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Demo gegen Polizeigewalt

Samstag, 10. August 2002, 09:37 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). In Erfurt gingen gestern vorwiegend junge Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen Polizeigewalt und den tödlichen Schuß in Nordhausen.


An der Demonstration gegen Polizeigewalt sollen nach Angaben des Veranstalters in Erfurt rund 250 Menschen teilgenommen haben. Die Polizei geht in ihren Schützungen von rund 150 Teilnehmern aus. Angemeldet war die Aktion unter dem Motto: „Stoppt Polizeigewalt -­ gegen Sicherheitswahn und Überwachungsgesellschaft“. In Redebeiträgen wurde die lückenlose Aufklärung der Umstände gefordert, die zum Tod von René B. am 28.7. geführt haben. Steffen Dittes (PDS) wies auf der Auftaktkundgebung auf den sukzessiven Abbau von Grund- und Bürgerrechten hin, der sich im neuen Thüringer Polizeigesetz zeige.

Eine Rednerin der anarchistisch-kommunistischen Gruppe yafago machte auf die Verstrickung von Polizeigewalt und Kapitalismus aufmerksam: "Wenn der Verdacht nach einem Diebstahl letzten Endes den Tod eines Menschen nach sich zieht, dann wird deutlich, daß die Funktion des staatlichen Gewaltmonopols es immer ist, mit dem Eigentum einen Grundpfeiler der kapitalistischen Gesellschaft zu erhalten. Wer dagegen Widerstand leistet muss immer mit einer gewalttätigen Reaktion des Staates rechnen.", so die Sprecherin.

Zahlreiche Teilnehmer der Demo entschlossen sich spontan dazu, eine Strafanzeige wegen des Todes von Rene B. zu stellen und eine Petition an den Thüringer Landtag zu unterschreiben, in der die Aufklärung der Todesumstände gefordert wird. Die Demonstration verlief friedlich, bestätigte die Erfurter Polizei der nnz.
Autor: nnz

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