Ausgebucht
Donnerstag, 08. Januar 2009, 21:27 Uhr
Wohin mit den Gästen? Das dachten sich heute die Organisatoren des Neujahrsempfangs der Nordhäuser Kreissparkasse. Das Theater bietet Gästen einen sicheren Sitzplatz. Mehr als 500 Rückmeldungen lagen vor. Die nnz war natürlich für Sie mittendrin...
Der Neujahrsempfang der Nordhäuser Kreissparkasse hat Tradition, seit einigen Jahren wird nicht mehr an einem Freitag, sondern an Donnerstagen empfangen. Im Theater. Und so konnte denn auch heute Vorstandsvorsitzender Dieter Przybilla zahlreiche Kunden sowie einige Gäste aus der Politik herzlich begrüßen. Zuvor und auch danach zeigten Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule ihr Können.
Dann war der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Landrat Joachim Claus (CDU) an der Reihe. Er resümierte das erste Jahr seiner Essengeld-Initiative, die hier, im Theater, vor einem Jahr ins Leben gerufen wurde. 16.500 Euro kamen bislang aus den Unternehmen der Region zusammen. Dafür bedankte sich der Landrat, wohl wissend, dass diese Summe eigentlich nicht zufrieden stellen kann.
Joachim Claus sprach kurz von den Gemeinsamkeiten zwischen der Stadt und dem Landkreis Nordhausen. Die Arbeit im Öffentlichen Personennahverkehr sowie bei der Behandlung des Abfalls seien vielversprechend, werden jedoch immer durch Störfeuer aus dem Nordhäuser Rathaus torpediert. Für das Jahr 2009 wünschte sich der Landrat eine rege Wahlbeteiligung, denn so sei Demokratie realisierbar.
Przybilla (Foto: nnz)
Vorstand Przybilla kam denn auch gleich zur Sache: Da kann man schon von einer Ironie des Schicksals sprechen, dass in der Silvesternacht die Uhren für eine Sekunde pausierten. Damit die Welt einmal innehalten konnte. Gleichwohl versank die Hoffnung auf eine weiter steigende Wirtschaftsentwicklung, auf üppige Renditen von Großbanken, auf weiter steigende Immobilienpreise in Amerika, auf weiter sprudelnde Unternehmensgewinne oder den weiteren Abbau der Staatsverschuldung. Immer wieder sucht man nach Gründen für die Krise. War bzw. ist es Gier? Ignoranz? Fahrlässigkeit? Wahrscheinlich von jedem etwas. Jedenfalls haben viele Akteure die geschaffenen Finanzinstrumente nicht mehr verstanden. Es wurde mit Geldwerten gehandelt, die sich längst von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Aber es haben auch Kontrollmechanismen versagt. In unserer Sparkasse wird seit Jahren von den externen Prüfern jeder Cent umgedreht. Bei anderen Kreditinstituten beachtete man Millionengeschäfte mit ausländischen Finanzgesellschaften und Milliarden an Finanzvehikeln nicht. Gefördert wurde die Finanzkrise sicher auch von einer überzogen renditeorientierten Großbanken- und Investmentbranche. Dieter Przybilla stellte dann kurz die Bilanz des Geldhauses für das zurückliegende Jahr vor (nnz hatte heute bereits berichtet).
Bahr (Foto: nnz)
Danach referierte Dr. Holger Bahr von der DekaBank. Der berichtete von seinem Gasversorger, der globalen Erderwärmung, der nicht vorhandenen Kriminalität seiner Frau und dem schockgefrorenen Zustand der Wirtschaft.
Wo man mental stehen sollte und nicht stehen soll – das erläuterte der Finanzexperte ebenso, wie die Regularien der globalen Auswirkungen der Finanzmarktkrise und: Der Leiter Volkswirtschaft verstreute große Prisen an Optimismus. Ob sein Ausblick auf diesen Jahr allerdings der Prüfung am Ende 2009 standhalten wird, das soll hier nicht beantwortet werden. Viele seiner Kollegen hatten sich in den vergangenen Jahren da schon kräftig geirrt.
