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"Wundermittel" gibt es nicht

Donnerstag, 01. August 2002, 16:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Vermehrt werden in jüngster Zeit bei Kaffeefahrten Nahrungsergänzungsmittel zum Kauf angeboten. Was die Landesärztekammer Thüringen dazu sagt, lesen Sie in Ihrer nnz.


Und die warnt vor dem Kauf solcher Nahrungsergänzungsmittel aus dubiosen Quellen. Vermehrt würden angebliche „Wundermittel“ gegen Krebs, Neurodermitis, Diabetes, Allergien und andere Zivilisationskrankheiten auf Werbefahrten, Messen oder über das Internet angeboten, beklagt der Leiter der Arzneimittelinformationsstelle, Danny Neidel. Den Menschen werde der Eindruck vermittelt, es handele sich um hochwirksame Arzneimittel gegen ihre Krankheiten.

Dabei würden sie absichtlich getäuscht, um die überteuerten Produkte verkaufen zu können. Bei den Produkten handele es sich in der Regel um normale Nahrungsergänzungsmittel, die bestenfalls Vitamin- und Mineralstoffdefizite korrigieren, aber keine schweren Krankheiten heilen könnten.

Bei unsachgemäßer oder falscher Anwendung bestehe auch bei solchen Produkten die Gefahr einer Gesundheitsschädigung. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin warne zum Beispiel vor dem Einsatz von hoch dosierten Beta-Karotin bei Rauchern, da ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko besteht. Zudem könnten Patienten auf die vom Arzt verordnete Therapie verzichten oder die Einnahme wichtiger Medikamente vernachlässigen.

Eine klare Gesetzgebung fehlt derzeit in diesem Bereich, kritisierte Neidel. Für Nahrungsergänzungsmittel würden die Bestimmungen des Lebensmittelrechts gelten. Deshalb müsse der Verbraucher auf die gewohnten Schutzmechanismen wie bei Arzneimitteln verzichten. Im Gegensatz zu Medikamenten gebe es bei Nahrungsergänzungsmitteln kein aufwändiges Zulassungsverfahren, in dem Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden müssten.

„Wir raten dringend davon ab, Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel aus dubiosen Quellen zu beziehen. Sie sollten ausschließlich in der Apotheke und nach vorheriger Beratung gekauft werden“, rät Neidel.
Autor: nnz

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