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Prof. Wagner: „Wir wollen wachsen!“

Freitag, 23. Januar 2009, 15:23 Uhr
Nicht erst seit heute wirbt die Fachhochschule Nordhausen dafür, den Campus mit noch mehr Studenten zu füllen. FH-Präsident Prof. Jörg Wagner träumt von einer Steigerung um 50 Prozent. Der Weg zur Realität ist freilich noch weit und steinig...


Rund 190 Studierende werden heute die Nordhäuser Fachhochschule verlassen. Sie werden feierlich exmatrikuliert. Erst im Theater, dann in einem Autosalon der Autohaus-Peter-Gruppe. Derzeit studieren 2.000 junge Menschen am Nordhäuser Weinberg. Damit hat die Hochschule ihre Ausbaustufe erreicht. Doch Wagner und sein Team wollen mehr. Quantitativ und qualitativ. Seit mehreren Wochen gibt es diverse Kontakte und Gespräche mit der Landesregierung, um den Ausbau der Bildungseinrichtung in Nordhausen zu forcieren.

Das wäre ziemlich einfach, wenn nicht viel Geld im Spiel wäre. Derzeit verfügt die FHN über einen Etat von 7,3 Millionen Euro im Jahr. Mit dem geplanten Ausbau und der damit verbundenen Aufstockung auf 3.000 Studierende müssen seitens des Landes jährlich drei Millionen Euro draufgelegt werden.

Prof. Wagner erhofft sich bei seinem Werben in Erfurt auch weiterhin die volle Unterstützung der Region. Letztlich ist es die Region, die von einem weiteren Ausbau profitieren würde. Alle Facetten des gesellschaftlichen Miteinanders wären „betroffen“. Wirtschaft, Vermieter, Handel, Kunst oder Kultur. 1.000 junge Menschen mehr in der Stadt – ein Traum. Auch für die Kommune, wenn sich davon auch nur ein Drittel per Erstwohnsitz hier niederlassen würde.

Die Fachhochschule, auch das gab Wagner gegenüber der nnz heute bekannt, hat in Thüringen den höchsten Anteil von Studenten aus den alten Bundesländern – etwa 25 Prozent. Beliebt ist das Studium in Nordhausen vor allem bei jungen Bayern, Niedersachsen und Baden Württembergern.

Das liegt zum einen an der Flucht vor den dortigen Studiengebühren, andererseits auch an Studienrichtungen, die in Nordhausen exklusiv angeboten werden. Ab dem Wintersemester 2009 kommt zum Beispiel ein dualer Studiengang im kaufmännischen Bereich hinzu. Nach vier Jahren haben junge Leute sowohl eine abgeschlossene Kaufmannsausbildung als auch den Bachelor in Betriebswirtschaft in der Tasche. Neu hinzu kommt Internationale Betriebswirtschaft und der Präsident träumt jetzt schon von Fahrzeugbau und anderen technischen Richtungen.

Aktuell muss aber erst der Druck auf die Landesregierung erhöht werden. Druck aus der Region, von den Menschen, die hier leben und arbeiten. Und welches Jahr bietet sich da schon besser, als solch ein Wahljahr? Packen wir es an...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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