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nnz-Forum: Menschenverachtend

Mittwoch, 07. August 2002, 19:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz-Redaktion erhielt heute eine Mail von Mitgliedern der Jungen Union in Nordhausen. Darin distanzieren sich die Verfasser von einem Brief von Manuel Thume.


Mit Verwunderung und Empörung vernahmen die Mitglieder des Kreisvorstandes der Jungen Union Nordhausen die Wortmeldung von Manuel Thume in der nnz vom 31. Juli. Wir möchten gegenüber der Öffentlichkeit eindeutig klarstellen, dass dies die Privatmeinung von Herrn Thume ist und nicht die der Jungen Union Nordhausen. Wir distanzieren uns hiermit entschieden von den Äußerungen Thumes.

Uns ist unverständlich, wie ein von christlichen Werten geprägter junger Mann eine derartige menschenverachtende Vorverurteilung des René B. öffentlich ausspricht und faktisch alle, die einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, für vogelfrei erklärt. Eine Rechtfertigung, im Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bei Bedarf „ein Menschenleben auszulöschen“, wie sie Manuel Thume pauschal vornimmt, ist weder moralisch noch rechtlich für uns tragbar.

Wir sehen alle Betroffenen der Nordhäuser Katastrophe vom 28. Juli als Opfer, auch den Polizisten, der René B. erschoss. Als schmerzliche Lehre aus dem Vorfall sollten von uns allen entsprechende Konsequenzen gezogen werden: Stärkung der öffentlichen Zivilcourage der Bürger, um Gewalt und Aggressivität vorzubeugen, ein engeres und offeneres Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei, das durch die derzeitige Informationspolitik zum Tod von René B. mehr als beschädigt ist, bessere Schulung und Ausbildung unserer Polizisten und auch das Überdenken des Einsatzes der „mannstoppenden“ Munition durch die Polizei.

Eine „Law and Order“-Atmosphäre, die im Interesse einer „geordneten Gesellschaft“ auch bereit ist, Menschen präventiv mit (Waffen)Gewalt zu „befrieden“, genau das fordert und begrüßt Thume mit seinen „Wehret den Anfängen“, sind Kennzeichen einer Diktatur. Manuel Thume ist in seiner Haltung hier den Stalinisten und noch Schlimmeren gefährlich nahe. Auch wir möchten Manuel nicht vorverurteilen, aber eine solche Denkweise kann mit den Werten und Anschauungen der Jungen Union nicht in Einklang gebracht werden. Manuel Thume sollte daher mit sich selbst und seinen Einstellungen ins Reine kommen und überlegen, ob die Junge Union der richtige Verband für ihn ist.

Mitglieder des Kreisvorstandes der Jungen Union Nordhausen
Stefan Willführ, Giselher Becker und Erwin Spangenberg

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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