nnz-online

Moderne Altenpflege heute

Dienstag, 27. Januar 2009, 12:41 Uhr
Im August vergangenen Jahres hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Mitarbeiter in der Altenpflege aufgerufen, ihr umfangreiches Wissen, ihr Können und ihre Erfahrungen, die sie Tag für Tag in ihre Tätigkeit investieren, einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Beiträge kamen auch aus dem Landkreis Nordhausen...


Aus dem Trägerverbund der Altenpflege aus JugendSozialwerk Nordhausen e.V., Diakonie in Nordhausen – Stiftung „Maria im Elende“ GmbH sowie Diakonie-Werk Landkreis Nordhausen West e. V. entstanden acht Beiträge, die die Sicht der Verfasser auf moderne Altenpflege sowie ihr berufliches Selbstverständnis dokumentieren.

Beiträge geliefert (Foto: JSW) Beiträge geliefert (Foto: JSW)

Der Beitrag von Kerstin Triftshäuser stellt den Trägerverbund Altenhilfe vor, dessen Strukturen von Abgrenzung und Konkurrenz zu Kooperation zum Nutzen der Bürger, der Einrichtungen, der Träger, der Mitarbeiter und des Image in der Altenpflege geführt haben. Dargestellt werden die Verknüpfungen der ambulanten, teilstationären und stationären Altenhilfeangebote der beiden diakonischen Träger sowie des JugendSozialwerk Nordhausen e.V., wie beispielsweise die monatliche gemeinsame Qualitätskonferenz sowie die trägerübergreifende Beratung, Fortbildung und Krisenmanagement. Das jüngste gemeinsame „Kind“ ist die eigene mobile Pflegeberatung, die im Jahr 2009 ihre Arbeit aufnehmen wird. Als bedeutendster Nutzen neben allen entstehenden Synergieeffekten wird der „Blick über den Tellerrand“ beschrieben.

Moderne Pflege im Landkreis Nordhausen (Foto: nnz) Moderne Pflege im Landkreis Nordhausen (Foto: nnz)

Der Beitrag von Katharina von Hoff berichtet über die (vor)weihnachtlichen Bräuche im Evangelischen St.-Marien-Hospital in Bleicherode, die in besonderer Weise geeignet sind, Normalität, Alltagsleben und Wohlbefinden der Bewohner zu stärken. Den Abschluss bildet der Heilige Abend, welcher gemeinsam mit Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitern sowie ehrenamtlichen Helfern gefeiert wird. Höhepunkt ist stets das gemeinsame Krippenspiel, welches von den Bewohnern entsprechend ihren körperlichen, geistigen, musikalischen und kreativen Fähigkeiten selbst gestaltet wird.

Das Projekt „Gute Stube“ wird von Peter Blanke, einem Wohnbereichsleiter im Evangelischen St.-Marien-Hospital in Bleicherode vorgestellt. Er beschreibt die Entstehung eines eigenen Lebensraumes für schwer demente und psychiatrisch auffällige Bewohner des Marien-Hospitals. Ein kleines Pflegeteam stellt sich der Aufgabe, diese Menschen tagsüber in der „Guten Stube“ individuell zu betreuen und zu pflegen und in familienähnlicher Atmosphäre mit Bewegung, Kommunikation, Musik, Spiel und Hauswirtschaft ein weitestgehend normales Alltagsleben zu gestalten.

Moderne Pflege im Landkreis Nordhausen (Foto: JSW) Moderne Pflege im Landkreis Nordhausen (Foto: JSW)

Heidrun Beck, Altenpflegerin in Bleicherode, beschreibt in ihrem Beitrag das „Nachtcafé“, welches wochentags von 19:00 bis 22:00 Uhr zusätzliche Beschäftigung, insbesondere für Bewohner mit leichter Demenz anbietet. Hier wird in gemütlicher Atmosphäre geplaudert, vorgelesen, alte Filme und Fotos angeschaut, gebastelt, quasi nebenbei auch Biographiearbeit geleistet. Für die Pflegekraft ist der Einsatz im Nachtcafé die Chance, einmal nicht zu pflegen sondern wirklich Zeit zu haben für Gespräch und Zuwendung.

Im Mittelpunkt des Beitrags vom Seniorenzentrum Salza stehen die täglichen Angebote der körperlichen Aktivierung, die das allgemeine Wohlbefinden und den gesamten körperlichen und psychischen Gesundheitszustand der Bewohner verbessern helfen. Mit Gymnastik wird die Muskulatur gestärkt sowie die Mobilität der Gelenke erhalten, mit kreativen Arbeiten wird die Feinmotorik trainiert, insbesondere die Koordination von Auge und Hand, Musizieren mit Orffschen Instrumenten fördert die Konzentrationsfähigkeit und erhält Belastbarkeit und Durchhaltevermögen.

Die Mitarbeiter des Qualitätszirkels des Diakonie-Werk Landkreis Nordhausen West schildern in ihrem Beitrag das Zusammenwirken von ambulanter Pflege, Kurzzeitpflege sowie Tagespflege, insbesondere im ländlichen Raum.

Das Haus der Hermann-Arnold-Stiftung am Ammerberg in Nordhausen blickt bereits auf eine 100jährige Geschichte zurück. Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten wurde es im Jahr 2002 neu eröffnet und bietet jetzt mit 35 Einzelzimmern sehr gute Lebensbedingungen und für die Mitarbeiter angenehme Arbeitsbedingungen. Neben den großzügigen Räumlichkeiten wird die Einrichtung vor allem von dem großen, nach den Vorstellungen der Mitarbeiter neu gestaltete Garten geprägt. Er bietet viel Platz für erholsame Spaziergänge, Betreuungsangebote oder einfach nur zur Entspannung. Der Wettbewerbsbeitrag zeigt anschaulich, wie sich das Pflegepersonal mit seiner Einrichtung identifiziert.

Das Hospitalstift Ellrich des JugendSozialwerk Nordhausen e.V. ist mit einem Beitrag seines Altenpflegers Holger Klaschewski vertreten. Er beschreibt das Leben und Arbeiten im Hospitalstift als das einer großen Familie, die auch die Kinder aus dem benachbarten Kindergarten „Sonnenhof“ sowie die Angehörigen der Bewohner einbezieht. „Ich finde, dass diese Einrichtung ihrem Leitspruch “Wir sind eine große Familie“ völlig gerecht wird. Es macht Spaß mit diesem motivierten, kollegialen Team das Leitbild in die Tat umzusetzen und zu sehen, wie jeder einzelne Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue mit Engagement und Freue seine Arbeit und vieles darüber hinaus ausübt.“ – so das Fazit des Altenpflegers.

Am 12. März werden auf einem Festival in Köln die Preisträger gekürt. Ganz unabhängig von einer Prämierung sind die Teilnehmer des Trägerverbundes am Wettbewerb gespannt auf neue interessante Informationen und Anregungen für ihre weitere Arbeit. Gehört doch zu ihrem Qualitätsverständnis auch die Überzeugung, dass nur durch ständige persönliche Weiterbildung und die Orientierung an den gesellschaftlichen und medizinischen Entwicklungen auch weiterhin an die Bedürfnisse der Betreuten optimal angepasste Leistungen erbracht werden können.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de