Nach den Reden ging es schließlich über zu den Gesprächen, die ebenfalls zum Flair des alljährlichen Empfangs der Kreissparkasse gehören.
Autor: nnzDer Neujahrsempfang der Nordhäuser Kreissparkasse hat Tradition, seit einigen Jahren wird nicht mehr an einem Freitag, sondern an Donnerstagen empfangen. Im Theater. Und so konnte denn auch heute Vorstandsvorsitzender Dieter Przybilla zahlreiche Kunden sowie einige Gäste aus der Politik herzlich begrüßen. Zuvor und auch danach zeigten Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule ihr Können.
Dann war der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Landrat Joachim Claus (CDU) an der Reihe. Er resümierte das erste Jahr seiner Essengeld-Initiative, die hier, im Theater, vor einem Jahr ins Leben gerufen wurde. 16.500 Euro kamen bislang aus den Unternehmen der Region zusammen. Dafür bedankte sich der Landrat, wohl wissend, dass diese Summe eigentlich nicht zufrieden stellen kann.
Joachim Claus sprach kurz von den Gemeinsamkeiten zwischen der Stadt und dem Landkreis Nordhausen. Die Arbeit im Öffentlichen Personennahverkehr sowie bei der Behandlung des Abfalls seien vielversprechend, werden jedoch immer durch Störfeuer aus dem Nordhäuser Rathaus torpediert. Für das Jahr 2009 wünschte sich der Landrat eine rege Wahlbeteiligung, denn so sei Demokratie realisierbar.
Przybilla (Foto: nnz)
Vorstand Przybilla kam denn auch gleich zur Sache: Da kann man schon von einer Ironie des Schicksals sprechen, dass in der Silvesternacht die Uhren für eine Sekunde pausierten. Damit die Welt einmal innehalten konnte. Gleichwohl versank die Hoffnung auf eine weiter steigende Wirtschaftsentwicklung, auf üppige Renditen von Großbanken, auf weiter steigende Immobilienpreise in Amerika, auf weiter sprudelnde Unternehmensgewinne oder den weiteren Abbau der Staatsverschuldung. Immer wieder sucht man nach Gründen für die Krise. War bzw. ist es Gier? Ignoranz? Fahrlässigkeit? Wahrscheinlich von jedem etwas. Jedenfalls haben viele Akteure die geschaffenen Finanzinstrumente nicht mehr verstanden. Es wurde mit Geldwerten gehandelt, die sich längst von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Aber es haben auch Kontrollmechanismen versagt. In unserer Sparkasse wird seit Jahren von den externen Prüfern jeder Cent umgedreht. Bei anderen Kreditinstituten beachtete man Millionengeschäfte mit ausländischen Finanzgesellschaften und Milliarden an Finanzvehikeln nicht. Gefördert wurde die Finanzkrise sicher auch von einer überzogen renditeorientierten Großbanken- und Investmentbranche. Dieter Przybilla stellte dann kurz die Bilanz des Geldhauses für das zurückliegende Jahr vor (nnz hatte heute bereits berichtet).
Bahr (Foto: nnz)
Danach referierte Dr. Holger Bahr von der DekaBank. Der berichtete von seinem Gasversorger, der globalen Erderwärmung, der nicht vorhandenen Kriminalität seiner Frau und dem schockgefrorenen Zustand der Wirtschaft.Wo man mental stehen sollte und nicht stehen soll – das erläuterte der Finanzexperte ebenso, wie die Regularien der globalen Auswirkungen der Finanzmarktkrise und: Der Leiter Volkswirtschaft verstreute große Prisen an Optimismus. Ob sein Ausblick auf diesen Jahr allerdings der Prüfung am Ende 2009 standhalten wird, das soll hier nicht beantwortet werden. Viele seiner Kollegen hatten sich in den vergangenen Jahren da schon kräftig geirrt.
Nach den Reden ging es schließlich über zu den Gesprächen, die ebenfalls zum Flair des alljährlichen Empfangs der Kreissparkasse gehören.

