Auf dem Titicacasee
Samstag, 10. Januar 2009, 07:01 Uhr
In unserer Reihe "Leserreise zum Wochenende" wieder ein Bericht aus Südamerika. Dieses Mal ging die Fahrt zu den Uros auf dem Titicacasee...
Umgeben von den schneebedeckten Bergen der Anden liegt der Titicacasee mit einer Fläche 8560 km². 36 Inseln erheben sich aus dem See. Die bekannteste ist die Sonneninsel ("Isla de Sol"). Nach der Legende ist dies Insel der Ursprungsort der Inkas. Erreichen kann man die Insel von der Stadt Copacabana in Bolivien mit Tragflächenbooten im regelmäßigen Pendelverkehr. Nebenbei gesagt, der berühmte Strand Copacabana in Rio (Brasilien) soll seinen Namen von dieser Stadt haben.
Mit so einen Tragflächenboot sind wir zur Insel der Uros gefahren. Allerdings musste kurz vor der Insel umgestiegen werden, da der Tiefgang nicht ausreichte. Betritt man dann die Insel, so hat man das Gefühl man laufe auf einem Wasserbett. Die Ursache liegt in den Binsen oder den Totora Blätter (Schilf) begründet, die zu einer Insel verflochten werden. Ist das Schilf noch jung, so landet es im Kochtopf und ist eine wichtige Quelle für die Absicherung von notwendigen Mineralstoffen für die Ernährung, so zum Beispiel Jod.
Auf der Insel sind kleine Hütten errichtet, in denen der Hausrat und die Schlafstätte untergebracht sind. Nach wie vor ist es ein wenig rätselhaft, wie der Winter gemeistert wird, denn Heizungsmöglichkeiten konnten wir nicht entdecken. Immerhin liegt der See bei 3800 m und erwärmt sich auch im Sommer kaum. Der Legende nach hatten die Uros schwarzes Blut, mit dem sie die eisigen Nächte besser überstehen konnten.
Sehenswert war die Toilette mit garantierter Wasserspülung, eine Art Hochsitz (siehe Bild). Ihren Unterhalt verdienen sich die Uros mit selbstgefertigten Waren, die an Touristen verkauft werden, deshalb ist Höflichkeit und Entgegenkommen angesagt. Der "Chef" der Familien, meist von 6 bis 8 mit 2 bis 3 Kinder pro Familie, erzählte bereitwillig über ihr Leben auf spanisch. Ihre ursprüngliche Sprache ist verloren gegangen. Ihr Ursprung lag noch vor der Inkazeit.
Ihre Toten werden allerdings auf dem Festland begraben, in separaten Friedhöfen. Handwerklich sind sei sehr begabt, vor allem auf dem Gebiet des Bootsbaus aus Schilf und Binsen. Diese Boote diente schon dem Norweger Thor Heyerdahl als Modell für seine Boote "Ra I" und "Ra II". Ein Modell von diesen Booten kann man in einem Freilichtmuseum auf den Festland betrachten.
Musterboot vom Boot des Norwegers Thor Heyerdahl im Freilandmuseum
Nach dem Besuch der Uros ging es mit dem Tragflächenboot wieder zurück auf das Festland und ein Bus brachte uns nach La Paz, die Hauptstadt Boliviens. Hier ist Luft ebenfalls recht "dünn". Der Flugplatz liegt auf 4100 m, so dass der Startvorgang immer etwas länger dauert.
