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Das ist das Schlimmste

Mittwoch, 14. Januar 2009, 16:43 Uhr
Ehremtliche Begleiter (Foto: Piper) Ehremtliche Begleiter (Foto: Piper)
„Das schlimmste war wirklich die Einsamkeit“, erinnert sich Christine Janischefski an die Zeit, als sie im vergangenen Herbst durch eine Krankheit nicht mehr oft aus dem Haus kam. Nun will sie sich aus ihrer eigenen Erfahrung heraus für ältere Menschen einsetzen...


Christine Janischefski ist eine der Südharzer, die sich als ehrenamtliche Seniorenbegleiter im Landkreis engagieren wollen und sich heute im Landratsamt getroffen haben, um sich kennen zu lernen. Die Ehrenamtlichen hatten sich auf einen Aufruf in den Medien gemeldet, mit dem die Seniorenberatung neue Ehrenamtliche suchte, die ältere Mitmenschen im Alltag unterstützen. „Wir waren positiv überrascht, wie viele Leute sich auf unseren Aufruf hin gemeldet haben. Es sind alle Altersgruppen vertreten – von der jungen Mutti bis zur 75-jährigen Dame, die sich engagieren will“, freut sich Susanna Riemann-Störr, die in der Seniorenberatung im Fachbereich Jugend und Soziales im Landratsamt arbeitet.

„Unser Ziel ist es, dass die Senioren so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen“, sagt die Seniorenberaterin. Eine repräsentative Befragung des Fachbereichs Jugend und Soziales hatte auch gezeigt, dass dies den Wünschen der älteren Menschen im Landkreis entspricht. „Senioren wollen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen, hier kennen sie die Nachbarn oder auch den Bäcker nebenan“, sagt Christine Wagner, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales. „Aber viele ältere Menschen kommen auch allein nicht mehr oft raus und sind viel zuhause.“

Genau hier setzt die ehrenamtliche Begleitung an. Neben kleinen Hilfen im Alltag gestalten die Ehrenamtlichen die Freizeit der Senioren mit, gehen gemeinsam spazieren, lesen aus der Zeitung vor oder trinken einfach mal gemütlich zusammen eine Tasse Kaffee. Wichtig ist es dabei besonders, die Senioren nicht nur zu entlasten, sondern sie in ihren Fähigkeiten zu bestärken. Es geht also nicht darum, einfach den Einkauf zu übernehmen, sondern vielmehr den Älteren, wenn er oder sie noch gut zu Fuß ist, beim Einkaufen zu begleiten und zu unterstützen. „Eines unserer Hauptanliegen ist, Senioren vor der Vereinsamung schützen“, sagen Christine Wagner und Susanna Riemann-Störr, die neben der Senioren- auch in der Jugendarbeit tätig ist.

„Wir haben diese Verbindung absichtlich geschaffen, denn wir wollen den Kontakt über Generationen hinweg herstellen und das Verständnis füreinander stärken“, betont Fachbereichsleiterin Christine Wagner.

Die ehrenamtlichen Helfer schult das Landratsamt nun in einem Kurs in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule, der sich auch an pflegende Angehörige richtet. Anfang April wird eine erste fachliche Einführung rund um Fragen der ambulanten Betreuung und Pflege stattfinden, weitere Themenabende folgen dann jeden Monat. „Außerdem wollen wir uns regelmäßig wieder treffen, um Erfahrungen auszutauschen und im Gespräch zu bleiben“, sagt Christine Wagner.

Wer sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren will oder als Senior oder Angehöriger Rat sucht, kann sich telefonisch bei Susanna Riemann-Störr unter 03631/911 537 oder persönlich zu den Sprechzeiten informieren.
Autor: nnz

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