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Grüne und BUND für Reservat

Sonntag, 04. August 2002, 10:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Bündnisgrüne Politiker und Vertreter von Umwelt- und Naturschutzverbänden besuchten am Freitag Nordhausen. Dabei sprach man sich für ein künftiges Biosphärenreservat im Südharz aus.


Am Freitag besuchten die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Simone Probst, die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, Astrid Rothe, der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Burkhard Vogel, grüne Landtagsabgeordnete aus Niedersachsen und Mitglieder des grünen Kreisverbandes den Landkreis Nordhausen, um sich vor Ort einen Überblick über die in Europa einmalige Gipskarstlandschaft zu verschaffen.

„Ein Schwerpunkt unserer Besichtigungstour und der Gespräche mit Landrat Joachim Claus (CDU) sowie der Umweltamtsleiterin, Gisela Hartmann, bildete die Frage des landschaftszerstörenden und tourismusschädigenden Rohstoffabbaus.“, so Astrid Rothe. „Übereinstimmend kristallisierten sich die Forderungen nach einem sofortigen Stopps des Abbauvorhabens Rüdigsdorfer Schweiz, dem u.a. der Winkelberg zum Opfer fallen soll, und einem Ende der Ausweitung des Gipsabbaus insgesamt heraus. Es ist an der Zeit, endlich nach Alternativen zum Gips zu forschen, die nachhaltig sind. Denn eines muss klar sein: Gipsabbau ist nicht renaturierbar, es entstehen Wunden, die nicht mehr geheilt werden können. “

Bereits seit Jahren bemüht sich die Region um die Ausweisung des Südharzes als länderübergreifendes Biosphärenreservat, welches im Landkreis Nordhausen den Harzrand, das dem Gebirge südlich vorgelagerte Zechsteinbergland sowie Teile des Bundsandstein-Hügellandes umfassen soll. „Dies böte der Region eine große Chance für die Entwicklung einer natur- und umweltverträglichen Wirtschaft“, so Rothe.

1992 gab es einen gemeinsamen Beschluss der Landesregierungen von Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, in dem der Wille zur Einrichtung eines solchen Biosphärenreservates erklärt wurde. (gemeinsame Kabinettssitzung der 3 Länder am 13.Oktober 1992 in Naumburg). Dafür wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter der Leitung des Staatssekretärs Illert im Umweltministerium Thüringen arbeiten sollte, die jedoch nur einmal, nämlich am 1.7.1999, tagte.

„Wir müssen also feststellen, dass trotz einer aktiven Region bis zum heutigen Tage von Seiten des Thüringer Umweltministerium keine weiteren Aktivitäten zur Ausweisung eines Biosphärenreservates Südharz zu verzeichnen sind“, kritisiert die Landessprecherin. Stattdessen schreiten die Pläne voran, immer mehr Teile der einmaligen Landschaft unwiederbringlich zu zerstören.“

Bündnis 90/Die Grünen Thüringen und der BUND Thüringen fordern die Thüringer Landesregierung auf, sich für eine Ausweitung der FFH-Gebiete in dieser Region und die Ausweisung des Biosphärenreservates Südharz mit Nachdruck einzusetzen. „Denn hier bietet sich die Chance, Tourismusförderung aktiv zu betreiben, die Landschaft extensiv zu nutzen und in ihrer einmaligen Ausdehnung als Gipskarst auch künftig zu erhalten“, so Rothe abschließend.
Autor: nnz

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