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Am Mittwoch kommt das „EISKIND“

Freitag, 16. Januar 2009, 07:12 Uhr
„ … Ich bin zu fett, um in Bewegung zu kommen. Zu fett, um was mitzukriegen. Zu fett, um zum Tanzen aufgefordert zu werden. Zu fett, um endlich abzuhauen. Endlich abhauen…“ Das alles gibt es in der kommenden Woche im Theater zu hören...


Zuhören (Foto: Winter) Zuhören (Foto: Winter) Immer mehr Menschen (jede zweite Deutsche bereits!) führen eigene Misserfolge darauf zurück, dass sie nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Auch jeder dritte Mann sieht das zeitweise schon so. Die Folge sind Essstörungen: Die einen hungern sich zu Tode (immerhin 10 % der an Magersucht Erkrankten), die anderen machen sich mit Bulimie das Leben zur Hölle, und wieder andere kommen von ungebremster Esssucht nicht los.

Das im Sommer 2008 beim „Internationalen Theaterfestival Schäxpir“ in Linz uraufgeführte „Eiskind“ ist ein solches junges Mädchen, das seine Probleme auf körperliche Unzulänglichkeiten zurückgeführt hat: Kurz vor dem Abitur hatte sich Kathrin in Martin verliebt und wollte Zeit für sich haben, Zeit zum Träumen. Stattdessen bestand ihr Vater darauf, dass sie Klavier übte. Sie sollte ihr Talent besser ausbeuten, als er es selbst getan hatte. Als Kathrin dann auch noch von ihrer Freundin erfuhr, dass Martin auf gertenschlanke, hagere Mädchen steht, wurde sie unzufrieden mit sich, fühlte sich gänzlich ungeliebt und schlitterte in Magersucht, in der Folge sogar Bulimie, hinein.

Das Stück der österreichischen Autorin Elisabeth Vera Rathenböck, das im Theater unterm Dach in einer szenischen Lesung noch vor der deutschen Erstaufführung im Februar in Köln vorgestellt wird, klingt versöhnlich aus. Kathrin konnte dem Teufelskreis von Essen und Brechen entkommen – sie hat sich Hilfe gesucht.

In „HÖRBÜHNE – DAS NEUE STÜCK“, der Reihe, die dank der Unterstützung des Fördervereins Theater Nordhausen e.V. aktuelle europäische Dramatik vorstellt, gibt Isabell Helemann (Bild) der Kathrin ihre Stimme. Zuletzt war Isabell Helemann auf der Bühne des Theaters Nordhausen in der so überaus erfolgreichen Inszenierung „Die Nibelungen“ als Kriemhild zu sehen. Die szenische Lesung „Eiskind“ findet am Mittwoch, dem 21. Januar, um 20.00 Uhr im Theater unterm Dach statt.
Autor: nnz/kn

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