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Impfung ist Pflicht

Freitag, 23. Januar 2009, 09:25 Uhr
Wer Schafe, Ziegen oder Rinder hält, muss seine Tiere auch in diesem Jahr gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen. Der Impfzeitraum beginnt am 15. Februar und endet am 15. Mai 2009. Was ist noch wichtig zu wissen?


Wichtig ist zudem, dass Tierhalter einen möglichen Fall der Blauzungenkrankheit unverzüglich ihrem Hoftierarzt oder dem Veterinäramt melden. Symptome der Infektion sind ein gestörtes Allgemeinbefinden der Tiere, hohes Fieber, Schwellungen am Kopf, häufig mit Entzündungen der Schleimhäute im Maulbereich, an den Klauen sowie am Euter. Gelegentlich färbt sich die Zunge blau.

Jeder Tierhalter ist selbst für die Impfung verantwortlich und sollte sich an seinen Tierarzt wenden. Es gibt keine zentrale Koordinierung der Impfung. Wichtige Hinweise enthält die Allgemeinverfügung zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit, die in der ersten Februarwoche in der Presse und in den Kommunen amtlich bekannt gemacht wird. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Nordhausen beantwortet Fragen zur Verfahrensweise, zu Forderungen und Auflagen der Impfung. Wer seinen Tierbestand nicht anzeigt, die Impfung unterlässt bzw. die vorgeschriebenen Zeitintervalle der Impfung nicht einhält, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Die Blauzungenkrankheit war bis vor wenigen Jahren eine exotische Tierseuche, die es nur südlich der Sahara, in Asien, Mittel- und Südamerika gab. Im Sommer 2006 trat sie zum ersten Mal in Mitteleuropa auf. Im vergangenen Jahr wurden über 4800 Fälle amtlich gemeldet. Der Erreger der Krankheit ist für den Menschen ungefährlich. Fleisch und Milchprodukte erkrankter Tiere können bedenkenlos gegessen werden. Die Tiere stecken sich auch untereinander nicht gegenseitig an, sondern Stechmücken, so genannte Gnitzen, übertragen die Virusinfektion, die besonders bei Schafen häufig schwer verläuft. Viele Tiere sind an der Krankheit bereits gestorben, was einen großen wirtschaftlichen Schaden nach sich zog. Daher hat die Europäische Union beschlossen zu impfen.

Im vergangenen Jahr wurden Rinder, Schafe und Ziegen in Deutschland zum ersten Mal flächendeckend geimpft. Erst wenn mindestens 80 Prozent der gefährdeten Tiere geimpft sind, lässt sich erfolgreich verhindern, dass sich die Tierseuche rasant ausbreitet. Im vergangenen Jahr sind vornehmlich die Tiere erkrankt, die noch nicht oder nicht ausreichend geimpft waren.
Im Landkreis Nordhausen gab es im letzten Jahr keinen Fall von Blauzungenerkrankung.
Autor: nnz

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