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nnz-Interview: Wie weiter, Herr Forberger?

Dienstag, 13. Januar 2009, 10:16 Uhr
Die Politwogen um die Südharzwerke in Nordhausen sind über den Jahreswechsel hinweg geglättet. Das jedenfalls vernimmt der Beobachter aus Landratsamt und Rathaus. Wie geht es jetzt fachlich und sachlich weiter? Das unter anderen wollte die nnz von Geschäftsführer Arndt Forberger wissen...


nnz: Herr Forberger, Sie sind von Kreistag und Stadtrat als Geschäftsführer der Südharzwerke bestellt. Wie berührt Sie die Rangelei um die Besetzungen der Führungspositionen im Aufsichtsrat der Südharzwerke?

A. Forberger: Als bestellter Geschäftsführer sollte ich mich nicht um Angelegenheiten kümmern, welche durch die Gesellschafter selbst zu bestimmen sind. Die Entscheidungen sind getroffen. Auf alle Fälle ist mit der Gründung der Südharzwerke Nordhausen -Entsorgungsgesellschaft mbH von beiden Gesellschaftern, Landkreis und Stadt Nordhausen, ein gutes Werk für die Zukunft der Region getan.

nnz: Ein Aufsichtsrat hat natürlich Einfluss auf die Arbeit und Entscheidungen eines Geschäftsführers. Spüren Sie Differenzen?

A. Forberger: Alle bislang durch mich vorgetragenen Informationen, Vorlagen und Beschlüsse wurden im Aufsichtsrat und mit den Gesellschaftervertretern sachlich besprochen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass es bei der Bewältigung der praktischen Dienstleistungen für unsere Bürger eine gute kooperative Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt geben wird.

nnz: Wie kam es eigentlich zu einer solchen gemeinsamen Aufgabenkonstellation?

A. Forberger: In Sorge um die Zukunft durch das Auslaufen des Entsorgungsvertrages wurden wir von der Oberbürgermeisterin und dem Landrat mit unseren Ideen erhört. Weitere Gespräche führten im Sinne der Daseinsvorsorge, der Nachhaltigkeit, der direkten Ausführung und Kontrolle abfallwirtschaftlicher Aufgaben zum Konzept der Gründung einer interkommunalen Gesellschaft. Nach Diskussionen in den Gremienausschüssen fassten die Mitglieder des Stadtrats und des Kreistags die entsprechenden bekannten Beschlüsse.

nnz: Wie geht es praktisch weiter?

A. Forberger: Mit dem Auslauf der privatwirtschaftlichen Verträge über diverse Abfallverwertungstechnologien im Abfallwirtschaftszentrum Nentzelsrode und des Einsammelns der Siedlungsabfälle im Kreisgebiet sowie zur Auftragsübernahme der Stadtreinigungsdienstleistungen werden die Südharzwerke ab 1. März dieses Jahres praktisch tätig. Zunächst werden unter Nutzung des Erneuerbaren Energiegesetzes Aufgaben der Abfallbehandlung realisiert, dann werden die Dienste zur öffentlichen Straßenreinigung in Nordhausen ab Oktober des aktuellen Jahres erfüllt, bevor die Südharzwerke am 1. Juli 2010 die Hausmüllentsorgung im gesamten Landkreis realisieren werden.

nnz: Welche Vorteile werden entstehen?

A. Forberger: Abfallwirtschaftliche Tätigkeiten sind sehr im Zusammenhang mit Umweltschutz, Bürgerbelastungen (Gebühren) und Zukunftsorientierungen zu sehen. Mit dieser Firmenzusammensetzung haben die Stadt und der Landkreis Nordhausen einen besseren, weil direkten Einfluss auf die Realisierung der Abfallwirtschaft und der Stadtreinigung. Mit der direkten Vergabe von solchen hoheitlichen Dienstleistungen an die eigene Firma sind nachhaltig hiesige Arbeitsplätze gesichert. Unsere Fachhochschule kann darüber hinaus besser in Projekte der Zukunft eingebunden werden. Und: Es entstehen weitere Synergien zur Effizienzerhöhung und Kostenreduzierung.

nnz: Herr Forberger, Sie haben in der Region schon einiges Positives umgesetzt. Sie haben vom Alter her auch bereits 6 mal „genullt“. Wie lange werden wir Sie noch in einer solchen Position erleben?

A. Forberger: Mein diesbezüglich aktiver Dienst endet in zwei Jahren, spätestens aber mit dem Erreichen der Altersrente.

nnz: Danke für's Gespräch
Autor: nnz

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