La Paz, die Hauptstadt Boliviens (3500 m bis 4100 m über NN)
Die Stadt selbst liegt in einem Tal mit immerhin 3500 m Höhe. Als Story sei gesagt, dass die Bolivianer in La Paz immer die Fußballspiele gewinnen, da selbst den Staren aus Brasilien die Puste ausgeht.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 1: Fahrt auf dem Titicacasee
Bild 2: Boot der Uros
Bild 3: "Chef" der Uros auf der Insel beim Flechten eines Bootes für den Souvinierstand
Bild 4: Kinder der Uros
Bild 5 : Schlafstätte der Uros
Bild 6: "Souvinierladen" der Uros
Bild 7: Ob appetitlich ist dem Betrachter überlassen
Bild 9: Toilette garantiert mit Wasserspülung
Autor: khhUmgeben von den schneebedeckten Bergen der Anden liegt der Titicacasee mit einer Fläche 8560 km². 36 Inseln erheben sich aus dem See. Die bekannteste ist die Sonneninsel ("Isla de Sol"). Nach der Legende ist dies Insel der Ursprungsort der Inkas. Erreichen kann man die Insel von der Stadt Copacabana in Bolivien mit Tragflächenbooten im regelmäßigen Pendelverkehr. Nebenbei gesagt, der berühmte Strand Copacabana in Rio (Brasilien) soll seinen Namen von dieser Stadt haben.
Mit so einen Tragflächenboot sind wir zur Insel der Uros gefahren. Allerdings musste kurz vor der Insel umgestiegen werden, da der Tiefgang nicht ausreichte. Betritt man dann die Insel, so hat man das Gefühl man laufe auf einem Wasserbett. Die Ursache liegt in den Binsen oder den Totora Blätter (Schilf) begründet, die zu einer Insel verflochten werden. Ist das Schilf noch jung, so landet es im Kochtopf und ist eine wichtige Quelle für die Absicherung von notwendigen Mineralstoffen für die Ernährung, so zum Beispiel Jod.
Auf der Insel sind kleine Hütten errichtet, in denen der Hausrat und die Schlafstätte untergebracht sind. Nach wie vor ist es ein wenig rätselhaft, wie der Winter gemeistert wird, denn Heizungsmöglichkeiten konnten wir nicht entdecken. Immerhin liegt der See bei 3800 m und erwärmt sich auch im Sommer kaum. Der Legende nach hatten die Uros schwarzes Blut, mit dem sie die eisigen Nächte besser überstehen konnten.
Sehenswert war die Toilette mit garantierter Wasserspülung, eine Art Hochsitz (siehe Bild). Ihren Unterhalt verdienen sich die Uros mit selbstgefertigten Waren, die an Touristen verkauft werden, deshalb ist Höflichkeit und Entgegenkommen angesagt. Der "Chef" der Familien, meist von 6 bis 8 mit 2 bis 3 Kinder pro Familie, erzählte bereitwillig über ihr Leben auf spanisch. Ihre ursprüngliche Sprache ist verloren gegangen. Ihr Ursprung lag noch vor der Inkazeit.
Ihre Toten werden allerdings auf dem Festland begraben, in separaten Friedhöfen. Handwerklich sind sei sehr begabt, vor allem auf dem Gebiet des Bootsbaus aus Schilf und Binsen. Diese Boote diente schon dem Norweger Thor Heyerdahl als Modell für seine Boote "Ra I" und "Ra II". Ein Modell von diesen Booten kann man in einem Freilichtmuseum auf den Festland betrachten.
Musterboot vom Boot des Norwegers Thor Heyerdahl im Freilandmuseum
Nach dem Besuch der Uros ging es mit dem Tragflächenboot wieder zurück auf das Festland und ein Bus brachte uns nach La Paz, die Hauptstadt Boliviens. Hier ist Luft ebenfalls recht "dünn". Der Flugplatz liegt auf 4100 m, so dass der Startvorgang immer etwas länger dauert.
La Paz, die Hauptstadt Boliviens (3500 m bis 4100 m über NN)
Die Stadt selbst liegt in einem Tal mit immerhin 3500 m Höhe. Als Story sei gesagt, dass die Bolivianer in La Paz immer die Fußballspiele gewinnen, da selbst den Staren aus Brasilien die Puste ausgeht.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 1: Fahrt auf dem Titicacasee
Bild 2: Boot der Uros
Bild 3: "Chef" der Uros auf der Insel beim Flechten eines Bootes für den Souvinierstand
Bild 4: Kinder der Uros
Bild 5 : Schlafstätte der Uros
Bild 6: "Souvinierladen" der Uros
Bild 7: Ob appetitlich ist dem Betrachter überlassen
Bild 9: Toilette garantiert mit Wasserspülung











