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Gesegneter Schulalltag

Donnerstag, 01. August 2002, 14:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Stupides Auswendiglernen ist out. Nicht nur bei den Schülern, sondern auch schon bei den Lehrern. Zum Beginn des neuen Schuljahres startet die evangelische Regelschule mit neuen Ideen. Diese und ein bisschen MEHR erfahren Sie beim Klick.


Gespanntes Zuhören beim Gottesdienst Die Ferien sind zu Ende. Für die Betroffenen ist das zwar schade, aber nichts Besonderes. Aaußer für die fünfte und sechste Klasse der neuen evangelischen Regelschule in Nordhausen. Ein feierlicher Gottesdienst in der Altendorfer Kirche wurde am Mittag als würdigende Geste abgehalten, zu dem Schüler, Eltern und Angehörige eingeladen waren. Mit einem Programm aus Liedern, Versen, Psalmen und einer Fürbitte wurde der Anlass feierlich begangen. Beim Singen wurden die Kinder in das Lied mit eingebunden und agierten dabei im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen. Dass zu diesem Gottesdienst kein kirchliches Schweigen herrschte, nahm man den Kindern nicht übel. Schließlich ging es um ihre Schule und damit auch um sie.

Curt Stauss, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Nordhausen, und Johannes Ziegner, Schulreferent des Landeskirchenamtes Eisenach, führten mit christlichen Worten das Programm. Zusammen mit der Schulleiterin Uta von Loèn und ihrer Lehrerkollegin Traudel Reichardt sprachen sie Grüße und die besten Wünsche für die bevorstehende Schulzeit aus. Gleiches tat Frau Dr. Cornelia Klose, Leiterin des Nordhäuser Kulturamtes, auch im Namen des Bürgermeisters Klaus Wahlbuhl (SPD). Landrat Joachim Claus (CDU) ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, durch den ehrenamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung, Winfried Theuerkauf (SPD), alles Gute auszurichten.

Gemeinsame Fürbitte Der Unterrichtsplan der Fünft- und Sechstklässler wird künftig wesentlich vielgestaltiger sein. Laut der Schulleiterin sollen die Schüler „nach reformpädagogischen Methoden unterrichtet werden, wobei der Mensch mit seiner ganzen Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen wird.“ Konkret heißt das, dass die Schüler viele praktische Tätigkeiten erledigen und ihre Ideen selbst gestalten werden. Ein entsprechendes Konzept wurde bereits beim Kultusministerium eingereicht und genehmigt. Zwar orientiert es sich streng am normalen Regelschul-Lehrplan, lässt jedoch genug Freiräume, um den Interessen der Lehrer und natürlich der Schüler entgegen zu kommen. Laut Johannes Ziegner war ein Umdenken in dieser Richtung unumgänglich, verlangen die Regelschulen doch generell nach schülerfreundlichen und schülerbegeisternden Konzepten. Schließlich hänge an der Arbeits- und Lernatmosphäre auch der Ruf der Schule.

Das Ziel der neuen pädagogischen Unterrichtslinie definierte Ziegner, an die Schüler gewandt, zum Abschluss wie folgt: „Wenn ihr nach Hause kommt und sagt: „Heute war es super!“, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn ihr nach Hause kommt und sagt: „Ich will nicht mehr in die Schule.“, dann müssen wir uns zusammen setzen und umdenken.“
Autor: mj

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