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Wo wir sind ist vorn

Montag, 16. Februar 2009, 20:51 Uhr
Party, Party – so stand es auf den Tischdeckchen aus Flies im Hotel „Zur Hoffnung“ in Werther geschrieben. Ob das alles zur CDU-Regionalkonferenz des Thüringer Nordens passte, das wollte die nnz wissen.

Regionalkonferenz der CDU (Foto: nnz) Regionalkonferenz der CDU (Foto: nnz)

Nach Werther kam am Abend alles, was bei den freistaatlichen Christdemokraten aktuell Rang und Namen hat oder: vielleicht irgendeinmal haben will. Und so wollte die Führung wieder einmal mit der Basis diskutieren. Über das Programm zu den wichtigen Wahlen dieses Jahres.

Auch das mediale Interesse war durchaus unüblich. Neben dem Sender der Landesregierung, dem öffentlich-rechtlichen mdr war auch das ZDF präsent. Begehrter Interviewgast war zuförderst der gesprächige Bundestagsabgeordnete Manfred Grund, der die personelle Zeitdebatte um Dieter Althaus losgetreten hatte.

Regionalkonferenz der CDU (Foto: nnz) Regionalkonferenz der CDU (Foto: nnz)

Doch nun zum Ablauf selbst. Nach dem sich das Parteivolk im Saal verteilt hatte, liefen die Granden auf. Wenn ein Fraktionsvorsitzender namens Mohring schon vor den Kameras defilieren darf, dann bitte unter breiter Anteilnahme der breiten Parteibasis. Da störte es auch nicht, dass Dagmar Schipanski völlig unsicher durch die Saaltür kam – es kümmerte sich einfach niemand um sie. Dafür mehr um Birgit Diezel.

Die begrüßte ihre Kabinettskollegen, die Kreisvorsitzenden und den Herrn Mohring, die Staatssekretäre, die Landräte und die Bürgermeister. „Und eigentlich sollte ja Dieter Althaus hier stehen, aber er braucht Ruhe“, so Dietzel. Das könne nicht per Knopfdruck geschehen, sondern etappenweise. Frohsinn strahlte die Stellvertreterin aus, da man den Dieter ja auch schon auf Spaziergängen gesehen habe. „Es ist egal, ob er eine Woche früher oder später in den Wahlkampf kommt, Hauptsache er ist genesen.“ Und so entsandten die Nordthüringer Christdemokraten ein Genesungstelegramm an den Bodensee.

Man brauche den Ministerpräsident, denn es gelte Ramelow und Co. zu verhindern. Ob nun Pisa 1 bis 5 oder die wirtschaftlichen Eckdaten – Thüringen ist immer ganz vorn – egal, wo vorn gerade ist. Und wenn man schon bei unerfreulichen Zahlen ist, wie die Arbeitslosenquote, dann ist daran natürlich der überaus harte Winter schuld, so Birgit Diezel, die selbst Obama zitierte, wenn es um die Verbreitung von politischem Optimismus geht.

„Thüringen ist unsere Heimat und dafür brauchen wir jedes CDU-Mitglied, die persönlichen Gespräche mit dem Nachbarn“, und vor der rot-roten Front, vor dem Ramelow-Populismus, wurde natürlich auch gewarnt in dem Saal, der närrisch geschmückt war.

Wirtschaft stärken, Kommunen stärken, den ländlichen Raum stärken und an der Spitze der neuen Länder stehen. All das ist natürlich im Entwurf des Regierungsprogramms niedergeschrieben und soll mit der Basis diskutiert werden. Und diese Basis ist stark in diesem Thüringer Norden, meinte Dr. Klaus Zeh, der natürlich erst einmal all die begrüßte, die zuvor schon begrüßt worden waren. Von Kurbelwellen bis Korn – all das Gute kommt aus Nordhausen, so der Nordhäuser Minister.

Mike Mohring verbringt derzeit Tage und Nächte mit Birgit Diezel – alles im Auftrag der Partei, beschrieb der Fraktionsvorsitzende das aktuelle Arbeitspensum. Diese enge Zusammenarbeit werde sich fortsetzen, schließlich wolle man auch die kommenden vier Jahre Verantwortung in Thüringen übernehmen. Nicht ohne Dieter Althaus, dessen demoskopisch erarbeiteter Kompetenz und seiner Beheimatung.

Als der Herr Mohring denn endlich mit der Aufzählung der Punkte des künftigen Eventuell-Regierungsprogramms am Ende war, klärten sich manch verbissene Blicke auf. Irgendwo hatte man das schon gehört. Die schriftliche Fassung – von der Krippe bis zum Seniorenheim, über Feuerwehrkameraden bis hin zu den Sportvereinen und den Thüringer Landgemeinden und den Bürger-Service-Büros - lag übrigens schon auf den Tischen. Auf eine multimediale Untermalung per Beamer wurde verzichtet.

Dann die Diskussion: Hier machte Dr. Franz Busch den Anfang, seit 1987 Mitglied in der CDU und Chef der Nordhäuser Seniorenunion. Ihm lag die Senkung der Mehrwertsteuer für Kinderartikel und Medikamente für ältere Menschen am Herzen. Ob das allerdings in ein Landesprogramm – selbst dem der CDU – reingehört, mag ebenso bezweifelt werden wie die Zuständigkeit der Thüringer CDU für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan oder die künstliche Befruchtung.

Burgunde Krumm wollte etwas zur Landgemeinde wissen. Sei das die Zukunft oder gebe es auch weiterhin die Verwaltungsgemeinschaft? Innenminister Manfred Scherer, der sich bereits am Wochenende Niedergebra anschaute (nnz berichtete), gab auch der VG’s eine Chance in der Zukunft.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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