nnz-online

Sechs Briefe

Donnerstag, 15. Januar 2009, 16:42 Uhr
Ehrenbriefe übergeben (Foto: Piper) Ehrenbriefe übergeben (Foto: Piper)
Ehrenamtliche Arbeit erhält in Thüringen und damit auch im Landkreis Nordhausen einen immer höheren Stellenwert. Hintergrund ist auch die Tatsache, dass viele Aktivitäten im sozialen, touristischen oder kulturellen Bereich sowie im Vereinsleben nicht mehr finanziert werden. Heute wurden Ehrenämtler geehrt...


Heute hat Landrat Joachim Claus den „Ehrenbrief des Freistaates Thüringen“ und die Ehrennadel an sechs Ehrenamtliche geehrt, die sich seit vielen Jahren im Landkreis engagieren. „Zur Würdigung herausragender Leistungen“ und „für Verdienste um die Gemeinschaft“ spricht das Land Thüringen diesen Südharzern „Dank und Anerkennung“ aus, heißt es im Ehrenbrief. Auch der Landkreis Nordhausen will so den unermüdlichen Einsatz der Gewürdigten vor allem im kulturellen Bereich würdigen.

Geehrt werden: Die ausgebildete Wanderführerin Ursula Schmitt aus Neustadt erhält den Ehrenbrief für ihren Einsatz für die Natur in der Region, wobei es ihr insbesondere darum geht, Tourismus und Naturschutz in Einklang zu bringen. Sie ist Wiedergründungsmitglied des Harzclubs Zweigverein Neustadt/Osterode und engagiert sich seitdem im Vorstand. Sie führt beispielsweise Schüler und Wanderer auf dem Naturlehrpfad, zeigt Besuchern den Ort Neustadt und leitet eine Nordic Walking Gruppe.

Ebenfalls aus Neustadt kommt Helmut Mund, der dort seit Jahrzehnten die Geschichte des Ortes, insbesondere des Kurwesens, Gästen und Einheimischen näher bringt. Helmut Mund ist Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Burg Hohnstein – Neustädter Geschichtsverein und setzt sich besonders dafür ein, die Burgruine zu erhalten. Als Mitglied des Harzclubs Zweigverein Neustadt/Osterode hat er außerdem viele Jahre lang Wandertouren organisiert und dabei sein umfangreiches Wissen weitergegeben. Musikalisch war Helmut Jung lange im Neustädter Männerchor aktiv.

Mit dem Männerchor in Neustadt ist auch Wolf-Dietrich Prengel eng verbunden. Er ist seit fast 40 Jahren Mitglied des Vereins Volkschor Neustadt, dem Dachverband des Männerchors, der Jagdhornbläser- und der Trachtengruppe. Er ist in allen drei Gruppen aktiv und hat beispielsweise den Chor mit durch die Wendezeit geführt und neue Sponsoren mitgesucht. Wolf-Dietrich Prengel hat die Jagdhornbläsergruppe mitgegründet, die das Brauchtum im Harz pflegt, die Jagdhornsignale erklärt und die Trachtengruppe bei ihren Liedern begleitet. Der Neustädter hat selbst ein ein Meter langes Kuhhirtenhorn gebaut, das er bei vielen Veranstaltungen zum Einsatz bringt. Wolf-Dietrich Prengel gibt alte Geschichten aus dem Harz weiter und sorgt damit mit dafür, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Er ist zudem seit 35 Jahren Präsident des Osteröder Karnevalvereins.

Karl-Heinz Flohr aus Ellrich leitet den Förderverein für das Waldbad, das bereits seit 1923 besteht und 2007 mit dem Naturparkpreis des Regionalverbandes Harz ausgezeichnet wurde. Karl-Heinz Flohr beteiligte sich mit dem Förderverein aktiv an der Umgestaltung des Waldbades, auch in zahlreichen Arbeitseinsätzen. 1996 konnte das Bad wiedereröffnet werden und auch seitdem setzt sich der Vereinsvorsitzende dafür ein, Fördergelder für die Pflege des Bades, Verbesserungen und Neuanschaffungen zu sammeln. Beim traditionellen Neptunfest schlüpft Karl-Heinz Flohr jedes Jahr in die Rolle des Neptuns – eine Attraktion in der Region. Er beteiligt sich auch regelmäßig am Festumzug des Ellricher Heimatvereins.

Die Ortschronik ihrer Heimatgemeinde Rehungen schreibt Birgit Buchholz fort und erforscht gleichzeitig die Aufzeichnungen vergangener Jahre. Seit 1990 stehen alle Ereignisse in Bild und Schrift in der Chronik. Birgit Buchholz veröffentlicht Geschichten aus diesem Fundus im Amtsblatt „Eichsfelder Pforte“ und in den Zeitungen vor Ort. Sie forscht aber nicht nur in der Ortschronik, sondern auch in anderen Archiven, zum Beispiel in Weimar, Nordhausen oder im Landesmuseum Thüringen. Birgit Buchholz engagiert sich darüber hinaus in der Heimatstube, deren Räume sie nach verschiedenen Themen wie bäuerlicher Hausrat, Bergbauverein oder Zigarren- und Spielzeugproduktion gestaltet hat sowie bei Festen und Veranstaltungen in der Gemeinde. Dabei zieht sie auch selbst häufig eine Tracht an und erzählt Geschichten aus vergangener Zeit.

Volkmar Pischel aus Hörningen engagiert sich für die Belange der älteren Generation im Landkreis und ist hier ehrenamtlich sehr aktiv und scheut sich auch nicht davor, wenig populäre Themen anzugehen. Er ist Vorsitzender der Seniorenvertretung und repräsentiert die Interessen seiner Altersgenossen bei vielfältigen Gremien wie dem Stadtrat in Nordhausen oder beim Kreistag – als Antragsteller, Anfragender und Mahner. Seine Hauptanliegen sind die barrierefreie Stadt und ein öffentlicher Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de