Carlo Knauf: Deutsche Tugenden
Donnerstag, 22. Januar 2009, 07:02 Uhr
Eine positive Bilanz des Jahres 2008 zog André Materlik, der Werkleiter von Knauf Deutsche Gipswerke KG Rottleberode, beim traditionellen Neujahrsempfang des Unternehmens im Waldhotel Kalkhütte bei Urbach. Und wie immer trafen hier Vertreter von Politik und Wirtschaft aus zwei Bundesländern zusammen...
Neben dem technischen Direktor von Knauf Deutschland, Carlo Knauf, konnte Materlik zahlreiche Vertreter der Landespolitik von Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie kommunale Politiker aus den Landkreisen Nordhausen und Mansfeld-Südharz willkommen heißen. Darunter die Landtagsabgeordneten Nadine Hampel und Egon Primas, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sowie weitere Bürgermeister und Chefs der benachbarten Verwaltungsgemeinschaften der Region. Besonders freute sich Materlik über die Anwesenheit des Staatssekretärs im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt, André Schröder.
Knauf in Rottleberode hatte im vergangenen Jahr 850.000 Tonnen Rohstein gewonnen, 15 Millionen Quadratmeter Gipsplatten sowie 300.000 Tonnen Putze produziert. Ein Großteil dieser Produktion war für Kunden im europäischen Ausland und darüber hinaus bestimmt. Auch das Unternehmen in Rottleberode konnte im vergangenen Jahr von der weiteren Fertigstellung wichtiger Abschnitte der Autobahn A 38 profitieren, Materlik wünschte sich ein ebensolches Tempo beim Bau der A 71, die für eine wesentliche Verbesserung der regionalen Infrastruktur sorgen werde.
Einen wichtigen Part im Statement von André Materlik nahmen die Bemühungen des Unternehmens ein, die ökonomischen Zielsetzungen mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes in Einklang zu bringen. Wir als Knauf verstehen die zum Teil besorgten Reaktionen der Bürger der Goldenen Aue, wenn sie die teilweise kahlen Forstflächen am Rande des Alten Stolbergs sehen. Doch auch hier haben die Stürme Kyrill und Emma sowie die Borkenkäfer ihre Spuren hinterlassen. Unsere Forstabteilung hat im vergangenen Jahr rund 70.000 Bäume angepflanzt. Damit beseitigen wir Schritt für Schritt auch die Folgen des einstigen Fichten-Monokulturanbaus. Knauf in Rottleberode hatte nach dem Kauf des Werkes und der Flächen von der Treuhand rund 100 Hektar verritzte Flächen übernommen, davon sind 25 Hektar mittlerweile entsprechend der Unternehmensphilosophie renaturiert worden.
Leise Kritik übte Werkleiter Materlik an der Ausweisung des Biosphärenreservates Südharz in Sachsen-Anhalt. Es sei in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die betroffene Region von der Idee zu überzeugen. Hier bestehe seitens der beteiligten Akteure, insbesondere der Verwaltung, noch erheblicher Handlungsbedarf.
Knauf Deutsche Gipswerke KG Rottleberode sah und sieht sich auch in sozialer Verantwortung für die Region. Sponsorengelder werden nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern punktuell eingesetzt. Ob die Unterstützung von Fußballvereinen, der Boxer des Nordhäuser SV oder die Bereitstellung von Baumaterialien für sozial engagierte Vereine – Knauf ist ein Unternehmen der Region.
Knauf und Wagner bei der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung
Zu dieser Verbundenheit gehört seit Jahren die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Nordhausen. Die Übernahme von Absolventen, die Betreuung von Studenten bei der Anfertigung von Diplomarbeiten oder die Bereitstellung von Praktikumplätzen – all das gehört seit Jahren zum unternehmerischen Selbstverständnis in Rottleberode. Um diese Zusammenarbeit auf eine qualitativ höhere Stufe zu heben, haben Carlo Knauf und der Präsident der Fachhochschule, Prof. Jörg Wagner, am Dienstagsabend eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
In seinem Grußwort konstatierte Carlo Knauf, dass die Wirtschaftskrise den Baubranche hart getroffen hat. Vor allem der Export sei eingebrochen und das Auslandsgeschäft sei in den vergangenen Monaten um bis zu einem Drittel zurückgegangen. Jetzt kommt es darauf an, den deutschen Fleiß und Erfindergeist mehr denn je zu nutzen. Wenn uns das allen gemeinsam gelingt, dann können wir zusammen positiv in die Zukunft sehen, so Knauf. Das Unternehmen wird an seinen 40 Standorten in Deutschland festhalten und wird in diesem Jahr drei weitere Fabriken im Ausland eröffnen. Carlo Knauf kritisierte die Bundespolitik im Bezug auf die einseitige Unterstützung des Banken- und des Automobilsektors. Es sei etwas falsch, wenn man für die Verschrottung eines altes Autos 2.500 Euro erhalten, für einer Kinder jedoch nur einen einmaligen Betrag von 100 Euro.
