heißt Alexandra Rieger und gehört zu den hoffnungsvollen Nachwuchskadern in der Nordhäuser SPD. Und da genau beginnt das Dilemma dieser Partei, denn die Nordhäuser SPD ist nicht etwa die SPD des Landkreises Nordhausen. Zwei Flügel sind auszumachen – die Stadt und der Landkreis.
Und so geht Frau Rieger zum Angriff über. Sie ist mit dem, ihr zugedachten, Platz 38 nicht zufrieden, sie will nach vorn. Im Visier hat sie den Listenplatz mit der Nummer 5. Dort steht der Name Corinna Appenrodt. Jene junge Frau steht unter dem Stern von Dagmar Becker gilt ebenfalls als hoffnungsvoller Nachwuchskader. Spätestens hier tut sich die Frage auf: Warum hatte es Frau Rieger auf diesen Platz abgesehen? Es kommt also nicht nur zur Abstimmung Rieger gegen Appenrodt, sondern hier tobt ein Stellvertreterkrieg von Matthias Jendicke gegen Dagmar Becker oder umgekehrt.
Als Außenstehender hätte man noch verstehen können, wenn die junge Frau Rieger eine Kampfkandidatur gegen Margot Keßler gewagt hätte, um mit viel Enthusiasmus einen notwendigen Generationenwechsel zu vollziehen. Aber nein, es soll ein Kampf Nachwuchs – Nachwuchs werden.
Es wird aber noch paradoxer: Die SPD aus Nordhausen gibt sich mit der Niederlage in der Kampfabstimmung (29:9) für Appenrodt nicht zufrieden. Jetzt wird zum letzten Mittel gegriffen, das so in der Geschichte der Sozis nach der Wende in der Rolandstadt am Samstag seine Premiere feierte: Sabine Meyer, bis dato auf Platz 19, bietet einen Tausch der Plätze an, Frau Rieger nimmt an und residiert damit auf diesem Platz, während Frau Meyer auf den Platz 38 tauscht.
Und wer das jetzt alles nicht so recht versteht, der muss nicht an sich selbst zweifeln. Nur soviel steht fest: Mit dieser Partei ist – zumindest im Landkreis Nordhausen – keine Wahl zu gewinnen. Wer will sein Kreuz schon hinter Schachfiguren machen? Das mag auch innerhalb anderer Ansammlungen von Menschen – sprich: Parteien – so sein. Jedoch so dilettantisch vermag es nur die SPD zu zelebrieren. Sehr zur Freude der Zuschauer, das muss man schon eingestehen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDa ist zum Beispiel die Liste für die Kreistagswahl. Die war, und davon geht die nnz mal aus, vor der Aufführung in Sülzhayn, den Vorständlern im Kreis durchaus bekannt. Auch Matthias Jendricke. Doch der Mann gibt sich vermutlich damit nicht zufrieden und bringt seine Bauern, in diesem Fall eine Bäuerin, in Stellung. Das passiert so offensichtlich, dass die Sorgenfalten bei einigen der Genossen immer tiefer werden.
Die Bäuerin heißt Alexandra Rieger und gehört zu den hoffnungsvollen Nachwuchskadern in der Nordhäuser SPD. Und da genau beginnt das Dilemma dieser Partei, denn die Nordhäuser SPD ist nicht etwa die SPD des Landkreises Nordhausen. Zwei Flügel sind auszumachen – die Stadt und der Landkreis.
Und so geht Frau Rieger zum Angriff über. Sie ist mit dem, ihr zugedachten, Platz 38 nicht zufrieden, sie will nach vorn. Im Visier hat sie den Listenplatz mit der Nummer 5. Dort steht der Name Corinna Appenrodt. Jene junge Frau steht unter dem Stern von Dagmar Becker gilt ebenfalls als hoffnungsvoller Nachwuchskader. Spätestens hier tut sich die Frage auf: Warum hatte es Frau Rieger auf diesen Platz abgesehen? Es kommt also nicht nur zur Abstimmung Rieger gegen Appenrodt, sondern hier tobt ein Stellvertreterkrieg von Matthias Jendicke gegen Dagmar Becker oder umgekehrt.
Als Außenstehender hätte man noch verstehen können, wenn die junge Frau Rieger eine Kampfkandidatur gegen Margot Keßler gewagt hätte, um mit viel Enthusiasmus einen notwendigen Generationenwechsel zu vollziehen. Aber nein, es soll ein Kampf Nachwuchs – Nachwuchs werden.
Es wird aber noch paradoxer: Die SPD aus Nordhausen gibt sich mit der Niederlage in der Kampfabstimmung (29:9) für Appenrodt nicht zufrieden. Jetzt wird zum letzten Mittel gegriffen, das so in der Geschichte der Sozis nach der Wende in der Rolandstadt am Samstag seine Premiere feierte: Sabine Meyer, bis dato auf Platz 19, bietet einen Tausch der Plätze an, Frau Rieger nimmt an und residiert damit auf diesem Platz, während Frau Meyer auf den Platz 38 tauscht.
Und wer das jetzt alles nicht so recht versteht, der muss nicht an sich selbst zweifeln. Nur soviel steht fest: Mit dieser Partei ist – zumindest im Landkreis Nordhausen – keine Wahl zu gewinnen. Wer will sein Kreuz schon hinter Schachfiguren machen? Das mag auch innerhalb anderer Ansammlungen von Menschen – sprich: Parteien – so sein. Jedoch so dilettantisch vermag es nur die SPD zu zelebrieren. Sehr zur Freude der Zuschauer, das muss man schon eingestehen.
Peter-Stefan Greiner