Staatssekretär Schröder ging in seiner kurzen Rede auf das bevorstehende Jahr 2009 ein. Es hänge von allen gesellschaftlichen Akteuren ab, ob die kommenden Monate als Krise oder als Chance betrachtet werden. In punkto des beschlossenen Biosphärenreservats meinte der Landespolitiker, dass der Südharz nicht als Schutzraum, sondern als Entwicklungsraum gesehen werden müsse.
Autor: nnzNeben dem technischen Direktor von Knauf Deutschland, Carlo Knauf, konnte Materlik zahlreiche Vertreter der Landespolitik von Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie kommunale Politiker aus den Landkreisen Nordhausen und Mansfeld-Südharz willkommen heißen. Darunter die Landtagsabgeordneten Nadine Hampel und Egon Primas, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sowie weitere Bürgermeister und Chefs der benachbarten Verwaltungsgemeinschaften der Region. Besonders freute sich Materlik über die Anwesenheit des Staatssekretärs im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt, André Schröder.
Knauf in Rottleberode hatte im vergangenen Jahr 850.000 Tonnen Rohstein gewonnen, 15 Millionen Quadratmeter Gipsplatten sowie 300.000 Tonnen Putze produziert. Ein Großteil dieser Produktion war für Kunden im europäischen Ausland und darüber hinaus bestimmt. Auch das Unternehmen in Rottleberode konnte im vergangenen Jahr von der weiteren Fertigstellung wichtiger Abschnitte der Autobahn A 38 profitieren, Materlik wünschte sich ein ebensolches Tempo beim Bau der A 71, die für eine wesentliche Verbesserung der regionalen Infrastruktur sorgen werde.
Einen wichtigen Part im Statement von André Materlik nahmen die Bemühungen des Unternehmens ein, die ökonomischen Zielsetzungen mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes in Einklang zu bringen. Wir als Knauf verstehen die zum Teil besorgten Reaktionen der Bürger der Goldenen Aue, wenn sie die teilweise kahlen Forstflächen am Rande des Alten Stolbergs sehen. Doch auch hier haben die Stürme Kyrill und Emma sowie die Borkenkäfer ihre Spuren hinterlassen. Unsere Forstabteilung hat im vergangenen Jahr rund 70.000 Bäume angepflanzt. Damit beseitigen wir Schritt für Schritt auch die Folgen des einstigen Fichten-Monokulturanbaus. Knauf in Rottleberode hatte nach dem Kauf des Werkes und der Flächen von der Treuhand rund 100 Hektar verritzte Flächen übernommen, davon sind 25 Hektar mittlerweile entsprechend der Unternehmensphilosophie renaturiert worden.
Leise Kritik übte Werkleiter Materlik an der Ausweisung des Biosphärenreservates Südharz in Sachsen-Anhalt. Es sei in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die betroffene Region von der Idee zu überzeugen. Hier bestehe seitens der beteiligten Akteure, insbesondere der Verwaltung, noch erheblicher Handlungsbedarf.
Knauf Deutsche Gipswerke KG Rottleberode sah und sieht sich auch in sozialer Verantwortung für die Region. Sponsorengelder werden nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern punktuell eingesetzt. Ob die Unterstützung von Fußballvereinen, der Boxer des Nordhäuser SV oder die Bereitstellung von Baumaterialien für sozial engagierte Vereine – Knauf ist ein Unternehmen der Region.
Knauf und Wagner bei der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung
Zu dieser Verbundenheit gehört seit Jahren die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Nordhausen. Die Übernahme von Absolventen, die Betreuung von Studenten bei der Anfertigung von Diplomarbeiten oder die Bereitstellung von Praktikumplätzen – all das gehört seit Jahren zum unternehmerischen Selbstverständnis in Rottleberode. Um diese Zusammenarbeit auf eine qualitativ höhere Stufe zu heben, haben Carlo Knauf und der Präsident der Fachhochschule, Prof. Jörg Wagner, am Dienstagsabend eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
In seinem Grußwort konstatierte Carlo Knauf, dass die Wirtschaftskrise den Baubranche hart getroffen hat. Vor allem der Export sei eingebrochen und das Auslandsgeschäft sei in den vergangenen Monaten um bis zu einem Drittel zurückgegangen. Jetzt kommt es darauf an, den deutschen Fleiß und Erfindergeist mehr denn je zu nutzen. Wenn uns das allen gemeinsam gelingt, dann können wir zusammen positiv in die Zukunft sehen, so Knauf. Das Unternehmen wird an seinen 40 Standorten in Deutschland festhalten und wird in diesem Jahr drei weitere Fabriken im Ausland eröffnen. Carlo Knauf kritisierte die Bundespolitik im Bezug auf die einseitige Unterstützung des Banken- und des Automobilsektors. Es sei etwas falsch, wenn man für die Verschrottung eines altes Autos 2.500 Euro erhalten, für einer Kinder jedoch nur einen einmaligen Betrag von 100 Euro.
Staatssekretär Schröder ging in seiner kurzen Rede auf das bevorstehende Jahr 2009 ein. Es hänge von allen gesellschaftlichen Akteuren ab, ob die kommenden Monate als Krise oder als Chance betrachtet werden. In punkto des beschlossenen Biosphärenreservats meinte der Landespolitiker, dass der Südharz nicht als Schutzraum, sondern als Entwicklungsraum gesehen werden müsse.


